Jan 152011
 

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Um es gleich vorweg zu sagen: ja, Raskulls klaut das Grundprinzip von SameGame und Mr. Driller. Im Kern ist es also ein Puzzlespiel, allerdings wurde das Konzept um einen umfangreichen Platform-Aspekt (und jede Menge Charme) erweitert. Was man anfangs anhand von Bildern und Videos noch als Ähnlichkeit werten könnte, verfliegt sehr schnell, wenn man sich erst einmal mit dem Game befasst. Es gibt sowohl einen Einzelspieler- als auch einen Mehrspielermodus, die beide sehr Unterschiedliches zu bieten haben. Der Titel des Spiels leitet sich ab aus den englischen Wörtern „rascal“ was so viel bedeutet wie Bengel, Schlingel und „skull“ für Totenkopf ab. Und der Name ist Programm, wie ihr unschwer an den Screenshots erkennen könnt.

Quicklebendige Totenköpfe

Im Storymodus machen wir zunächst Bekanntschaft mit drei üblen Rattengesellen, die auf ihrer Suche nach dem Käseplaneten vor Nichts und Niemandem zurückschrecken. Nach einer Bruchlandung auf dem Planeten der Raskulls versuchen sie auch sogleich, das für den Plot so unheimlich wichtigen leuchtende Artefakt an sich zu reißen. Doch zum Glück hat der König einen genialen Plan nach dem anderen, den natürlich wir in die Tat umsetzen dürfe. Als Spielmechanik ausgedrückt bedeutete das, auf einer Übersichtskarte einen Level nach dem anderen anzusteuern und wenn möglich erfolgreich abzuschließen. Einige Punkte auf der Karte liegen auf einer Art braunem Podest, für diese existiert eine weltweite Bestenliste. Pro Level gibt es mindestens eine Medaille zu erreichen, manchmal sind es deren zwei oder drei, diese müssen allerdings unter immer schwierigeren Bedingungen verdient werden.

Die spielerische Vielfalt in diesem Mega Quest ist enorm. Mal gilt es, in einem Wettrennen den ersten Platz zu belegen, dann stehen nur begrenzte Züge zur Verfügung um ein bestimmtes Ziel zu erreichen, ein anderes Mal wollen vorgegebene geometrische Figuren exakt nachgebildet werden. Die Grundmechanik ist dabei immer die selbe, für den Ideenreichtum muss man den Entwicklern dankbar sein, er ist nämlich auch ein großer Motivationsquell.

Gut imitiert und innoviert

Wie bei SameGame können auch hier alle zusammenhängenden gleichfarbigen Blöcke mit einem Zap (eine Berührung mit dem „Zauberstab“) eliminiert werden. Alles was darüber liegt fällt nun herunter und arrangiert sich neu. Im Gegensatz zu Mr. Driller führt der Weg aber nicht immer nur stur nach unten, sondern häufig auch zur Seite oder nach gar nach oben. Hin und wieder müssen sogar höher liegende Objekte sanft gen Boden befördert werden. Die Blöcke fallen mit einer kurzen Verzögerung herunter, welche gerade so ausreicht, eine blitzschnelle Entscheidung zu fällen. Wer auch nur den Bruchteil einer Sekunde zu lange zögert oder sich falsch bewegt, wird erbarmungslos zerquetscht. In einem Wettrennen kostet das wertvolle Zeit, bei anderen Aufgabenstellungen gilt das Level sofort als verloren.

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Einige spezielle Objekte und Extras lockern die Zerstörung der Steinchen merklich auf. Im Wasser ist es ein Leichtes nach oben zu schwimmen, gelbe Bereiche laden die „Extase“-Anzeige auf, welche für kurze Zeit das Sprinten erlaubt. Mit einer Flammenaufladung zischen die toten Köpfchen durch mehrere Steine ungebremst hindurch, der Donnerstab verschießt in eine beliebige Richtung einen alles durchdringenden Strahl. Insgesamt stehen zwar recht wenige Elemente zur Verfügung, allerdings wurden diese sehr clever eingesetzt. Insgesamt ist der Einzelspieler hierdurch sehr abwechslungsreich und kurzweilig geraten. Auch wenn die Story recht schnell durchgespielt ist, macht der kurze Trip sehr viel Spaß. Die oben erwähnten Level mit Bestenliste sorgen aber für eine gute Portion Motivation, zumindest unter den Freunden der Beste zu sein.

Mehr Spieler!

Im Multiplayer spielt nur die Geschwindigkeit eine Rolle. Bis zu vier Spieler spurten entweder im Splitscreen oder per Xbox Live um die Wette. Insgesamt stehen leider nur vier Cups mit jeweils vier Strecken zur Verfügung. Bestimmte Extras gibt es auch nur in diesem Modus und dienen dazu, die Gegenspieler aufs Übelste zu ärgern. Es kommt wirklich selten vor, dass sich einer der Kontrahenten einen ordentlichen Vorsprung erarbeiten kann und so ist das Gerangel um die Plätze immer sehr groß. Man könnte fast schon sagen, es geht chaotisch zu. Doch das ist absolut nicht negativ gemeint, denn die Spannung bleibt so bis kurz vor dem Ziel erhalten und nicht selten gewinnt der Viertplatzierte mit einer Millisekunden Vorsprung doch noch das Rennen. Schadenfreude, Fluch- und Jubelattacken sind an der Tagesordnung, alles Eigenschaften die einen guten Mehrspielertitel ausmachen.

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Raskulls ist bunt, witzig, oft hektisch und manchmal knifflig. Diese vielen unterschiedliche Qualitäten machen es zu einem perfekten Beispiel für einen gelungen Arcade-Titel. Ihr werdet sicher keine Stunden am Stück den Multiplayer spielen wollen, aber für eine Runde zwischendurch ist dieses Spiel immer gut. Insgesamt könnte man vielleicht den Umfang beider Modi bemängeln, für den Preis von etwa zehn Euro wird hier meines Erachtens aber genug geboten.

Auch Raskulls ist Teil der Games for the Holidays-Promotion. Wenn ihr Erfolge in A World of Keflings oder ilomilo gesammelt habt, schaltet ihr spielbare Charaktere frei.

Rating: ★★★★☆

Preis: 800 Microsoft Points (zum Marktplatz)

Unlockables: Avatar Auszeichnungen (2), Spielerbilder

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