Wie alt Tangram nun wirklich ist, darüber scheiden sich die Geister. Die erste gedruckte Referenz stammt aus einem chinesischen Buch, welches sich um 1813 datieren lässt. Falls ihr den Namen noch nie gehört habt, folgt hier eine kleine Regelkunde. Tangram ist ein Legespiel, welches mit sieben Plättchen (zwei große Dreiecke, ein mittelgroßes Dreieck, zwei kleine Dreiecke, ein Quadrat und ein Parallelogramm) gespielt wird. Diese entstehen, wenn man ein Quadrat “zerschneidet”. Die Vielfalt der Figuren, die sich mit diesen Teilen legen lassen, ist schier unerschöpflich. Ziel einer jeden Aufgabe für den Spieler ist es, nur anhand einer Silhouette diese Figur mit den Plättchen ohne Überschneidungen nachzulegen.
Was sich auf den ersten Blick vielleicht nicht besonders schwer anhört, entpuppt sich bei näherem hinsehen als unheimlich verzwickte Aufgabe (nichts ist wie es scheint). In Golden Tangram dürft ihr euer Knobelgeschick an 250 Figuren erproben oder selbst eigene entwerfen (und speichern). Unterteilt sind diese noch einmal in drei Kategorien (Tangram, Pythagoras und Kreuzbrecher), die sich jeweils durch die Form der Plättchen unterscheiden. Der erste Titel unter den XLIG von Spyn Doctor Games macht bereits einen sehr professionellen Eindruck. Grafik, Sound und Menüs sind für ein Puzzlespiel auf absolut gehobenem Standard. Ein kleines Tutorial bringt auch dem absoluten Neuling die Welt des Tangram schonend bei.
Brennpunkt Steuerung
Da nur mit einem Joypad gesteuert wird, muss man auf einige Komfortfunktionen die man mit einer Maus hätte (wie etwa verschieben von Plättchen-Gruppen), leider verzichten. Auch filigrane Manöver gehen stellenweise etwas fummelig von der Hand. Insgesamt ist die Steuerung anfangs zwar etwas gewöhnungsbedürftig, geht nach und nach aber in Fleisch und Blut über. Viel besser lassen sich die Funktionen wohl nur schwerlich auf das Joypad übertragen.
Als einzigen kleinen Kritikpunkt, neben meiner totalen Unfähigkeit auch nur eine Vorlage zu lösen, könnte man ein fehlendes Hint-System aufführen, dass einem beim legen des ersten Blättchens hilft. Außerdem ist es schade, dass die Pattern alle namenlos sind, obwohl sie etwas repräsentieren. Schaut man aber einem echten Meister beim lösen der Puzzle zu, wird einem die Genialität von Tangram erst so richtig bewusst. Zusammen an der Lösung zu grübeln und mitzufiebern, wenn sich die Erfolgsanzeige füllt, sind alleine schon die absolut spottbilligen 80 Punkte (etwa ein Euro) wert.
Wenn ihr mit dem Thema etwas anfangen könnt, braucht ihr keine Sekunde zu zögern und dürft euch Golden Tangram sofort zulegen. Es wird eure grauen Zellen einige Zeit auf Trab halten.
Preis: 80
Microsoft Points (Zum Marktplatz)
Wertung:












[...] deutsche Ein-Mann-Studio Spyn Doctor Games von Johannes Hubert hat uns bereits mit Golden Tangram und Kuchibi hervorragende Indie-Games beschert. Und nun wurde endlich auch sein dritter Titel in [...]