Mai 162010
 

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Was für Braid die Zeit darstellt, ist für Zoomazoom die Physik. Das von vier Entwicklern im Indie-Bereich herausgebrachte Spiel präsentiert sich in einem biederen, unaufgeregten, funktionalen 2D-Look ohne visuelle Dreingaben. Als alles andere als schlicht erweist sich aber die spielerische Komponente, die des Öfteren die Lust eindämmende Frustrationsgrenze in alarmierenden Ausmaßen überschreitet.

Ähnlich wie in Super Monkey Ball steuern wir ein in einer Kugel sitzendes, süße Töne von sich gebendes Äffchen, das sich aufgrund seiner Verkleidung zum Unwillen des Spielers nervtötenderweise oft renitent verhält. Doch gerade dadurch kommt die Physik zum Tragen, die sich als elementares Spielprinzip als Grundpfeiler des Gameplays ausnimmt. In jedem Level sind fünf Goldmünzen versteckt, die ihr zum Freischalten neuer Räume einsammeln müsst. Wie bei Braid genügt es also nicht, von A nach B zu rennen. Ihr müsst stattdessen versuchen, so ausgiebig wie möglich Beute zu machen, was sich besonders in späteren, fortgeschrittenen Levels als schwerer Klimmzug herausstellt.

Ein Tod kommt selten allein

Eine Vorwarnung vorweg: macht euch auf zahlreiche Todesfälle gefasst! Wir rennen durch die verzwickten Räume, sammeln so viel wie möglich Goldtaler ein und sind froh, wenn wir unversehrt die Levelausgangstür erreichen. Doch mit dem simplen hin und her Gehopse ist es nicht getan: In Räumen sind Items verteilt, die ihr zu eurem Vorteil strategisch einsetzen müsst. So erhaltet ihr z.B. Raketen oder einen Enterhaken, den ihr überlegt und eurer Umgebung entsprechend anwenden müsst.

So müsst ihr z.B. eine Decke in ihre Einzelteile zerlegen, um in einer unteren Ebene eine gefährliche Fläche zu überqueren. Das Spiel ist mit netten, intelligenten Ideen gespickt und erweist sich als überraschend klug durchdacht. Doch ich musste mich an einigen Stellen richtig durchbeißen und mich am letzten Halm der schwindenden Motivation klammern, um das Spiel nicht vorschnell aus der Hand zu geben. Die Handhabung des putzigen Äffchens erweist sich als unnötig kompliziert. Haarfeine Sprünge erweisen sich als wagemutiger Drahtseilakt und viele Tode entspringen einer klitzekleinen Unachtsamkeit, die nur deshalb bestraft wird, weil das Spiel in der Regelauslegung einfach knallhart ist.

Für schlafwandlerisch sichere Skalpell-Hände

Alles in allem ein mit netten physikalischen Spielereien durchsetztes Spiel, das aber oft mehr Frust als Lust hervorbrechen lässt. Für Tüftler bietet das Spiel einen netten Editor zum Erstellen eigener Räume, die ihr dann auch mit Freunden teilen könnt. Für Leute, die in ihrer Freizeit gerne mit Hubschraubern auf Bierdeckeln ihre Landeübungen absolvieren vielleicht das richtige Spiel, für Gelegenheitsspieler dagegen, die chirurgenpräzise Handgriffe bei Videospiele für unangebracht halten, eher die falsche Wahl.

Rating: ★★★☆☆

Preis: 80 Microsoft Points (Demo runterladen)

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