Jul 132010
 

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Ich muss zu meiner Schande gestehen, dass ich bis zum erscheinen auf der Xbox 360 bisher nichts von der Existenz dieses Spiels wusste. Und das mir, einem echten Duke Nukem 3D-Fan! Zu meiner weiteren Verwunderung musste ich feststellen, dass 3D Realms fünf Jahre nach dem grandiosen Ego-Shooter (1996) einen waschechten Platformer (bzw. ein Run & Gun) auf die Menschheit losließ.

Zunächst war ich wenig angetan von den Screenshots, was noch bekräftigt wurde von Kommentaren einiger Bekannter. Doch zu meiner Überraschung bietet Duke Nukem: Manhattan Project unverfälschtes Duke-Flair und macht sogar richtig Spaß! Manch einer glaubt vielleicht, dass der Übergang in ein mit weniger Dimensionen ausgestattetes Genre einem Rückschritt für die Serie gleichkommt. Allerdings waren bereits die ersten beiden Duke Nukem-Teile in diesem Genre angesiedelt, weshalb diese Auskopplung eher eine Rückkehr zu den Wurzeln darstellt.

Veraltete Technik…

Die Optik aus dem Jahr 2002 wurde nahezu unverändert für die Arcade-Portierung übernommen und macht heutzutage natürlich lange nicht mehr so viel her wie damals vielleicht. Sämtliche Charaktermodelle weisen niedrige Polygon-Zahlen auf und kommen sehr blockig ‚rüber. Die Texturen gehen noch einigermaßen in Ordnung, insgesamt also nichts für Grafikfetischisten, aber für dieses Genre, welches ja vornehmlich im 2D-Bereich zu Hause ist, dennoch absolut ausreichend.

Bei der Steuerung gibt es nicht viel zu meckern, wenn ein mal punktgenaue Sprünge verlangt werden, gehen diese gut von der Hand. Einzig im vereisten Container-Level nerven einige Glitches beim Versuch diverse Kisten zu überspringen. Die Auswahl der Waffen ist freilich nicht so komfortabel am PC, wer aber bereits länger an Konsole spielt, sollte sich an diesen Umstand mittlerweile gewöhnt haben.

…zeitloses Gameplay

So weit die technische Seite, was hat Manhattan Project spielerisch drauf? Oh, eine ganze Menge. Die für dieses Genre üblichen Aktionen wie laufen, springen, schießen und an Kanten hangeln, haben die Entwickler einige lustige Features eingebaut. Zum einen ist es möglich, an allen Stellen die mit einem grünen Pfeil gekennzeichnet sind, in das Bild hinein oder heraus zu laufen. Dieser Ebenenwechsel hat zwar keinen Einfluss auf das zweidimensionale Gameplay, verleiht der Levelstruktur aber eine gute Portion Tiefe und Komplexität. Zwar gibt es auch Stufen, bei denen man durch immer gleich aussehende Korridore fast in den Wahnsinn getrieben wird (eine Karte oder ein Pfeil Richtung Ausgang hätten hier Wunder bewirkt), aber größtenteils ist dieses Feature eine echte Bereicherung.

Aber das beste an Manhattan Project ist zweifelslos der „Duke-Faktor“, denn das Game hat viele Elemente zu bieten, die schon Duke Nukem 3D so großartig machten. An die witzigen Einzeiler hat man sich ja bereits gewöhnt, sie gehören zu einem Duke-Titel wie das Salz in die Meersalzbutter. Glücklicherweise wurde eine gute Mischung aus alten und neuen Sprüchen gefunden, so dass auch bei langjährigen Fans keine Langeweile aufkommt. Einige Gadgets wie das Jet Pack und die Pipebomb wurde super in das Gameplay integriert, sogar der Schrumpfstrahler ist mit von der Partie! Ebenfalls mit an Bord sind die einsammelbaren Gegenstände (Nukes, Babes, bunte Schlüsselkarten) und vor allem etliche Verstecke. Ich hätte es vorher nicht für möglich gehalten, dass man so viele geheimen Bereiche in einem Platformer (der nicht Mario im Namen trägt) unterbringen kann.

Half man, half animal. All dead.

Wenn ihr also die PC-Version noch nicht kennen solltet und euch für Run and guns und/oder Duke Nukem begeistern könnt (am besten beides), dann könnte Manhattan Project durchaus etwas für euch sein. Nach anfänglicher Skepsis und einigen frustigen Momenten, gefällt mir dieses Game mittlerweile eigentlich ganz gut. Auch der Umfang stimmt, ganze 24 Levelabschnitte warten darauf, von den Mutanten befreit zu werden.

Rating: ★★★½☆

Preis: $5,99 (GOG)

Betriebssystem: Windows

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Preis: 800 Microsoft Points (zum Marktplatz)

Unlockables: Avatar Auszeichnungen (2), Spielerbilder

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