Mai 162010
 

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So etwas sieht man nicht oft: Das Indie-Studio W!Games hat nicht nur das erste Spiel veröffentlicht, sondern auch gleich eine komplette fiktionale Welt erdacht, in der nach und nach immer mehr Titel quer durch die Genres stattfinden sollen. Mistbound wurde stark von der industriellen Revolution des 19. Jahrhunderts inspiriert, vor allem die Auswirkungen auf die Umwelt finden starke Thematisierung. Obwohl mit den Maschinen großer materieller Reichtum Einzug in Mistbound gehalten hat, steht die Welt nun am Abgrund. Vier verfeindete Fraktionen streiten um die letzten verbleibenden Ressourcen und auch die idyllischsten Landstriche laufen Gefahr, für immer zu verschwinden.

Der Name des ersten Games – Greed Corp – passt zu diesem Thema, wie die Faust aufs Auge. Das Spielprinzip lässt sich stark mit einem Brettspiel vergleichen, es ist sehr taktisch und rundenbasiert. Trotz der relativ überschaubaren Möglichkeiten, lassen sich recht viele Strategien anwenden. Der besondere Twist sei hier in der Einleitung noch kurz erwähnt: Geld verdienen ist nur möglich, in dem das Spielfeld zerstört wird!

Der Überblick

Das Herzstück von Greed Corp ist zunächst die Kampagne, die in vier Kapitel unterteilt wurde (für jede Fraktion eine). Wichtig anzumerken ist hier, dass sich die Fraktionen lediglich optisch voneinander unterscheiden. Alle Einheiten sind komplett identisch. Wichtig auf dem Spielfeld sind zunächst zwei Dinge: Jedes hexagonale Feld hat eine Höhenangabe und wenn es zu einer Fraktion gehört, die entsprechende Farbe. Letzteres ist bedeutsam, da nur auf bereits eroberten Feldern größerer Wegstrecken auf einmal zurückgelegt werden können, auf neutralen Feldern ist die Geschwindigkeit der eigenen Truppen auf ein angrenzendes Feld pro Runde beschränkt. Eine weitere zentrale Regel lautet: Alles was gebaut wird, kommt erst in der nächsten Runde zum Einsatz.

Um die Einheiten kurz aufzuzählen (es sind nicht viele):

– Der Walker tut genau das, nur mit dieser Einheit kann man sich bewegen und angreifen
– In der Fabrik werden Walker und Transporter gebaut, sowie Munition für die Kanone
– Kanone sind stationär, haben eine festgelegte, unveränderliche Reichweite und müssen mit Munition versorgt werden
– Der Transporter ist die einzige Möglichkeit, bis zu 16 Walker auf einmal über einen Abgrund zu bewegen
– Die Erntemaschine erwirtschaftet Geld auf Kosten der Stabilität des Spielfeldes

Geld regiert auch die fiktionale Welt Mistbound, ohne den schnöden Mammon geht gar nichts. Es lässt sich nur auf drei Arten verdienen: a) Das feste Einkommen pro Runde steigt erst, wenn die Anzahl der Felder sinkt. b) Bei der Übernahme einer feindlichen Fraktion gehen alle Besitztümer in die Taschen des Eroberers über. c) Die Ernte erwirtschaftet bare Münze für jedes angrenzende Feld, allerdings wird dadurch die Höhe jeweils um eins gesenkt und eine einmal aufgestellte Maschine lasst sich nicht mehr entfernen, lediglich das komplette Feld per Selbstzerstörung inklusive aller Folgen. Der Kampf wurde ganz einfach geregelt, für jede angreifende Einheit verschwindet eine verteidigende.

Holpriger Einstieg, aber dann wird alles gut

Soweit die elementarsten Bestandteile von Greed Corp. In der Einzelspieler-Kampagne schaltet jede der 28 Missionen eine Karte für den Multiplayer frei. Hier dürfen sich bis zu vier Spieler in einer beliebigen Kombination aus on- oder offline Menschen und Bots bekämpfen. Für verschiedene Errungenschaften schaltet man Ränge frei, von denen es ebenfalls sehr viele gibt (um die 20). Wie ihr an den bisherigen Zeilen unschwer erkennen könnt, ist der erste Titel von W!Games nichts für ungeduldige Naturen oder Action-Freaks. Auch nach dem Tutorial hat man noch absolut keinen Schimmer, was denn nun eigentlich zu tun ist. Es dauert drei bis vier Partien, bis die Mechanik zumindest ansatzweise in Fleisch und Blut übergeht. Aber bis man wirklich den kompletten Überblick über die Möglichkeit erhält, fließen noch einige Hektoliter den Fluß hinunter.

Wer aber seine Spiele gerne rundenbasiert und taktisch mag, der sollte Greed Corp eine Chance geben. Die Idee mit dem sich auflösenden Spielfeld, je länger eine Partie dauert, ist wirklich toll umgesetzt, bisher einzigartig und bietet viel Raum zum experimentieren. Etwas schade ist nur, dass sich die Kamera nicht frei bewegen lässt, die Züge der Computergegener nicht beschleunigt werden können und auch kein speichern während einer Mission möglich ist. Doch auch diese kleinen Kritikpunkte ändern nichts daran, dass das Erstlingswerk der Niederländer als durchweg gelungen zu bezeichnen ist.

Rating: ★★★★☆

Preis: 9,99€ (Steam)

Betriebssystem: Windows

Homepage / Forum (Steam)

Preis: 9,99€ / $9,99

Homepage / PlayStation-Infoseite

Preis: 800 Microsoft Points (zum Marktplatz)

Unlockables: keine

Homepage / Forum

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