Jun 302010
 

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Ihr seid es leid in euren Dualstick-Shootern auf bunte, geometrische Figuren zu ballern und lediglich den Highscore nach oben zu treiben? Dann habe ich genau das richtige für euch. Denn AQUA – Naval Warfare von Games Distillery kann neben Action ohne Ende auch mit hohen Produktionsstandards im audio-visuellen Bereich glänzen. Die komplette Story wurde von Sprechern vertont, die orchestrierte Musik hört sich super an und von der Konzeptzeichnung bis zum fertigen 3D-Modell sieht AQUA einfach toll aus. Der kaiserlich-viktorianischen Stil (aka Steampunk) wurde gut umgesetzt und verleiht dem Spiel einen unverwechselbaren Look in diesem Genre. Das Einzige was die optische Pracht ein wenig schmälert ist ein Tearing-Streifen in der Mitte des Bildes, wenn in bestimmte Richtungen gescrollt wird.

Vom spielerischen her werden keine großen Überraschungen geboten. Die primäre Bewaffnung ist nahezu pausenlos im Einsatz und wird durch Minen sowie Torpedos unterstützt. Insgesamt acht verschiedene Geschützarten lassen sich im Laufe der Kampagne freischalten, die auf drei unterschiedlichen Schiffstypen zum Einsatz kommen. Das Speedboat beispielsweise hat die höchste Endgeschwindig- und Manövrierfähigkeit, was natürlich auf Kosten der Panzerung geht. Dafür kann der Kapitän des flotten Boots auf drei verschiedene Torpedo-Arten zurückgreifen, deren Munition sich zudem mit der Zeit selbstständig regeneriert. Das langsame, aber hartnäckige Gunship ist der komplette Gegenentwurf dazu, mit der größten Auswahl an Waffen, die gleichzeitig den meisten Schaden anrichten.

Viel Unterstützung

An bestimmten Stellen darf der Schiffstyp inklusive Bewaffnung selbst zusammengestellt werden. Ebenso lassen sich hier diverse Upgrades auswählen (dreizehn an der Zahl wie höhere Geschwindigkeit, mehr Schaden, stärkere Panzerung etc.), die es erst in den Leveln zu entdecken und einzusammeln gilt. Als letzte Hilfe gegen die zahlenmäßig überlegenen feindlichen Horden stellen die Entwickler euch eine Gruppe von vier kleineren Schiffen zur Seite. Diese sind nicht das ganze Spiel über aktiv, sondern nur zu bestimmten Zeiten. Die vier unterschiedlichen Typen haben alle ihr Stärken und Schwächen (Heiler, Kämpfer usw.), je nach Situation stehen andere Befehle zur Verfügung, die per Knopfdruck erteilt werden dürfen.

Solide Actionkost mit leichten Schwächen

Beim Missionsdesign hat sich Games Distillery wirklich bemüht, die Action auf die Story abzustimmen. Leider ist diese Story weder besonders interessant noch irgendwie innovativ, aber schon alleine die Tatsache, dass es eine Geschichte gibt, kann man in diesem Genre nicht hoch genug anrechnen. Besonders hübsch sind auch die Comic-Sequenzen zwischen den Missionen gelungen. Nicht so toll dagegen hören sich die Synchronsprecher an, deren Qualität leider nicht mit den übrigen Produktionsstandards mithalten kann. Die Ziele der Aufträge wurden gut variiert, so dass beim Ballern durch die Kampagne keine Langeweile aufkommt. Mal eskortiert man freundlichen Einheiten, mal müssen gegnerische Schiffe vom erreichen eines Punktes abgehalten werden, dann gibt es wieder etwas filigranere Bereiche, in denen Kämpfe durch vorsichtige Spielweise (Stealth quasi) gemieden werden können.

Alles in allem ist das Layout der Mission prima gelungen, allerdings hätten einige Ansätze gerne noch etwas weiter ausgebaut werden können, wie etwa einen größeren Schwerpunkt auf entdecken zu legen oder ein ausgefeilteres System für das Freischalten der Schiffe, Waffen und Upgrades. Ebenfalls gut gelungen ist das Gegnerdesign. Jedes feindliche Boot verfügt über eine bestimmte Bewaffnung und andere Angriffsstrategien. Kleinere Schiffe treten oft im Rudel auf, mittlere aktivieren in bestimmten Intervallen Schilde und die großen Brocken können nur in eine Richtung angreifen.

Der Rest vom Schützenfest (inkl. Fazit)

Ein Mehrspieler-Modus wurde auch nicht vergessen, allerdings kann dieser lediglich offline und mit maximal zwei Personen gespielt werden. Geboten werden die beiden Modi Überleben (zusammen gegen den Computer) und Rennen (gegeneinander auf Zeit, Punkte oder Checkpoints). Eine nette Dreingabe, aber sicherlich nichts was wirklich lange vor die Konsole fesselt. Den Überlebensmodus gibt es auch im Singleplayer, wie man das so kennt, mit immer stärker werdenden Gegenerwellen.

Somit bleibt unter dem Strich ein sehr solider Action-Titel, der sich wirklich sehen lassen kann. Wären einige Elemente nicht ganz so traditionell bzw. überraschungsarm geraten, hätte einer noch besseren Wertung nichts im Wege gestanden. Für den Preis von zehn Euro erhält jeder Fan von Action- bzw. Ballerspielen ein sehr ordentliches Produkt. Ladet euch einfach mal die Demo runter und gebt AQUA ein Chance. Die hat es wirklich verdient!

Rating: ★★★½☆

Preis: 4,99€ (Steam)

Betriebssystem: Windows

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Preis: 400 Microsoft Points (zum Marktplatz)

Unlockables: Avatar Auszeichnungen (2), Spielerbilder

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