Sep 262010
 

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Die Macher der überaus bunten Titel Bejeweled, Peggle und Bookworm Adventures sind gleichzeitig auch die Könige der zugänglichen Unterhaltung. Alle ihre Spiele lassen sich jeden Tag für ein paar Minuten zum Spaß genießen oder man verschwendet einen Großteil der Freizit damit, sie zu meistern. Es werden also tiefergehende Spielkonzepte massentauglich und einsteigerfreundlich präsentiert. Die Firma PopCap hat sich bei einem ihrer aktuellste Projekte von dem Tower Defens-Spielprinzip inspirieren lassen, welches auf den ersten Blick nicht gegenteiliger zum Casual-Ansatz stehen könnte. Während die Aufmachung in puncto Qualität und der Umfang wenig Wünsche offen lassen, ist das zugrundeliegende Konzept nicht ganz so ausgereift wie bei vorherigen Titeln. Doch fangen wir von vorne an.

There’s a zombie on your lawn

Das Tower Defense-Genre ist mittlerweile fest verankert in der Spielekultur und mit mal mehr, mal weniger Variationen in rauen Mengen auf dem Markt zu finden. In den meisten Inkarnationen spielen die Wege der anrennenden Gegnerhorden eine wichtige Rolle. PopCap hat zumindest diesen Teil stark vereinfacht. Die Zombies laufen nur einen Weg, schnurstracks von rechts nach links. Der Spieler muss sich also lediglich um die Platzierung der eigenen Einheiten kümmern. Optisch wird das Ganze mit einem Augenzwinkern in wunderschöner Comic-Grafik präsentiert.

We don’t want zombies on our lawn

Insgesamt 49 Pflanzen mit den unterschiedlichsten Fähigkeiten stehen für den Kampf gegen 26 Zombiearten zur Verfügung. Als Währung dient Sonnenenergie, die tagsüber einfach so vom Himmel regnet und zu jeder Tages- und Nachtzeit durch spezialisierte Pflanzen erzeugt werden kann. Da sich das Geschehen nur auf fünf (bzw. sechs wenn Wasser präsent ist) Ebenen erstreckt, mussten die Entwickler auf andere Mittel zurückgreifen, den Menschen vor dem Monitor das Leben schwer zu machen. Tag- und Nachtzyklus, fester Untergrund und Wasser, Nebel (man sieht nicht was kommt) und Gräber (können nur mit einer speziellen Gattung beseitigt werden) sowie ein Anstieg (nur mit Katapulten zu überwinden) und Blumentöpfe (aufgrund mangelnder Erde auf dem Dach) lauten hier die Zutaten.

Das Dilemma in jedem Level ist, dass nur eine bestimmte Anzahl Pflanzen gleichzeitig mitgenommen werden dürfen. Das sind zu Beginn gerade einmal sechs Stück, durch Upgrades lässt sich diese Zahl auf das Maximum von zehn erhöhen. Und hier sind wir auch schon beim ersten wichtigen Pfeiler, der Pflanzen gegen Zombies stellenweise so süchtig macht. Zu Beginn steht fast nichts zur Verfügung, alles muss erst nach und nach freigeschaltet werden. Und das ist eine ganze Menge!

Das Ende ist erst der Anfang

Im Adventure-Modus plätschert das Gameplay die meiste Zeit nur so vor sich hin. Es gibt keine Möglichkeit vorzuspulen, weshalb sich die ersten Minuten einer jeden Stufe recht zäh spielen. Gleiches gilt, wenn einmal die Verteidigung soweit errichtet wurde, dass keine Zombies mehr durchkommen können. In beiden Fällen macht sich ein wenig Langeweile breit. Zum Glück wird das eintönige Spielprinzip immer wieder durch mal mehr, mal weniger spaßige Minispiele aufgelockert. Pflanzen gegen Zombies beginnt aber eigentlich erst so richtig, wenn man den Endgegner am Ende des fünfzigsten Levels besiegt hat.

Zu diesem Zeitpunkt stehen erst sämtliche freischaltbaren Pflanzen zur Auswahl bereit und das Spiel öffnet seine weitverzweigten Spielspaß-Zweige für uns. Die Modi Puzzle, Überleben und Minispiele (mit zwanzig Vertretern) dürfen nun endlich in vollem Umfang genutzt werden. Sie dienen hauptsächlich zur Abwechslung zum doch recht kurzen Hauptspiel. Genau an dieser Stelle hat mir das Game am meisten Freude bereitet, da nun der Laden die volle Auswahl zu bieten hat. Um an das benötigte Geld zu kommen, stehen mehrere Möglichkeiten zur Verfügung. Zum einen lassen Zombies in jedem Modus in unregelmäßigen Abständen Münzen fallen, aber auch Pflanzenkeimlinge und mit diesen lässt sich die meiste Kohle verdienen.

Im Zen-Garten fristen sie fortan ihr Dasein und sind auf unsere Zuneigung angewiesen. Sie wollen gegossen und gedüngt werden, brauchen die richtige Umgebung zum gedeihen und können weder auf Musik noch auf Pflanzenschutzmittel verzichten. Eine voll ausgewachsene Pflanze spült ordentlich Kohle in die Kasse, erfordert aber natürlich neben der Zuneigung und Pflege, auch finanzielle Mittel bis es endlich soweit ist. Doch wohin mit dem hart verdienten Geld?

To the Shopmobile, let’s go!

Crazy Dave begleitet uns von Beginn an mit hilfreichen Tipps. Der Kofferraum seines Wagens dient als Auslagefläche für Unmengen an käuflichen Dingen. Spezielle Pflanzengattungen, Werkzeuge und Nahrung für den Zen-Garten sowie hilfreiche Utensilien für das Schlachtfeld locken die Kunden mit teils stratosphärischen Summen. Doch hier gedeiht die Kombination aus der Spielmechanik mit ihren Abwandlungen, der Pflege der gefundenen Pflanzen mit der Aussicht auf hohe Erträge und eben der ausladende Shop zur vollen Blüte. Die Motivation auch den letzten Gegenstand zu erwerben, dringt durch Mark und Bein. Allerdings war, zumindest bei mir, danach auch völlig die Luft raus. Die einzige Bestenliste (Xbox 360) ist beim endlosen Überlebens-Modus zu finden, der sehr schnell, sehr schwer wird.

Mehrspieler exklusiv auf der Konsole

Ebenfalls neu auf der Dreisechzig ist in diesem Zusammenhang ein Haus, welches nach außen zur Schau gestellt wird. Das Gebäude an sich darf aus einer Auswahl von fünf verschiedenen in unterschiedlichen Ausbaustufen (die Geld kosten) selbst gewählt werden. Was auf dem Rasen davor steht ist dagegen bei jedem gleich und richtet sich nach den errungenen Erfolgen. Die Mehrspieler-Komponenten ist dagegen schon erheblich interessanter. Zwar steht nur ein Offline-Modus zur Verfügung, dafür darf quasi die komplette Story zu zweit gespielt werden. Des weiteren gibt es ein spezielles Menü mit diversen Minispielen für den Koop. Wenn ihr dagegen lieber selbst Hand an die Zombies legen möchtet, ist dies nun zum ersten Mal auch möglich. Die Einstellmöglichkeiten sind zwar stark begrenzt, dafür spielen sich die Zombies angenehm anders als die Pflanzen.

Aufgrund der Vielzahl der zur Verfügung stehenden Pflanzen sollte hier jeder seine persönliche Strategie finden (sehr viele Wege führen nach Rom), allerdings zwingen einen die begrenzten Plätze immer wieder zu Optimierungen und Kompromissen. Auf der einen Seite muss man PopCap zweifellos wieder ein Kompliment machen, wie ein derartiges Hardcore-Spielprinzip für die Hausfrau und den Sohnemann gleichermaßen ansprechend gestaltet wurde, auf der anderen Seite offenbaren sich die Limitationen recht bald, vor allem im Endlos Überleben-Modus. Während bei Peggle beispielsweise die Jagd nach immer höheren Punkten bis ans Lebensende motivieren kann, lässt die Motivation bei Pflanzen gegen Zombies spürbar nach, sobald alles freigeschaltet und ausprobiert wurde. Für das geforderte Geld wird ohne Frage mehr als genug geboten, erwartet aber nicht, dass ihr das Spiel noch in einem Jahr mit der gleichen Inbrunst spielen werdet.

Als gute Alternative und einer der bis dato besten Genre-Vertreter in meinen Augen, möchte ich euch Toy Soldiers ans Herz legen.

Rating: ★★★★☆

Preis: 2,84€

Android-Version: variiert nach Gerät

Homepage / Google play

Preis: 800 Wii Points

Homepage / Nintendo-Infoseite

Preis: 2,39€

Kompatibilität: universell

Homepage / App Store

Preis: 9,99€ (Steam) 19,99$ (PopCap)

Betriebssystem: Windows, Mac

Homepage / Forum (Steam)

Preis: €14,99 / $14,99

Extras: keine

Homepage / PlayStation-Infoseite

Preis: 4,99€

Erforderlich: Windows Phone 7 oder höher

Homepage / zum Marktplatz

Preis: 1.200 Microsoft Points (zum Marktplatz)

Unlockables: keine

Homepage / Forum

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