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Konami will’s wissen. Dieses Jahr erscheinen gleich zwei Castlevania-Titel die das Potential haben, langjährige Fans vor den Kopf zu stoßen. Harmony of Despair geht dabei das optisch geringere Risiko ein, bietet dafür im Gameplay ungewohnte Kost. Die 2D-Grafik ist so hübsch und detailliert, wie man es von der Serie gewöhnt ist und auch die meisten grundlegenden Bestandteile sind wieder mit an Bord. Dafür wurde ein Hauptelement, nämlich die Erkundung eines riesigen Areals, welches seit Symphony of the Night als Markenzeichen Einzug in die Reihe gehalten hat, komplett gestrichen.

Stattdessen passt jeder der sechs Level komplett auf den Bildschirm und alle Aktivitäten sind jederzeit ersichtlich. Das Areal, in dem sich der Spieler aufhält, lässt sich in vier Stufen zoomen und in jeder läuft das Spiel ganz normal weiter. Das vordergründige Ziel jeder Stufe ist es, sich einen Weg zum Boss zu bahnen und ihm den Garaus zu machen. Entweder begibt man sich auf dieses Unterfangen ganz alleine oder mit bis zu fünf Mitspieler. Dabei ist es nicht möglich, mit mehreren Personen an einer Konsole zu spielen; wer Multiplayer möchte, muss online gehen.

Bekanntes Chassis, doch unter der Motorhaube ist vieles anders

Das Zeitlimit von dreißig Minuten pro Durchgang ist eigentlich nur ganz zu Anfang ein kleines Problem. Mit steigenden Fähigkeiten, höherer Mitspielerzahl und besserer Kenntnis der Level rückt es zusehendes in den Hintergrund. Im Einzelspieler ist nach dem Ableben des einzigen Charakters sowieso Schluss, egal was die Uhr sagt. Wer nicht trödelt kann in jedem Level locker in zehn Minuten bis zum Boss vordringen. Im Multiplayer dagegen kostet jeder Tod wertvolle Minuten: Wer hier draufgeht, erscheint als Skelett mit eingeschränkten Fähigkeiten wieder und darf von den noch lebenden mit einem Trank wieder belebt werden. Erst wenn alle Mitstreiter als Knochengerüst unterwegs sind, gilt die Mission als gescheitert.

Von Beginn an stehen fünf Charaktere vergangener Titel zur Verfügung, die jeweils über andere Fähigkeiten verfügen und sich ganz unterschiedlich verbessern lassen. Soma Cruz beispielsweise kann jegliche Waffe (inkl. Schusswaffen) und alle Arten von Rüstung verwenden. Er sammelt zudem Seelen erledigter Gegner und kann diese auf drei unterschiedliche Arten einsetzen (Angriff, persönliche Fähigkeit und Statusverbesserung). Das Monsterkompendium gibt dabei jederzeit Auskunft, welche Seelen bereits ergattert wurden und wie oft. Am anderen Ende des Spektrums ist Charlotte Aulin zu finden, sie darf keine einzige Waffe benutzen. In ihrer Hand hält sie ein magisches Buch, mit deren Hilfe sie die Zaubersprüche bestimmter Monster absorbieren und für sich selbst nutzbar machen kann. Je öfter ein Zauber absorbiert wurde, desto mächtiger ist er auch.

Ein direktes Leveln der Charaktere ist nicht möglich, jede Figur wird über ihre Fähigkeiten stärker. Shanoa, Jonathan Morris und Alucard verbessern ihre sekundären Fähigkeiten durch einfache Benutzung. Außerdem lassen sich vielfältige Ausrüstungsgegenstände in Schatztruhen finden. Jeder Gegenstand ist einer Kategorie zugehörig (Kopf, Torso, Fuß, Rücken, Accessoire, Gegenstand) und verfügt über einen Seltenheitsgrad. Dieser Aspekt des Spiels könnte aus einem x-beliebigen Online-Rollenspiel entsprungen sein und macht genau so süchtig. Selbst lange nachdem alle Level auf beiden Schwierigkeitsgraden geschafft wurden, motiviert die Hatz nach neuen Fähigkeiten und besserer Ausrüstung bis in die Haarspitzen.

Alles Gesammelte lässt sich im Shop gegen bare Münze verkaufen und auch in Kisten, Kronleuchtern und vielem mehr verbirgt sich harte Währung. Der Laden hat anfangs ein überschaubares Angebot, erst wenn Dracula am Ende des sechsten Levels zum ersten Mal das Zeitliche segnet, füllt sich die Ladentheke mit ordentlichem, aber teurem Gerät.

Mitspieler finden unnötig verkompliziert

Leider gibt es ein paar kleinere Mängel und Ärgernisse, welche die Wertung dann noch nachhaltig beeinflussen. Das größte Manko ist im Lobby-System zu finden. Für einen Titel, der den Schwerpunkt auf den Multiplayer legt, eigentlich ein Unding. Ein Team lässt sich nur auf einem separaten Bildschirm zusammenstellen, welcher ausschließlich diesem Zweck dient. Erst im nächsten Schritt lassen sich Einstellungen vornehmen und erst hier ist ersichtlich, welcher Level gespielt werden kann. Der Spieler mit dem geringsten Fortschritt legt nämlich dummerweise den Grundstock für das gesamte Team. Erst im zweiten Schritt ist dies ersichtlich, doch hier kann bereits niemand mehr der Lobby beitreten (genau so wenig wie einem laufenden Spiel). Solange mit Bekannten gespielt wird ist diese Einschränkung noch verkraftbar, mit Fremden verkommt die Zusammenstellung einer brauchbaren Mannschaft allerdings zur Tortur.

Ebenfalls einem MMO entsprungen zu sein scheint die fehlende Pausenfunktion. Während das Ganze im Multiplayer ja noch verständlich ist, bleibt der Grund im Singleplayer wohl immer das Geheimnis der Entwickler. Es macht aus meiner Sicht aber absolut keinen Sinn. Über zwei andere Aspekte mag man denken was man will, ich finde sie nicht weiter tragisch:
1.) Die Ausrüstung kann nur an wenigen bestimmten Stellen im Level geändert werden
2.) Es darf nur ein einziger Gegenstandstyp mitgenommen werden, je stärker, desto weniger passen gleichzeitig ins Gepäck

Trotz fehlendem Tauschhandel, ein rundherum gelunges Spiel

Dass Gegenstände nicht getauscht werden können ist in meinen Augen eine verpasste Chance und hätte den Spaßfaktor nochmals nach oben getrieben. Die mangelnde Dokumentation lässt sich gleichzeitig als Vorteil und als Nachteil bewerten. Einerseits wird es Neueinsteigern ziemlich schwer gemacht, alle Facetten des Spiels selbst herauszufinden (hier hilft nur ein Blick in einschlägige Foren), andererseits ist der Mangel an harten Fakten wiederum ein Motivator, den Schlössern ihre Geheimnisse zu entlocken, von denen es wahrlich nicht wenige gibt.

Wer auf der Suche nach einem typischen Castlevania ist, welches sich kooperativ spielen lässt, wird weiterhin nur auf dem NDS fündig. Harmony of Despair bietet zwar Charaktere, Steuerung und andere Elemente aus vorherigen Castlevanias, aber alles was über das Grundgerüst hinausgeht muss als neu und für Fans ungewohnt bewertet werden. Auch wenn das Gameplay im Endeffekt sehr repetitiv ist – jeder Level wird sehr oft wiederholt, das Sammeln von Fähigkeiten und Ausrüstung bedarf großer Ausdauer – so wird es doch nie wirklich langweilig. Sicher, ein paar mehr Level wären schön gewesen, vielleicht sogar eine zufällig erstellte Stufe. Am Ende des Tages fühlt sich der Titel trotz viel recyceltem Material dennoch sehr frisch an und motiviert alleine oder mit mehreren Mitspielern über einen langen Zeitraum.

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Wertung: star Castlevania Harmony of Despairstar Castlevania Harmony of Despairstar Castlevania Harmony of Despairstar Castlevania Harmony of Despairblankstar Castlevania Harmony of Despair

 

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  Eine Antwort zu “Castlevania Harmony of Despair”

  1. -Man kann nicht alle Gegenstände verkaufen
    -Alucard seine Fähigkeiten können so weit ich weiss nicht leveln (vielleicht irre ich mich)
    -Das Lobby System und der nicht vorhandene Pausenknopf nerven mich auch tierisch
    -Gegenstände tauschen wäre echt toll gewesen
    -Versus ist ein Witz (mit nur einer Map!)

    Mal schauen ob die noch was draus machen, vermute aber mal das kein Patch kommen wird… :(

    Ansonsten tolles Spiel, stimme dir überall zu!

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