Sep 092010
 

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Seien wir mal ehrlich, die Welt ist übersättigt mit mal mehr, mal weniger guten Titeln, die sich schamlos am Stil und Gameplay von Geometry Wars bedienen. Auch JoyJoy, der Erstling von radiangames, bildet da keine Ausnahme. Einer der für meinen Geschmack bisher besten Dualstick-Shooter überhaupt (Robokill – Titan Prime) ist bis dato (leider) nur als Flash-Version erhältlich und für Xbox Live Arcade bietet das optisch opulente AQUA – Naval Warfare eine sehr gute Alternative zu den abstrakten Figuren.

Das dritte Game von radiangames mit dem Namen Inferno hat zum Glück ebenfalls eine frische Idee zu bieten: Es kombiniert die liebgewonnenen Elemente der Dualstick-Shooter mit denen des Klassikers Gauntlet.

Da ist ein Gauntlet in meinem Shooter!

Seid ihr es nicht auch satt, in einem immer gleichen Quadrat auf endlose Gegnerwellen zu ballern und nach hohen Punktezahlen zu jagen? Wie wäre es denn zur Abwechslung mit abgeschlossenen Leveln, dreißig an der Zahl, plus Bonusstufen? Sollt ihr haben! Ein Vier-Spieler-Modus ist genauso mit von der Partie (nur lokal), wie Schlüssel und dazu passende Türen. Einige der Feinde dienen als Mutterschiff und sondern kontinuierlich kleinere Modelle ab. Besonders nervig sind wieder einmal die schwarzen Gegner, die nicht durch normalen Bordwaffenbeschuss zu erledigen sind, sondern nur durch eine Bombenexplosion das Zeitliche segnen.

Jeder Abschuss hinterlässt eine kleine Menge Geld, wie auch verteilt in den Labyrinthen größere Summen nur darauf warten, von dem Spieler/den Spielern eingesammelt zu werden. Und wo Moneten sind, kann auch ein Laden nicht weit sein. Immer zu Beginn eines Levels ist ein eben solcher zu finden. Hart verdiente Währung schaltet neue Upgrades frei oder stockt den Vorrat an Drohnen, Schlüsseln oder Bomben auf. Um ein Upgrade zu aktivieren ist kein Geld nötig, dies geschieht mit separaten Punkten, welche sich durch das erfolgreiche Abschließen von Leveln verdienen lassen.

Die gefundenen Schlüssel wollen wohl überlegt zum Einsatz kommen, denn so manche Tür kann auch umgangen werden. Einerseits existieren nämlich versteckte Passagen (einfach durch die Abgrenzung hindurch fliegen), zum anderen kann in vier bis fünf Leveln ein alternativer Ausgang zu einer Bonusstufe entdeckt werden, in der es massig Kohle abzuräumen gibt.

Spielerisch und optisch ein Genuss

Natürlich bietet radiangames Inferno auch all das, was man von diesem Genre gewohnt ist. Der linke Stick steuert das Raumschiff, der rechte feuert die Kanone in alle Himmelsrichtungen. Mit der linken Schultertaste wird eine Smartbomb gezündet, die rechte aktiviert ein zeitlich begrenztes Schild. Neben der perfekten Steuerung, weiß vor allem die Optik zu begeistern. Sie zeigt sich in einem kühlen Techno-Stil mit fluoreszierenden Effekten. Während die Wände der Level und die feindlichen Konstruktionen unterkühlt minimalistisch erscheinen, wird bei den Effekten ein wahres Feuerwerk abgebrannt. Inferno präsentiert sich dabei derart geschmeidig, dass es eine wahre Freude für die Augen ist.

Entwickler Luke Schneider hat es allerdings ein klein wenig zu gut gemeint mit der visuellen Pracht. Bei aufgerüsteten Waffen und ebenfalls feuernden Feinden auf dem Schirm, geht schon mal die Übersicht verloren. Eine Sache, die mit mehreren Mitspielern durchaus zu einem noch größeren Problem werden könnte. Doch das ist schon so ziemlich der einzige Kritikpunkt den sich das Ein-Mann-Projekt gefallen lassen muss.

Ein wenig mehr Anreiz für mehrmaliges Durchspielen hätte sicher nicht geschadet (Online-Bestenliste?), das New Game+ bietet nur wenige Änderungen zum normalen Spiel (Level sind gleich, ein Gegner verhält sich leicht anders, Bomben und Energie liegen nicht mehr verstreut). Dennoch muss ich zum Preis von unter einem Euro eindeutig eine Kaufempfehlung aussprechen. Die gebotene Qualität ist in diesem Segment wirklich beispielhaft. Ich bin schon wirklich sehr auf das nächste Projekt von radiangames gespannt.

Rating: ★★★★☆

Preis: 2,39€

Kompatibilität: Universell

Homepage / App Store

Preis: 3,99€ (Desura)

Betriebssystem: Windows, Mac OS X

Homepage / Forum

Preis: 80 Microsoft Points (zum Marktplatz)

XNA-Infoseite / Forum

Homepage

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  • Mir hat Inferno zwar gefallen, dennoch finde ich, dass es der bisher schwächste Radiangames-Titel ist. Es gab irgendwie zu wenig Abwechslung über die 30 Level als auch zu wenig Action.

    Ich habe alle 30 Level durchgespielt ohne auch nur ein einziges mal zu sterben. Auch waren die Gegner irgendwie nur da, damit man irgendetwas zum Abschiessen hatte. Herausforderung:0.

    Meiner Meinung nach grafisch und vom Levelaufbau bisher der komplexeste Radiangames Titel. Spielerisch der schwächste.

    • Auf welchem Schwierigkeitsgrad hast du denn gespielt?