Jul 142009
 

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Wenn ihr an die witzigsten Spiele denkt, die ihr jemals gespielt habt, welche fallen euch dann ein? Ganz klar, werden die meisten sagen, die LucasArts Adventures. Und danach? Neben Conker’s Bad Fur Day und Earthworm Jim, kommen einem vielleicht noch die markanten Einzeiler des Dukes in den Sinn, doch dann ist so ziemlich Schluss mit lustig. Comedy in Spielen ist bis zum heutigen Tag ein schweres Unterfangen, was nur in den seltensten Fällen gelingt. Als bestes Medium für komische Spiele hat sich das Adventure herauskristallisiert, doch auch in diesem Genre hat sich lange nichts getan, was wirklich zum schreien komisch gewesen wäre.

Bei den lustigsten Spielen reiht sich nun nahtlos die Independent-Produktion Ben there, Dan that! ein und es ist, oh Wunder, ein Point & Click-Adventure. Die zwei Entwickler Ben Ward und Dan Marshall haben sich einfach selbst in ihr Spiel geschrieben, was die Darstellung der Charaktere natürlich erheblich vereinfacht. Im Grunde ist Ben there, Dan that! eine klassische Buddy Komödie, die Dialoge zwischen den beiden Protagonisten bieten über die gesamte Distanz mehr als genug Stoff für Lacher. Und dann ist das Spiel noch gleichzeitig als Hommage an die großartigen Vorbilder und messerscharfe Parodie auf das Genre im allgemeinen angelegt.

Das beginnt schon beim Interface, welches 1:1 aus Sam & Max – Freelance Police stammen könnte. Besonders in der Anfangsszene und den ersten beiden Räumen hört man viele Anspielungen auf Charaktere aus LucasArts-Spielen und merkt, dass die beiden Entwickler glühende Verehrer sind. Der schräge Grafikstil erinnert unweigerlich an Day of the Tentacle. Doch der Humor hat etwas frecheres, britisches, was den Titel ganz eindeutig von den großen Vorbildern abhebt.

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Die Rätsel sind ausnahmslos logisch und für erfahrene Abenteurer recht einfach zu lösen. Wer also auf der Suche nach knackschweren Rätseln ist, wird hier nicht fündig. Das stärkste Feature von Ben there, Dan that! sind dann auch nicht die Puzzles, sondern der geniale Humor und vor allem, dass der Satz „This doesn’t seem to work.“ komplett aus dem Repertoire gestrichen wurde. Jedes Verb lässt sich mit jedem Gegenstand benutzen und produziert eine andere Reaktion. Da, wo andere Spiele, die von LucasArts eingeschlossen, nur an bestimmten Stellen dem Spieler eine frische Dialogzeile anbieten, macht genau das den eigentlichen Charme von Ben there, Dan that! aus. Wer die Lösung der Rätsel weiß, kann in weniger als zehn Minuten durch das Game sausen. Wer sich aber die Zeit nimmt, alles mit allem zu kombinieren, findet die haarsträubendsten Dialoge und liegt regelmäßig auf dem Boden vor lachen.

Das empfehle ich auch jedem dringend zu tun. Selbst wenn ihr die Lösung bereits wisst, probiert vorher alle unsinnigen Kombinationen aus und erfreut euch an den Texten. Der einzige Nachteil in diesem Zusammenhang ist sicherlich die Sprachbarriere. Ihr müsst relativ fit im britischen englisch sein, um jede kleine Spitze mitzubekommen. Es hilft auch sehr, im Bereich Filme und Spiele bewandert zu sein, denn viele Jokes sind Anspielungen auf die Popkultur. In der heutigen Zeit sind wir es gewohnt, jede Dialogzeile vorgelesen zu bekommen. Auch darauf müsst ihr hier verzichten, genauso wie auf aufwendige Animationen oder eine spektakuläre Soundkulisse. Es gibt viel zu lesen, was dem ADS-geplagten Jungspund mitunter arg zusetzen wird. Aber für solche Leute sind Adventures generell sowieso keine besonders gute Idee.

Um es kurz zu machen: Wenn ihr gut englisch könnt, Adventures mögt und gerne lacht, ladet euch Ben there, Dan that! sofort runter. Ihr könnt mir später danken!

Rating: ★★★★½

Preis: 3,99€ (Steam)

Betriebssystem: Windows

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