Mrz 052010
 

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Der etwas dickleibige Dr. Diggabone sieht nun nicht wirklich aus wie Indiana Jones. Doch was macht er in seinem ersten Spiel, statt etwas für seine Figur zu tun? Er lässt uns die ganze Arbeit machen. Der faule Sack bewegt sich doch tatsächlich keinen einzigen Millimeter selber! Erinnert ihr euch noch an das Bonuslevel aus dem allerersten Sonic the Hedgehog (das knallbunte, das sich im Kreis dreht)? Aus dieser Idee hat Entwickler Sarakan ein komplettes Game gestrickt. Der Protagonist steht quasi immer auf der Stelle und wird lediglich durch das Rotieren des Labyrinths bewegt. Dieser Effekt kommt auf den Screenshots null ‚rüber und wer sich ein Video anschaut könnte meinen, dass man nach ein paar Minuten mit diesem Titel aus vollem Herzen brechen müsste.

Dem ist aber nicht so, eher das Gegenteil ist der Fall (man isst etwas??). Die Rotation kommt meist nur sehr gefühlvoll zum Einsatz, was sich sehr schonend auf den Magen auswirkt. Lazy Raiders spielt sich einfach exzellent und hat einen unheimliche „Flow“, der einem aber erst nach einiger Zeit mit dem Spiel zuerst bewusst wird und dann in Fleisch und Blut übergeht. Der Schwierigkeitsgrad bleibt bis zum letzten der 80 Level immer moderat, was aber nicht bedeutet, dass Profis hier keine Herausforderungen finden. Wer nämlich in der weltweiten Bestenliste ganz nach vorne kommen möchte, muss zu gleichen Teilen präzise und schnell arbeiten.

If I had a golden Spitzhacke

Die Stufen sind immer in Fünferblocks aufgeteilt. In den ersten vier lautet die oberste Direktiven, die goldenen Spitzhacke zu erreichen. Was ein echter Grabräuber ist, der versucht aber auch alle herumliegenden Edelsteine zu sammeln und sämtliche Fallen und Gegner zu eliminieren. Denn nur so lassen sich bestimmte Punktzahlen erreichen, die drei goldene Idole auf dem Bildschirm zugänglich machen. Im fünften Level des Blocks warten zwar die gleichen Mechanismen, allerdings gilt hier das Augenmerk nur einem einzigen Relikt, das einem berühmten Vorbild nachempfunden wurde (z.B. der Kristallschädel aus Indiana Jones). Hier lauert auch immer ein Dieb, der uns die Schätze vor der Nase wegschnappt wenn wir nicht vorsichtig sind und wenn dieser das Relikt vor uns erreicht (was er ja nur durch unser Zutun schaffen kann), muss das Level noch mal von vorne begonnen werden.

Auf dem Weg durch die insgesamt 80 Stufen rollt man u.a. Schneebälle über schneebedeckte Flächen die dadurch wachsen, lässt Kisten an Feuerfontänen explodieren um Durchgänge zu öffnen oder lästige Fledermäuse zu beseitigen, beseitigt mit Eiskugeln spitze Holzstücke und begegnet in jeder thematisch angesiedelten Welt neuen Elementen, die sich der Physik unterordnen. Die farbigen Schlüssel sind von Anfang an mit von der Partie, diese öffnen immer das gleichfarbige Gegenstück. Hier ist meist Vorsicht geboten, welche Tür man wann öffnet und an welcher Stelle sich Dr. Diggabone gerade befindet. Sterben ist zwar auch möglich, aber das Ableben zieht lediglich Punkte (Geld) vom aktuellen Guthaben ab und schmälert somit nur die Gesamtleistung, hindert aber nicht das Vorankommen.

Lazy Raiders macht überraschend viel Spaß und man legt das Joypad erst wieder zur Seite, wenn man jeden einzelnen Schatz aus den Tiefen der Gräber geborgen hat. L und R drehen das Labyrinth, mit dem rechten Thumbstick darf stufenlos gezoomt werden, was aber nur in den seltensten Fällen wirklich etwas bringt (außer um einen besseren Blick auf die hübsche Optik zu erhaschen). Die Langzeitmotivation ist durch die Bestenliste gewährleistet, mit etwa 10 Stunden bis zum Ende wird darüber hinaus ein ordentlichen Gegenwert für den geringen Preis geboten.

Rating: ★★★★½

Preis: 0,89€

Kompatibilität: universell

Homepage / App Store

Preis: 800 Microsoft Points (zum Marktplatz)

Unlockables: Avatar Auszeichnungen (3), Spielerbilder

Homepage (Entwickler) / Forum

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