Aug 222010
 

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„Ein munterer Arena-Shooter mit bunter Comicgrafik und sechs unterschiedlichen Klassen.“ Wenn euch nach dieser Beschreibung und einem Blick auf die Screenshots ein leichtes Déjà-Vu ereilt, dann wundert ihr euch sicher über die, auf den ersten Blick, dreiste Imitation von Team Fortress 2. Doch im Vergleich zum Valve-Produkt verfügt Monday Night Combat über genug eigene Idee, um eben nur auf den ersten Blick als Abklatsch zu wirken.

Wer zudem genug von bierernsten Shootern hat, welche eindeutig die große Mehrheit auf der Xbox 360 ausmachen, der muss sowieso weiterlesen. Zwar ist MNC keine Ausgeburt an Lachanfällen, dennoch wurde das Spiel eindeutig humoristisch aufgezogen. Ein Fakt, der nicht nur durch die Optik untermauert wird.

Konzentriertes Spielerlebnis

Statt mit hunderten von Waffen, Karten und Modi aufzuwarten, bietet Monday Night Combat einen vergleichsweise geringen Umfang. Ganze zwei Modi stehen zur Auswahl (Blitz und Kreuzfeuer) und nur fünf Arenen. Blitz bietet die Möglichkeit, sowohl alleine oder online mit bis zu vier Spielern gegen Bots zu kämpfen. Kreuzfeuer ist nur online spielbar mit bis zu sechs Personen pro Team.

Die sechs zur Verfügung stehenden Klassen – Angreifer, Panzer, Supporter, Assassine, Schütze und Scharfschütze – unterscheiden sich sehr deutlich voneinander, lediglich der Panzer und der Schütze sind sich etwas ähnlich. Später ist es auch möglich, bis zu sechs eigene Klassen zu definieren. Wobei „eigene“ etwas zu hoch gegriffen ist: Ausgehend von einer Basis der sechs vorhandenen, dürfen lediglich zehn Ergänzungen wie Nachladetempo, Präzision und Feuerrate mit unterschiedlicher Priorität (und damit Effektivität) verteilt werden.

Tower Defense, Upgrades, interaktive Arenen und mehr

Auch wenn sich beide Modi komplett unterschiedlich spielen, so sind die zur Verfügung stehenden Elemente jeweils gleich. Gestartet wird mit einer fest definierten Summe Dollar, mit der diverse Dinge erworben werden dürfen: Die Fähigkeiten der Klassen lassen sich in vier Kategorien und zwei Stufen aufleveln, vier unterschiedliche Türme können an dafür vorgesehenen Plätzen errichtet werden (und sind ebenfalls verbesserungswürdig), zusätzlich bietet jede Arena diverse Pads mit wichtigen strategischen Funktionen. Als besonderer Gag taucht das Maskottchen Bullseye von Zeit zu Zeit auf und lässt Bonusmünzen fallen, bei Beschuss wird zudem für jeden Treffer ein Dollar auf das eigene Konto gutgeschrieben.

Genretypisch kann Geld ansonsten nur durch erledigen von Bots verdient werden, diese hinterlassen allerdings noch einen zweiten sammelbaren Gegenstand. Die lila gefärbten Pickups laden die „Saft“-Anzeige auf. Einmal gefüllt, lässt sich ein Hyper-Modus aktivieren, in dem der Charakter mehr Schaden austeilt und weniger einsteckt. Das wichtigste Element in beiden Modi ist die Geldkugel, die es unter Einsatz des Lebens zu verteidigen gilt. Für Langzeitmotivation sorgen die sogenannten Highlights (aka Protags), die man für ganz unterschiedliche Leistungen freischaltet. Mit einer besonders guten Auszeichnungen kann so bereits im Vorfeld einer Partie für Angst und Schrecken in den gegnerischen Reihen gesorgt werden.

Mehr(Spieler) Shooter für’s Geld

Eigentlich gefallen mir keine (Versus-)Multiplayer-Shooter und auch Monday Night Combat werde ich nicht lange spielen. Für Fans des Genres wird aber ein sehr schönes Produkt abgeliefert. Egal ob kooperativ zu viert gegen immer steigende Zahlen an gegnerischen Wellen oder in einer Party gegen menschliche Teams: Das Game macht einfach Spaß. Das Herumexperimentieren mit den verschiedenen Klassen bietet viel Freiraum, da die Unterschiede wirklich sehr groß sind. So kann es z.B. sein, dass man einen Tag besonders gut mit dem Angreifer zurecht kommt, am nächsten dann aber plötzlich den Supporter als neuen Liebling ausgeguckt hat. Durch die vielen Möglichkeiten das stets zu niedrige Vermögen zu verpulvern, sind sehr unterschiedliche Strategien möglich.

Darüber, ob alle Klassen gut ausbalanciert sind, entbrennen in einschlägigen Foren heftige Diskussionen. Diejenigen, die schon länger spielen, sind jedoch größtenteils der Meinung, dass hier gute Arbeit geleistet wurde. Zum Preis von weniger als fühnfzehn Euros erhaltet ihr also ein ausgereiftes Produkt mit zwar geringem Umfang, aber einer sehr soliden Basis. Bei dem bisherigen Erfolg des Titel dürfte DLC allerdings nicht allzu lange auf sich warten lassen.

Rating: ★★★★☆

Preis: 8,99€ (Steam)

Betriebssystem: Windows

Homepage / Forum

Preis: 800 Microsoft Points (zum Marktplatz)

Unlockables: Avatar Auszeichnungen (2), Spielerbilder

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