Sep 052010
 

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Dieses Spiel hat nicht nur einen der (wahrscheinlich) witzigsten Namen seit langem, es ist in vielerlei Hinsicht auch wegweisend für die Xbox Live Indie Games. Bereits im Februar diesen Jahres wurde Monsters (Probably) Stole My Princess im PlayStation Network veröffentlicht, seit letzter Woche dürfen auch Besitzer der Microsoft-Konsole in den Genuß dieser tollen Indie-Produktion kommen.

Fairerweise muss man aber auch sagen, dass an der Entwicklung ein professionelles und sehr talentiertes Team am Werk war, was bei einem Großteil in diesem Segment nicht der Fall ist. Dennoch sollten sich Hobbyprogrammierer hieran ein Beispiel nehmen. Monsters (Probably) Stole My Princess basiert auf einer einzigen Idee, die noch nicht einmal neu ist, allerdings wurde sie nahezu perfekt in Szene- und um-gesetzt.

Spring mir das Lied vom Tod

Das Ziel in jedem der ausschließlich vertikal scrollenden Leveln ist es, ein einzelnes Monster insgesamt drei Mal mit einem Doppelsprung zu treffen, bevor es an der Spitze angekommen ist. Dieses Unterfangen hört sich nicht nur einfach an, es ist auch recht leicht zu bewerkstelligen. Um jedoch im Punktesektor gut abzuschneiden, muss eine einzige einfache Regel befolgt werden: Jede Plattform auf dem Weg nach oben sollte nach Möglichkeit nur ein einziges Mal mit den Füßen berührt werden. Hierdurch wird ein Multiplikator in die Höhe getrieben, der im Idealfall am Ende so hoch ist, wie das Level einzelne Plattformen hat. Je höher dieser Multiplikator beim dritten Kontakt mit dem Monster, desto spektakulärer fällt der Finishing Move aus und desto mehr Punkte landen auf dem Konto.

Insgesamt warten 24 Stufen in sechs unterschiedlichen Umgebungen auf den Spieler. Sechs davon wurden zu einem kleinen Story-Modus zusammengefasst, der euch den einen oder anderen Lacher abringen dürfte. Die restlichen 18 Level laden zum munteren „Score Attack“ ein. Während es anfänglich kein allzu großes Problem darstellt, alle Plattformen der Reihe nach abzuspringen, steigt der Schwierigkeitsgrad langsam aber stetig an. Es ist schon bewundernswert, welche Variationen bei einem so einfachen Konzept doch möglich sind. Ein dickes Lob gebührt hier den Leveldesignern.

Kleines Budget, kleines Team, große Wirkung

Aufgrund der überaus tollen optischen Präsentation und hervorragenden Technik, verwundert es doch stark, dass Microsoft nicht zumindest ein kleines Arcade-Spiel für 400 MSP aus Monsters (Probably) Stole My Princess gemacht hat. Die Qualität hierfür ist absolut gegeben. Wer aber auch ohne nach außen hin sichtbare Erfolge Leben kann, der bekommt vom Spiel eine Reihe, die Langzeitmotivation fördernden, Maßnahmen an die Hand. Zwölf Awards lassen sich durch mitunter recht schwere Ziele erlangen und ersetzen damit die Achievements/Trophäen, im Scrapbook werden witzige Beschreibungen gesammelt und in jedem der 24 Level lassen sich drei Medaillen verdienen.

Wirkliche Mankos gibt es wenige. Wirklich schade ist es, dass sich die errungenen Punktezahlen nicht in einer Online-Liste mit anderen vergleichen lassen, aber vielleicht gibt das die Zählweise auch nicht so wirklich her. Auch hätte ich es ausgesprochen begrüßt, wenn man den Sprungknopf einer anderen Taste zuweisen könnte. Sehr ärgerlich ist dagegen die Tatsache, dass die Lautstärke der Geräusche nicht gespeichert wird und ständig auf die höchste Stufe springt. Dieser letzte Punkt wird hoffentlich bald in einem kleinen Update behoben.

Denn in Anbetracht der restlichen hier gebotenen Qualität, können auch diese kleinen Schandflecken die ansonsten blitzblanke Weste des Vergnügens keineswegs trüben. Egal welche Konsole ihr besitzt, zu diesem Preis werdet ihr nur wenige andere Spiele mit ähnlich hohen Produktionsstandards finden.

Rating: ★★★★½

Preis: 2,99€

PSN-Infoseite / Homepage

Preis: 240 Microsoft Points (zum Marktplatz)

XNA-Infoseite / Forum

Homepage

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