Sep 292010
 

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Wer kennt es nicht? Space Invaders. Quasi einer der Urgroßväter der Videospielegeschichte. Es war quasi der erste große Megastar, den die Branche hervorgebracht hat und stellte alles zuvor dagewesene in den Schatten. 1978 war die Videospielwelt im Weltraum- bzw. Alien-Fieber. Man steuerte ein kleines Raumschiff am unteren Bildschirmrand und schoss auf zahlreiche Gegnerwellen, die sich von oben näherten. Noch dazu in Farbe und mit einem Soundtrack, der sich im Laufe der Spielzeit veränderte!

Kein Wunder also, dass in Japan damals die 100-Yen-Münzen knapp wurden. Sie steckten fast alle in Space Invaders-Automaten! Da konnte ein schwarz/weiß-Pong einfach nicht mehr mithalten. Erst zwei Jahre später schaffte es Pac-Man, einen ähnlichen Hype auszulösen. Doch zurück zum Spiel: Was hat sich denn nun in den letzten 32 Jahren getan? Stellt Space Invaders Infinity Gene die erhoffte Revolution oder eher eine Evolution der Serie dar? Ich sage: beides!

Evolution, die Erste

Die Hauptinspirationsquelle der Entwickler war zweifelsfrei die Evolutionstheorie von Charles Darwin. Eine der beeindruckendsten Theorien, die im 19. Jahrhundert das Licht der Welt erblickten. Bis heute wird sie vom Gros der Wissenschaftler anerkannt. Eine Aussage Darwins hat dabei weltweite Berühmtheit erlangt und wird auch im Spiel selbst zitiert:

Es ist weder die stärkste noch die intelligenteste Spezies, die überlebt, sondern diejenige, die sich Veränderungen am besten anpassen kann.

Auf diesem simplen und gleichwohl komplexen Prinzip wurden konsequent alle Gameplay-Elemente aufgebaut. Selbst die einzelnen Level haben allesamt Namen, die aus der Evolutionsforschung und Genetik stammen.

Evolution, die Zweite

Der erste Level des Spiels ist eine perfekte Wiedergabe des Originals von 1978. Doch je weiter ihr im Spiel voranschreitet, desto komplexer werden die Grafik, der Sound und vor allem das Gameplay. Denn mit jedem abgeschossenen Gegner und mit jedem Power-Up winken Erfahrungspunkte. Und mit jedem Levelaufstieg werden neue Features und Gameplay-Elemente freigeschaltet.

So darf sich der Spieler anfangs ganz wie im Original nur horizontal am unteren Bildschirmrand bewegen. Doch schon nach einigen Level-Ups darf das Raumschiff frei über den gesamten Screen gesteuert werden. Auch neue Waffensysteme inkl. Zielsuch-Lasern, Flächenangriffen und R-Type-typischen Satelliten werden nach und nach freigeschaltet. Und schließlich werdet ihr sogar mit mehr Leben und kurzzeitiger Unverwundbarkeit belohnt.

Evolution, die Dritte

Doch auch Grafik und Sound werden wie erwähnt immer komplexer. Herrscht anfangs noch eine strenge 2D-Diktatur, kommen nach und nach immer mehr 3D-Drahtgittermodelle, dreidimensionale Hintergrund-Grafiken und farbige, animierte Hintergründe hinzu.
Der Sound wird immer voller, die Level beginnen, vertikal zu scrollen, und schließlich wird sogar die Kameraperspektive variiert, um aus dem starren 2D-Gameplay-Gerüst auszubrechen.

Aufgrund des minimalistischen Looks, der Neon-Farbgebungen und des techno-lastigen Soundtracks stellt sich unweigerlich ein Déjà-vu der REZschen Art ein. Es ist wirklich erstaunlich, was Taito aus dem alten, angestaubten Spielprinzip alles herausholt. Und noch erstaunlicher ist es, dass alle neuen Elemente ein furioses, stimmiges Ganzes ergeben, ohne dabei ihren Ursprung zu leugnen.

Revolution

Egal, ob man ein Core-Gamer der alten Schule ist, der einen hohen Schwierigkeitsgrad als Non-Plus-Ultra ansieht oder ob man eher der Casual-Typ ist, der ein schnelles, spaßiges Spiel für zwischendurch sucht: Space Invaders Infinity Gene bedient aufgrund seines Auflevel-Systems und des enormen Umfangs beide Geschmäcker. Wer den kurzen Story-Modus durch hat, kann sich noch an 99 knackigen Herausforderungen, den freischaltbaren Bonusleveln und den diversen Schwierigkeitsgraden versuchen.

Und wem das noch nicht reicht, der kann im Musik-Modus seine eigene Musik von der Festplatte abspielen und so immer wieder neue Level spielen, die aus der jeweiligen Musik in Echtzeit erschaffen werden. Die hier erzeugten Level sind zwar allesamt gut spielbar, aber das System, wie die Musik die Level beeinflusst, wirkt leider arg willkürlich.

Space Invaders Infinity Gene ist die erhoffte Revolution geworden, die der Reihe wieder zu neuem Ruhm gereicht! Wer also bei den Begriffen Retro, Minimalismus, aufleveln und Vertikal-Shoot ‚em Up nicht gleich schreiend die Flucht ergreift, sollte sich diesen Titel unbedingt einmal näher anschauen.

Rating: ★★★★½

Preis: 3,99€

Android-Version: 2.1 oder höher

Homepage / Google play

Preis: 3,99€

Kompatibilität: Universell

Homepage / App Store

Preis: €9,99 / $9,99

Homepage / PlayStation-Infoseite

Preis: 800 Microsoft Points (zum Marktplatz)

Unlockables: keine

Homepage / Forum

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