Okt 072009
 

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Da dachte man schon als geneigter Spieleinteressierter alle Variationen des Match 3-Konzepts gesehen und gespielt zu haben, wird dann aber tatsächlich von Totem mit eine frischen Ansatz überrascht. Musik, Grafik und Spielmechanik sind vergleichsweise professionell geraten und bringen das gewollte Indianerflair sehr gut rüber. Allerdings brauchen sich Peggle-Anhänger, Casual-Tanten und Schattenparker gar nicht erst an der Demo versuchen, denn schon auf dem niedrigsten Schwierigkeitsgrad wird hier bockschwere Knobelkost geboten.

Von der ersten Sekunde an kämpft man um das blanke überleben. Während die frühen Level noch mit wenigen Reihen der Pfähle auskommen, beginnt spätestens mit dem komplett gefüllten Bildschirm der Ernst des Lebens. Mit jeder neuen Stufe gesellt sich ein neues Totem oder eine Variation hinzu (Eis, Feuer), die zwar alle farb- und formlich andersartig gestaltet sind, aber im Eifer des Gefechts dennoch keine gute Übersicht gewähren.

War einmal ein Totempfahl

Ziel in jedem Level ist es, alle Bodenplatten durch herunterfallende Blöcke zu zerstören. Dies gelingt nur, wenn kein anderer Stein darauf ruht. Die Köpfe können nicht durch einfaches nebeneinander schieben gelöscht werden, sondern brauchen einen Bumms von oben. Es genügt völlig, wenn zwei gleichartige Blöcke direkt kollidieren, nach oben hin sind keine Grenzen gesetzt. Zusätzlich verschwinden bei diesem Manöver alle Steine der selben Art, die sich in direkt angrenzender vertikaler Linie befinden. Die zweite Möglichkeit die Steine zu egalisieren ist ähnlich, wenn mindestens zwei gleiche aufeinandergestapelt werden, genügt die Kraft eines beliebigen anderen Kopfes, der von oben auf die Reihe plumpst. Um die Sache nicht zu einfach zu machen, lassen sich Köpfe horizontal nur verschieben, wenn sie sich an der höchsten Stelle befinden und sich kein anderer direkt daneben befindet. Das vertikale Verschieben ist dagegen jederzeit möglich.

Durch Combos verdient man sich Extras, die auch dringend nötig sind. Allerdings wird kein einziges irgendwo im Spiel beschrieben, weshalb man zu Beginn relativ hilflos am rumprobieren ist. Überhaupt gestaltet sich Totem alles andere als zugänglich, was auch den stärksten Kritikpunkt darstellt. Es dauert eine gefühlte Ewigkeit, bis die Mechanik auch in die letzten Gehirnwindungen vorgedrungen ist, was in der heutigen Zeit für ein Spiel schnell das Todesurteil bedeuten kann.

Wer sich aber die Zeit nimmt und die Mühe macht, sich in das eigentlich nicht sonderlich komplexe, aber mangels Anleitung und viel Action auf dem Schirm doch verdammt schwere Puzzlespiel hineinzufuchsen, der bekommt einen ausgefeilten, motivierenden und einzigartigen Titel für unter einem Euro.

Rating: ★★★★☆

Preis: 80 Microsoft Points (zum Marktplatz)

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