Jan 072011
 

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Spielt ihr auch am liebsten mit jemandem gemeinsam, kooperativ, um ein bestimmtes Ziel zu erreichen? Und kommt es euch dabei nicht darauf, möglichst viel Blut zu vergießen, sondern zusammen etwas zu erschaffen? Dann ist die Welt der Keflinge vielleicht genau das Richtige für euch. Wer bereits den Vorgänger A Kingdom for Keflings gespielt hat, der braucht nur zu wissen, dass der Nachfolger bis auf nützliche Detailverbesserungen und drei unterschiedliche Kefling-Völker, essentiell die selbe Erfahrung zu bieten hat. Neu hinzugekommen ist der herbeigesehnte lokale Mehrspielermodus, der es zwei Spielern erlaubt, gleichzeitig an einer Konsole drei Königreiche zu errichten. Online darf weiterhin mit bis zu vier Spielern agiert werden. Wem schon im Vorgänger der komplette Mangel von Konflikten und wirklichen Herausforderungen abgegangen ist, der dürfte sich auch wenig für A World of Keflings erwärmen.

Für alle, die bisher noch nichts über dieses wunderbar friedliche Aufbauspiel wissen, folgt nun aber erst einmal eine kurze Zusammenfassung.

Schaffe, schaffe, Häusle baue

Es war einmal… ein Avatar, euer Avatar! Er war dazu bestimmt, Struktur in das Leben der viel kleineren Keflinge zu bringen, da diese ansonsten den ganzen Tag absolut nichts getan hätten. Diese Struktur bedeutete für die Winzlinge nichts Gutes: Arbeit, den ganzen Tag, ohne Unterbrechung. Doch kein Kefling beschwerte sich je über sein Schicksal und tat stets, wie im aufgetragen. So geht die Legende und siehe da, sie sollte sich als reine Wahrheit entpuppen.

Der zweite Teil verfügt über eine leichte Story, welche die drei Welten – Eis, Wald und Wüste – miteinander verbindet. Im Laufe der Geschichte müssen haufenweise kleiner Aufträge erledigt werden, wodurch Baupläne für neue Gebäude freigeschaltet werden. Kein Königreich wurde je ohne Rohstoffe erbaut und so lautet auch in diesem Spiel die oberste Direktive: abbauen was das Zeug hält!

Jeder Rohstoff kann in seiner Grundform oder in einer seiner Verarbeitungsformen (bis zu zwei) zum Bau neuer Gebäude und Verziehrungen Verwendung finden. Bäume liefern Holz, alles Graue sind Steine, von Schafen gewinnt man Wolle und purpurne Kristalle werden in rauhen Mengen für exzentrischere Bauwerke benötigt. Um einen Kefling zum Abbauen zu bewegen, nimmt man ihn kurzerhand auf den Arm, setzt ihn ein Mal auf den zu gewinnenden Rohstoff und ein weiteres Mal dorthin, wohin er diesen transportieren soll. Das kann ein beliebiges freies Feld sein, ein Gebäude zum bunkern oder eines zum verarbeiten. Dabei gilt es zu beachten, dass nur die Häuser auch als Lager in Frage kommen, aus denen heraus etwas gebaut werden kann.

Friede, Freude, Eierkuchen

Im Großen und Ganzen wäre damit das Spiel in seinen Grundzügen eigentlich schon erklärt. Wohnhäuser stocken die Zahl der Arbeitskräfte auf, benötigen aber zusätzlich Herzen (liegen in der Landschaft herum oder gibt es als Belohnung für erfüllt Aufträge), bevor sie bevölkert werden. Andere Gebäude setzen einen gebildeten Keflings voraus, der zunächst eine Schule besuchen muss. Die eigentliche Aufgabe besteht darin, die Arbeitskräfte möglichst effektiv die Rohstoffe zu den benötigten Gebäuden transportieren zu lassen. Immerhin könnt ihr, also euer Avatar, jederzeit beim Abbau oder Transport zur Hand gehen. Durch diverse Verbesserungen, die nach und nach verdient werden können, lassen sich Geschwindigkeit in verschiedenen Bereichen und das Höchstmaß der zu tragenden Last von Avatar und Keflingen stetig steigern.

Eine wirkliche Herausforderung gibt es aber, wie bereits erwähnt, nicht. Es ist nicht möglich, zu sterben oder etwas falsch zu machen. Der eigentliche Reiz liegt darin, sich zusammen (oder alleine) mit Gleichgesinnten das Königreich nach den eigenen Vorstellungen zu errichten. Das beginnt bei den Gebäuden, bei denen dieses Mal einer oder mehrere besondere Gegenständen verbaut werden, geht über den farblichen Anstrich jedes einzelnen Bauwerks und endet bei einer Vielzahl von Skulpturen, Brunnen, Blumen und so weiter.

Die wichtigsten Verbesserungen zusammengefasst

Es ist nun endlich möglich, bereits errichtete Bauten einfach zu verschieben, statt sie zu zertrümmern und an anderer Stelle erneut aufzubauen. Eine Reihe besonders kräftiger Keflinge baut keine Rohstoffe ab, sondern liefert bereits in Auftrag gegeben Teile an die Baustelle. Sehr nützlich: wurde dieses Gebäude schon einmal errichtet, genügt es ein einzelnes Teil abzusetzen und die Knilche stellen alle Übrigen ganz von alleine an die richtigen Stellen. Beim Zusammenstellen der Bauteile sieht man nun auch endlich, welche Teile bereits in Auftrag gegeben wurden und welche noch fehlen. Keine wirklich Verbesserung, sondern lediglich ein Gimmick sind die Kanonen, mit denen sich beeindruckende Musikstücke fabrizieren lassen. Aber nur, wenn ihr genug Zeit und Geduld habt, das umständliche System zu erlernen.

Kurz gesagt: wer den Vorgänger mochte, wird auch mit dem zweiten Teil seinen Spaß haben. Wer Kingdoms noch nicht besitzt, sollte gleich zu World greifen. Es ist praktisch das gleiche Spiel, nur mit mehr Inhalten und vielen Optimierungen. Einen großen Mangel gibt es zum Schluss aber auch noch, denn leider ist es nicht möglich, auf einer leeren oder zufällig generierten Karte zu beginnen. Wird ein Spiel gestartet, egal ob off- oder online, muss immer zuerst die komplette Story durchgeackert werden.

A World of Keflings ist Teil der „Games for the Holidays„-Promotion, zusammen mit Raskulls und ilomilo. Ergattert ihr einem oder beiden der anderen Titel einen Erfolg, bekommt ihr zur Belohnung das Gebäude des jeweiligen Spiels in A World of Keflings.

Rating: ★★★½☆

Preis: 800 Microsoft Points (zum Marktplatz)

Unlockables: Avatar Auszeichnungen (2), Spielerbilder

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