Aug 022009

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Im Königreich “Sanha” herrschen düstere Zeiten: Nach einem vermeintlichen tödlichen Angriff der Piraten von Andalan auf ein Schiff der königlichen Flotte sind die Sicherheitsbestimmungen im Land drastisch verschärft worden. War der König bis dato für seine wohltätige Natur bekannt, haben die Einwohner nun zunehmend unter den Einschränkungen durch ihren Herrscher zu leiden. An dieser Stelle schlüpfen wir in die Rolle von Sam, einem heranwachsenden Teenager, der im Zuge der jüngsten Angriffe auch seine Mutter verlor und der sich nun ganz alleine zu Recht finden muss.

Fortan begleiten wir Sam in diesem plattform-basierten Adventure-Puzzle-Mix durch eine mittelalterliche Welt, auf der Suche nach den Übeltätern und den Mördern seiner Mutter. Scheinen diese zu Beginn eigentlich schon festzustehen, offenbart sich Sam zunehmend die wirkliche Geschichte und eine Verschwörung, die durch ihre politische Brisanz durchaus zum Nachdenken anregt.

Ein weiter Weg!

Doch bis zur Auflösung ist es ein weiter Weg. Denn ist Clover ein großes Spiel geworden und es vergehen locker einige Stunden bis man den Abspann zu sehen bekommt. Dabei ist man durch die zum Teil recht kniffligen Rätsel ebenso gefordert wie durch die immer wieder eingestreuten Sprungpassagen. Die durchwegs sehr stimmungsvolle und mit Wasserfarben vorgezeichnete Grafik sorgt mit ihren liebevollen Details zudem dafür, dass es einem auf dem Weg so schnell nicht langweilig werden kann. Auch der Sound kann durch die selbst komponierten Pianostücke durchaus überzeugen. Die freischaltbaren Extras in Form von Artworks und Designstudien bilden dabei noch das I-Tüpfelchen in diesem wirklich gelungenen Spiel.

Wo war noch mal die Karotte?

Doch auch Clover ist nicht ganz frei von Kritik. Diese bezieht sich vor allem auf das recht kleine Inventar von Sam. Man startet mit einem einzigen Inventarplatz, der sich allerdings schnell auf drei Plätze erweitert. Doch auch diese Steigerung kann es nicht verhindern, dass ständig Platzmangel herrscht. Zwar besteht die Möglichkeit, gefundene Gegenstände jederzeit an einem beliebigen Ort abzulegen (was man sich allerdings auch erst einmal merken muss), dennoch kommt es dadurch nicht selten vor, dass man am einen Ende des Königreichs einen wichtigen Gegenstand zurücklassen muss, nur um wenig später, aber weiter entfernt feststellen zu müssen, dass man den Gegenstand gerade jetzt benötigt. Lange Laufwege sind hier vorprogrammiert. Glücklicherweise gibt es ab einem bestimmten Zeitpunkt die Möglichkeit, manche Strecken abzukürzen. Andernfalls wäre man auch länger mit Herumlaufen als dem Lösen von Rätseln beschäftigt. Hier hat es sich bezahlt gemacht, an einem möglichst zentralen Ort ein kleines Warenlager anzulegen. So lassen sich die Inventarbeschränkungen und das ständige Wiederfinden von Gegenständen zum Teil wenigstens umgehen.
Ansonsten ist die Handhabung und Steuerung im Spiel sehr gut gelungen. Jeweils eine Taste ist für die Verwaltung des Inventars und die Interaktion mit der Umgebung vorgesehen. Zudem lässt sich praktischerweise jederzeit eine Spielhilfe dazu schalten, die im jeweiligen Moment anzeigt, welche Interaktionen gerade möglich sind. Sehr praktisch wenn man gerade mal nicht weiter weiß.

Wer Englisch spricht ist klar im Vorteil!

Adventuretypisch läuft auch in Clover vieles über die Sprache. Man unterhält sich mit anderen Personen und liest herumliegende Zeitungen und Hinweise. Wer dabei die englische Sprache nicht in Perfektion beherrscht, sollte zumindest ein gutes Wörterbuch zur Hand haben. Gerade wenn die Texte in englischer Mundart verfasst sind oder ungebräuchliche Wörter ins Spiel kommen, kann man mit seinem Latein schnell am Ende sein. Das soll jetzt aber nicht zu sehr abschrecken, wer mit dem Wörterbuch umgehen kann, sollte hierbei keine allzu großen Probleme haben.

Alles in allem erhält man mit Clover viel Spiel für sein Geld. Wer auf Adventures steht, auch mit Jump’n Runs etwas anfangen kann und zudem gute Englischkenntnisse mitbringt, sollte sich Clover unbedingt einmal näher anschauen. Der Download lohnt sich!

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