Nov 252010
 

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Ich möchte zunächst vorausschicken, dass ich mit dem Yu-Gi-Oh!-Universum bisher wenig anfangen konnte. Der Name war mit zwar ein Begriff, aber was dahinter steckte, hat mich nie wirklich interessiert. Bis jetzt. Denn als Fan von Sammelkartenspielen war ich sehr enttäuscht über einen spezifischen Mangel von Magic the Gathering: Duels of the Planeswalker, nämlich das Fehlen eines Deck-Editors. Schon im Vorfeld wurde bekannt, dass Yu-Gi-Oh! 5D’s Decade Duels über diesen verfügen würde und es ist ein Sammelkartenspiel. Also blieb mir nichts anderes übrig, als mich kopfüber in unbekanntes Territorium zu stürzen. Und es sollte sich lohnen.

Das Spiel an sich kann man leider nicht als besonders einsteigerfreundlich bezeichnen. Es gibt zwar ein Tutorial, welches alle wichtigen Themen anspricht, aber wer bisher noch keine Erfahrung mit CCGs oder dem Yu-Gi-Oh!-Regelwerk hat, dem bläst zu Beginn ein eisiger Wind ins Gesicht. Das Startdeck hat wenig auf dem Kasten, die KI-Gegner können dagegen auf komplett ausgearbeitet, starke Decks zurückgreifen. So sind viele, viele verlorene Duelle in den ersten Stunden vorprogrammiert. Doch selbst wenn einmal genügend Karte freigeschaltet wurden, sind Anfänger beim bauen des ersten eigenen Decks komplett überfordert. Zumal für dieses Feature absolut keine Hilfestellung geboten wird.

Es hätte alles so schön sein können…

Der Einzelspieler-Modus ist sehr schlicht gehalten. Zunächst muss man sich in der „Gruppenphase“ gegen drei zufällig ausgewählte Gegner durchsetzen, um danach in einem KO-Turnier gegen drei weitere Opponenten den Kampf um die Spitze auszufechten. Im Vergleich zu manch anderer Versoftung, sucht man Adventure-Elemente hier vergebens. Stattdessen sieht es so aus, dass man anfangs eigentlich nur in der Gruppenphase rumhängt und ein Match nach dem anderen verliert. Karten werden zwar auch bei einer Niederlage freigeschaltet, doch erst bei einem Sieg (der selten genug vorkommt) darf man sich über eine ansprechende Anzahl freuen.

Zu Beginn stehen nur sehr wenige Karten zur Verfügung, insgesamt sollen im Spiel um die 1.000 enthalten sein (inklusive Duplikate?) und weitere zu einem späteren Zeitpunkt per Download (gegen Bezahlung) angeboten werden. Zum Vergleich: das neuste Spiel für den Nintendo DS protzt mit 3.500 Karten. Bei den bisherigen Preisen, die Konami für DLC verlangt hat (ein Level für Castlevania Harmony of Despair kostet bspw. 400 MSP), kann man sich auf was gefasst machen. Aber ich will hier nicht vorschnell urteilen.

Fakt ist, dass uns Konami hier ein recht faules Produkt vor die Nase setzt, das leider sehr wenig Unterhaltung im Einzelspieler bietet. Da aber nur hier die Karten freigeschaltet werden können, fühlt sich dieser Modus schon fast wie eine Bestrafung an. Richtig Freude kommt erst auf, wenn die Regeln in Fleisch und Blut übergegangen sind, das bauen eines Decks halbwegs klappt und man online gegen ein paar Kumpel diese Decks ausprobieren kann. Doch das kann eine ganze Weile dauern, die sich Neulinge nicht unbedingt nehmen werden. Yu-Gi-Oh! 5D’s Decade Duels ist somit meiner Meinung nach in erster Linie an Menschen gerichtet, die sich mit dem Kartenspiel auskennen und in zweiter Linie an Neugierige, die schon mal ein CCG ausprobiert haben.

Schlechte Umsetzung mach den Spielspaß nicht ganz zunichte

Mich hat der Titel jedenfalls von den spielerischen Qualitäten der Marke überzeugt. Die Vielfalt der Karten hat mir gut gefallen, von Cartoon-Monstern über Feen bis hin zu Dinosauriern ist alles dabei, was man sich vorstellen kann. Das System geht flotter von der Hand, als etwa Magic the Gathering. Den ganz großen Reiz macht im Vergleich dazu eben auch der Deck-Editor aus. Dieser ist anfangs ein wenig undurchsichtig und schwer zu bedienen, doch man gewöhnt sich mit der Zeit an ihn. Ich werde sicher noch eine ganze Weile weiterspielen, da ich sehr neugierig auf die verbleibenden Karten bin und mittlerweile auf den Geschmack gekommen bin, eigene (rudimentäre) Decks zu entwerfen. Ob ich mir die Serie im TV anschauen werde oder in naher Zukunft Action-Figuren von Yu-Gi-Oh! meine Wohnung verschönern, halte ich dagegen für fraglich.

Rating: ★★★½☆

Preis: 800 Microsoft Points (zum Marktplatz)

Unlockables: keine

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