Nov 142010
 

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Das gleiche Dilemma was wir schon mit Game Room hatten, tritt nun erneut ein. Denn Pinball FX 2 ist kein Spiel im eigentlichen Sinne, sondern ein Oberfläche, aus der heraus sich verschiedene Flippertische kaufen und starten lassen. In diesem Test gehe ich also größtenteils auf das Programm an sich und die Tische im Allgemeinen ein, als für jeden einzelnen Flipper eine Wertung abzugeben.

Die Oberfläche ist kostenlos und im Vergleich zum ersten Teil, kann jeder zur Verfügung stehende Tisch zur Probe gespielt werden. Wenn jemand bereits alte Tische besitzt, können diese völlig kostenfrei importiert werden. Da es auf XBLA keine Konkurrenz in diesem Genre gibt, könnte sich Pinball FX 2 eigentlich ein paar Nachlässigkeiten leisten, doch eher das Gegenteil ist der Fall. Durch ansehnliche Grafik, tolles Design und ein ziemlich einfallsreiches System, wie Freunde/Bekannte involviert werden, katapultiert es sich direkt an die Spitze der derzeit für Konsolen erhältliche Download-Flipper.

Funktionell und fesch: die Oberfläche, das Herzstück von Pinball FX 2

Das Interface sieht gut aus und macht einen sehr aufgeräumten Eindruck. Alle Tische, die man aktuell erwerben kann, sind hier übersichtlich angeordnet. Alles, was noch nicht gekauft wurde, erscheint dunkel, die bereits erstandenen Flipper sind bunt hervorgehoben. Mit einem Klick auf eines der Tisch-Icons lässt sich entweder die Demo herunterladen, die Vollversion kaufen, die Bestenliste ansehen oder ein Spiel im Einzel- oder Mehrspieler starten. An der Unterseite finden sich weitere Optionen, z.B. kann hier die Anzeige der Tische sehr individuell gestaltet werden.

Unter dem Menüpunkt „Turniere“ sollen in Zukunft unregelmäßig zeitlich begrenzte Meisterschaften angeboten werden. Da bisher aber noch keine stattgefunden hat, kann ich nichts über diesen Modus sagen. Wichtig sind noch zwei neue Wertungen, die dem Ganzen eine soziale Komponente verpassen. Zum einen wäre da der „Superscore“, der sich zusammensetzt aus den Millionen Punkten, die auf allen Tischen zusammen erspielt wurden (nur die Zahlen vor dem zweiten Komma werden addiert). Der Superscore fließt auch mit in die Gesamtwertung des „Wizard Score“ ein: hier wird der eigene Superscore mit dem aller Freunde addiert und mit den gespielten Tischen multipliziert. Durch das Erhöhen dieses Wizard Score können zwei Spielerbilder und Avatar-Auszeichnungen freigeschaltet werden.

So teuer oder günstig wie ihr wollt: das Preismodell

Zen Studios hat sich ein wirklich cleveres System einfallen lassen, zu dem man nur gratulieren kann. Um alle Features von Pinball FX 2 voll nutzen zu können, genügt es bereits völlig, nur einen einzelnen Tisch zu kaufen. Bisher stehen fünf davon zur Verfügung (Nightmare Mansion, Excalibur, Rocky & Bullwinkle, Street Fighter II, Earth Defense), zum Preis von jeweils 200 Microsoft Points. Zwei weitere Packs enthalten jeweils vier Tische und lassen sich nur komplett ersteigern, zu einem Preis von je 800 MSP.

Besonders großartig ist die Integration der Flipper aus dem ersten Teil gelungen, was immerhin neun der insgesamt dreizehn betrifft. Wer nämlich bereits in der Vergangenheit zugegriffen hat, der darf alle gekauften Tische völlig gratis in die neue Oberfläche importieren (auch die später per DLC hinzugekommenen). Dadurch erhält man nicht nur neue Erfolge (drei pro Tisch), auch Optik und Physik werden auf den neuen Standard aufgerüstet.

Realistischere Physik, hübschere Grafik und Einstellmöglichkeiten in rauen Mengen

Design und Optik der vier neuen Tische muss man als riesigen Schritt nach vorne bewerten. Alle vier bieten ein hohes Maß an Interaktion mit Objekten, die Minispiele aus dem ersten Teil sind natürlich wieder mit von der Partie und laufen teilweise sogar abseits der Tische ab, das Dot Matrix-Display wurde nochmals verschönert und in einem speziellen Menü, welches nur auf den neuen Tischen zur Verfügung steht, darf nahezu jedes Detail dem eigenen Geschmack angepasst werden (manche Optionen deaktivieren die weltweite Bestenliste). Die verbesserte Physik ist für Veteranen eine gehörige Umstellung und fühlt sich wesentlich realistischer an.

Im Zuge dieser Anpassung ist es nun auch weit schwieriger, ähnlich hohe Punktzahlen wie im Vorgänger zu erreichen. Da, wie eingangs erwähnt, für jeden Tisch eine Demo existiert, lauft ihr nun auch nicht mehr ins offene Messer und könnt euch nur die Tische holen, die euch wirklich zusagen. Zen Studios verspricht in Zukunft Flipper-Junkies unregelmäßig mit Nachschub zu versorgen. Allen Flippern gemein ist das tolle Design, welches auf der einen Seite hervorragend an das jeweilige Thema angepasst wurde und andererseits viel Tiefgang und originelle Ideen zu bieten hat.

Unsere Empfehlung: ausprobieren und dann zuschlagen!

Leider sind Flippertische in der Realität ein immer seltener werdendes Bild. Das Gefühl eines echten Tisches kann auch Pinball FX 2 nicht ersetzen, aber es nimmt dafür erheblich weniger Platz in Anspruch, kostet nur einen Bruchteil und macht auch ohne Mechanik vor der Nase eine Menge Spaß. Wenn ihr zumindest ein paar (weltweit verstreute) Freunde habt, die sich für Pinball interessieren, machen die Bestenlisten einen Großteil der Motivation aus, was ein echter Tisch so natürlich nicht leisten kann. Zusätzlich sorgen die beiden neuen Punktesysteme dafür, das Pinball FX 2 euch auch auf lange Sicht noch vor den Bildschirm fesseln kann.

Rating: ★★★★½

Preis: 800 Microsoft Points für vier Tische (zum Marktplatz)

Unlockables: Avatar Auszeichnungen (2), Spielerbilder

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