Jul 062010
 

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Wer bei diesem Namen ein Spiel für Kinder erwartet, liegt komplett daneben. Die einzige Verbindung zur Peanuts-Lizenz lässt sich an den, in Snoopys Fantasie vorkommenden, Luftkämpfen auf der Hundehütte festmachen. Im Spiel selber stehen Charlie Brown und Co. lediglich als stumme Piloten bereit. Doch es ist nicht das erste Mal, dass die Erdnüsse sich in die Lüfte erheben. Bereits 2006 war dies in Snoopy vs. the Red Baron für PC, PS2 und PSP möglich. Das Core-Gameplay der beiden Titel ähnelt sich sehr, kein Wunder, denn der Entwickler lautet in beiden Fällen Smart Bomb Interactive.

Wenn ihr schon mal im Pilotensessel der Rogue Squadron-Serie oder von Crimson Skies Platz genommen habt, dann dürfte euch der Einstieg in Snoopy Flying Ace nicht schwer fallen. Der Löwenanteil der Zeit wird damit verbracht, feindliche Flugzeuge vom Himmel zu holen. Zu diesem Zweck stehen eine große Auswahl an Maschinen und Waffen zur Verfügung.

Ein Doppeldecker alleine macht noch keinen Sommer

Einzel- und Mehrspieler-Modus unterscheiden sich gehörig voneinander. Wer sich zunächst für die Kampagne mit ganz leichten Story-Elementen entscheidet, bekommt spielerisch etwas mehr Abwechslung geboten. Es warten neben den obligatorischen Dogfights auch Wettrennen durch Ringe, Missionen im Sessel eines Flugzeuges, an Bord eines Bombers und in einem Flak-Geschütz, Verfolgungsjagden mit Kunstflugeinlagen, Schlachten gegen riesige Zeppeline und einiges mehr. Das Tolle an diesem Modus ist, dass er auch im Koop zu zweit an einer Konsole oder online angegangen werden darf. Dabei ist es völlig egal, in welcher Zusammensetzung die Missionen erledigt werden, der Fortschritt der Kampagne gilt übergreifend.

Bevor es ernst wird, darf man sich das Gerät für die folgenden Anforderungen individuell zusammenstellen. Während die Piloten (inkl. des eigenen Avatars) lediglich optisch einen Unterschied machen, ist die Wahl des fliegenden Untersatzes schon bedeutungsvoller. Etliche Maschinen stehen in drei Klassen zur Verfügung, die sich in den drei Werten Geschwindigkeit, Panzerung und Wendigkeit unterscheiden. Am aller wichtigsten ist schlussendlich aber die Zusammenstellung der Bewaffnung.

Unterschiedliche Herangehensweisen

Das MG, welches mit dem rechten Trigger zum Einsatz kommt, gehört zur Grundausstattung (Primärwaffe). Schon mit diesem vergleichsweise harmlosen Geschütz schaffen es Profis mit Leichtigkeit, andere Flugis vom Himmel zu holen. Die Auswahl der beiden Sekundärwaffen (aus insgesamt dreizehn verschiedenen) gestaltet sich dagegen schon erheblich kniffliger. Hier spielen nicht nur persönliche Vorlieben eine Rolle, je nach Zusammenstellung ändert sich die taktische Herangehensweise auch komplett. Zielsuchende Systeme fügen generell weniger Schaden zu als jene, die mehr Fingerfertigkeit vom Spieler abverlangen.

Die Punkte Munition (lädt sich in Schusspausen automatisch wieder auf) und Nachladegeschwindigkeit wirken sich in der Kombination auf die Feuerrate aus. Es stehen sowohl Waffen für den Nahkampf (Dreschflegel, Schrotflinte) und zur Verteidigung nach hinten (zwei unterschiedliche Minentypen), als auch verheerende Fernwaffen zur Verfügung. Hier bietet Snoopy Flying Ace viel Raum zum experimentieren und zur Personalisierung des Spielgefühls.

Ein heilloses Durcheinander

Wie weiter oben schon erwähnt, ist der Online-Modus ein ganz anderes Kaliber. Es stehen zwar diverse Modi bereit – CTF, Dogfights im Team oder jeden gegen jeden, Football und Hundeknochen – die oberste Direktive in allen lautet jedoch „Ballern was das Zeug hält“. Auf jeder der acht Karte lassen sich zwei Geschütztürme besetzen, außerdem tauchen an diversen Stellen Extras für temporäre Verbesserungen auf (unendlich Schuß, unverwundbar, unsichtbar, Speed Up und Turbo). Glücklicherweise ist es schon in der Demo möglich, hier einmal Probe zu spielen. Eine Partie mit fünfzehn anderen Piloten fühlt sich zunächst überaus chaotisch an, erst mit der Zeit und etwas Übung löst sich dieses Gefühl nach und nach auf.

Das ist auch der einzige schwere Kritikpunkt an diesem ansonsten hervorragenden Arcade-Titel. Das Online-Rangsystem motiviert verteufelt, bis zum Fliegerass (Rang 100) vergehen locker zwischen 15 und 20 Stunden. Addiert man diese Zeit zum Einzelspieler, wird für den Preis von ca. 10€ eine Menge Spiel fürs Geld geboten. Lasst euch nicht von dem harmlos wirkenden Namen „Snoopy“ im Titel abschrecken. Wenn Arcade-Flugzeugspiele euer Ding sind, dann stehen die Chancen gut, dass Snoopy Flying Ace auch euer Herz schon bald im Sturm erobern wird.

Rating: ★★★★☆

Preis: 800 Microsoft Points (zum Marktplatz)

Unlockables: Avatar Auszeichnungen (2), Spielerbilder

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