Aug 042009
 

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Eigentlich sollte hier so etwas wie eine Einleitung zu Weapon of Choise stehen. Aber wie das Spiel selbst möchte ich ohne Umschweife direkt zum Kern der Sache kommen: Weapon of Choice geht sprichwörtlich ab wie eine Rakete! Schon zu Beginn wird eure Spielfigur mit selbiger nämlich direkt ins Spielgeschehen geschossen. Da wird schnell klar: Hier geht die Post ab! Schließlich bedrohen Aliens und riesige Monster die Erde und es ist an euch, die Welt in diesem Side-Scrolling-Shooter von der Plage zu befreien.

Weapon of Choice bietet dabei alles, was auch seine großen Vorbilder schon zu bieten hatten. Und noch mehr! In bester Contra-Manier schießt ihr euch euren Weg durch die Levels und die riesigen Gegnerhorden, um schließlich im jeweiligen Finale einem gigantischen Endgegner gegenüber treten zu müssen. Das Spielgeschehen ist dabei so stimmungsvoll und eindrücklich in Szene gesetzt, dass euch das Game nicht mehr loslässt, bis ihr nicht auch das letzte Alien von der Erde vertrieben habt. Doch seht selbst…

Die Qual der Wahl!

Zu Beginn des Spiels wählt ihr zunächst einen von zwei Schwierigkeitsgraden und einen von zunächst drei verfügbaren Charakteren aus. Jeder dieser „Operatives“ unterscheidet sich dabei in den Merkmalen Primärwaffe und Doppelsprungfähigkeit. Dabei kann sich beides sehr stark auf das Spielgeschehen auswirken. Die Bandbreite ist hier vielfälltig: Längeres Schweben in der Luft, eine alles erschütternden Explosion und das Errscheinen eines Spiegelbildes sind hier möglich, um nur einige der verschiedenen Sprungfähigkeiten zu nennen. Die Waffen unterscheiden sich vor allem in Hinblick auf Reichweite und Feuerfrequenz. Von Flammenwerfer, über effektive Laserprojektile und fliegenden Klingen ist hier einiges geboten. Zudem ist jeder Charakter mit einem sog. Spiderpack ausgestattet, der es ihm erlaubt, automatisch an Felsen, Gebäuden und Bäumen empor zu klettern. Sogar an einigen riesigen Aliens kann man hier seine Kletterkünste beweisen. Für den richtigen Halt ist also immer gesorgt.
Damit auch sonst nichts schiefgeht, haben sich die Entwickler ein eingängiges Steuerungskonzept einfallen lassen: Die Spielfigur wird mit dem linken Analogstick gesteuert, springen kann man mit dem linken Trigger. Für die Waffe ist der rechte Analogstick zuständig, mit dem ihr jederzeit in jede Richtung feuern könnt. Dauerfeuer ist hier garantiert. Über den rechten Trigger kann man zudem eine Art „Spezialmove“ der Primärwaffe aktivieren. Je nach Charakter hat dies ganz unterschiedliche Auswirkungen auf das Spielgeschehen. Last but not least verfügen alle Kämpfer über eine Standartkanone, die über RB einschalten lässt.

Den Tod ausgetrickst…

In Games dieses Genres ist es oft üblich, dass die Spielfigur ein Leben verliert, sobald sie von einem Gegner getroffen wird. Weapon of Choice geht hier einen anderen Weg. Ähnlich wie in Prince of Persia – The Sands of Time bedeutet hier ein Fehler noch lange nicht das Aus. Gerät der Spieler in Lebensgefahr schaltet sich automatisch das sogenannte „death brushing“ ein. Es verlangsamt das Spielgeschehen und ermöglicht es so, dem sicher geglaubten Tod doch noch entkommen zu können.
Segnet ihr dennoch einmal das Zeitliche, wird einer der noch verfügbaren „Operatives“ zurück ins Kampfgeschehen geschickt und ihr müsst fortan mit diesem zurechtkommen. Die Anzahl der Operatives steht dabei für die Zahl eurer Leben. Sind alle gefallen, ist das Spiel vorbei. Allerdings gibt es hier die Möglichkeit, einen verwundeten Kameraden pro Level zu retten und sicher ins Ziel des jeweiligen Levels zu bringen. Dieser kann in der nächsten Mission dann wieder im vollen Umfang zur Verfügung stehen. Ebenso kann man durch das Retten von bereits verschollenen Kollegen (M.I.A.s) die Zahl der Leben steigern, da euch auch diese im nächsten Level dann zur Auswahl stehen.

Wie im Kino!

Neben dem wirklich gelungenen Gameplay, weiß Weapon of Choice auch durch die wahrlich gelungene Präsentation zu überzeugen. Was hier an audiovisuellen Effekten auf dem Bildschirm abgefeuert wird sucht im Bereich der Indie Games momentan seinesgleichen. Doch auch vor XBLA-Games und selbst vor einigen Vollpreisspielen braucht sich Weapon of Choice nicht zu verstecken. Hier passt einfach alles: Stimmungsvolle, bunte und von Hand gezeichnete Hintergründe, riesige und einfallsreiche Gegnersprites, effektvolle Waffen und Explosionen, und ein wirklich gelungener Gitarrensoundtrack, die das Spiel zu einer wahren Orgie für Auge und Ohr werden lassen. Hut ab!
Hier merkt man es dem Spiel an, dass der hauptverantwortliche Entwickler von „Mommy’s Best Games“ schon einige Erfahrung in das Projekt mitbrachte. Unter anderem arbeitete er vorher bei „Insomniac Games“ an der Ratchet & Clank-Reihe mit.

So, ihr glaubt das war jetzt schon alles? Weit gefehlt! Doch bevor ich zu viel verrate, solltet ihr das Game selbst ausprobieren. Insgesamt sieben spielbare Charaktere, interessante Storywendungen, vier (!) unterschiedlichen Enden, versteckte Levelabschnitte und -abkürzungen usw. warten darauf, von euch entdeckt zu werden. Habt Spass!

Rating: ★★★★★

Preis: 400 Microsoft Points (Zum Marktplatz)

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