Mai 152008
 

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Was viele vielleicht nicht wussten, der Inhaber von Frontier, dem Entwickler von LostWinds, ist ein waschechter Prominenter. Kein geringerer als David Braben leitet den Laden! „Hä, wer ist denn das?“ werden sich die jüngeren unter euch fragen. Er sorgte Mitte der 80er mit dem ersten Weltraumspiel mit völliger Handlungsfreiheit auf 8-Bit-Computern für Aufsehen, die Rede ist natürlich vom unvergessenen Elite. Kleine Anekdote als Einstieg, check, weiter zum eigentlichen Review. Ich versuche es so knapp und informativ wie möglich zu halten.

Die Spieldauer ist mit gut drei Stunden sehr knapp bemessen, dafür genießt man jede Sekunde davon in vollen Zügen. Leider gibt es auch Null Wiederspielwert, die Welt ist sehr limitiert und einmal durchgespielt auch ausgelutscht. Das, und der für so wenig Spiel vergleichsweise hohe Preis, sind die einzigen schwerwiegenden Kritikpunkte, die sich diese kleine WiiWare-Perle an die Backe heften muss. Als kleines Manko sollte noch die fehlende Karte erwähnt werden. Auch wenn aufmerksame Gesellen sich schwerlich verlaufen können, hat nicht jeder so ein gutes Gedächtnis, sich alle wichtigen Punkte zu merken.

Alles andere weiss restlos zu begeistern und kann uneingeschränkt empfohlen werden. Die Grafik ist zuckersüß, die Musik herrlich meditativ, was sicherlich nicht nach jedem Geschmack ist. Doch die ganze technische Seite wäre total überflüssig, wenn es an Spielspaß mangeln würde. Und genau das ist der eigentliche Höhepunkt von LostWinds. Die Spielmechanik, vielleicht nicht unbedingt neu oder revolutionär, funktioniert super und zieht einen sofort in ihren Bann. Es hat etwas herrlich unbeschwert-naives, wie wir den kleinen Hauptcharakter Toku mit der cleveren Wiimote Steuerung durch die verwinkelten Höhlensysteme geleiten.

Wie genau gelenkt wird, könnt ihr sicherlich in etlichen anderen Publikationen nachlesen oder in Videos anschauen. Der Charme des Ganzen kann aber von keiner Linse eingefangen werden, der offenbart sich nur dem heroischen Fernbedienungs-Schwinger. Das Schöne an der Bedienung ist sicherlich, dass auch Anfänger leicht Zugang finden und die Kundschaft nicht auf Hardcore Zocker beschränkt ist, die bisher jeden Super Mario-Teil geschafft haben.

Ein paar Worte zum allgemeinen Gameplay vielleicht noch. LostWinds ist ein reinrassiger Platformer mit leichten Puzzle-Einlagen. Alles im Spiel wird durch die Macht des Windes gesteuert. Sei es Steine hochheben, Gegner besiegen, Toku zu höher- oder tiefergelegenen Plateaus geleiten oder einfach nur Dinge im Hintergrund zum Wackeln bringen. Weitere Fähigkeiten werden im Laufe des Spiel automatisch an den entsprechenden Stellen erlernt, die dann Zugang zu neuen Arealen ermöglichen. Die Rätsel sind wie das ganze Spiel Element-basiert, Feuer, Wasser und Wind sind immer die Zutaten, manches erinnert ein wenig an Zelda.

Bei mir war es so, dass ich durch die ganzen positiven Bewertungen in Netz neugierig geworden bin, aber nie wirklich etwas über das Spiel gelesen hatte (ausser den Zahlen). Ein erstes Video sah interessant genug aus, um dem Titel eine Chance zu geben. Er hat mich von Anfang an regelrecht verzaubert und war viel zu schnell wieder vorbei.

Rating: ★★★★½

Preis: 1.000 Wii Points

Nintendo Info-Seite

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