Mrz 052011
 

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Lange genug hat’s gedauert, doch nun endlich greift jemand die Grundidee von Micro Machines 2 auf und macht daraus eine Neuauflage. Das Knock-Out-Rennen, bei dem die Opponenten mit allen Mitteln aus dem Bild gedrängt werden müssen, ist allerdings nur eine von vier Mehrspieler-Varianten bei TNT Racers. Die größten Unterschiede sind zunächst die optische Darstellung (isometrisch statt direkt von oben) und der Einsatz einer Vielzahl von Extras. Bei näherem Hinsehen ist vor allem das Streckendesign erheblich konventioneller, außerdem fehlt die tolle Abstoß-Physik der Autos des Oldies vollständig.

Okay, das war jetzt recht viel Insider-Gerede direkt zu Beginn. Bei TNT Racers (und Micro Machines) handelt es sich um einen Fun Racer, wie man heute sagt. Es wird zwar ein umfangreicher Einzelspieler-Modus geboten, zur Blüte reift das Konzept allerdings erst mit mehreren Mitspielern (bis zu vier, on- oder offline). Die Ziele sind je nach Modus verschieden, das Grundprinzip bleibt aber immer gleich: Ihr dreht in einem Fantasieflitzer auf diversen thematisch unterschiedlichen Strecken eine Runde nach der anderen und müsst besser sein als die Konkurrenz.

Viel Licht, wenig Schatten

Das Wichtigste bei dieser Art von Spiel sind immer die Steuerung und das Fahrverhalten. In beiden Punkten kann TNT Racers ohne Frage glänzen. Bei den versprochenen 18 Strecken handelt es sich jedoch lediglich um neun einzigartige, die jeweils vorwärts und rückwärts gezählt wurden. Das ist definitiv zu wenig und somit der erste gröbere Kritikpunkt. Weitere Strecken werden ohne Frage per kostenpflichtigem DLC nachgereicht, wie das heute (leider) so üblich ist. Die verschiedenen Wagen, von denen es ebenfalls nicht gerade viele gibt, unterscheiden sich zwar deutlich im Aussehen, das Fahrverhalten ist jedoch absolut identisch (zumindest konnte ich keine Unterschiede feststellen).

In zwei anderen Bereichen hat TNT Racers jedoch eindeutig mehr zu bieten. Da wäre zum einen die Vielzahl der Modi. Die Variation im Einzelspieler ist erheblich größer, doch mit vier unterschiedlichen Zielsetzungen im Mehrspieler ist die Auswahl breiter als noch bei MM. Ihr könnt einzelne Strecken fahren oder Turniere mit bis zu zehn Rennen bestreiten. Zur Wahl stehen das oben erwähnte Knock-Out-Event, eine festgelegte Punktzahl zu erreichen oder wer die meisten Points nach einer bestimmten Zahl Strecken oder Minuten erreicht hat. Der zweite Bereich ist die große Zahl der Extras, satte fünfzehn Stück werden per Zufallsgenerator verteilt. Anfangs ist man ob dieser Vielfalt natürlich überfordert, doch schon nach kurzer Zeit sind alle Wirkungen gelernt und verinnerlicht. Wenn ihr keine vier Spieler zu Hand habt, könnt ihr die restlichen Plätze (maximal vier Autos auf der Strecke) mit der KI füllen oder leer lassen.

Eine gute Wahl für Fans des Genres

TNT Racers bietet, wie bereits erwähnht, vor allem im Multiplayer zumindest in kurzen Schüben eine Menge Kurzweil. Leider ist online so gut wie nichts los, weshalb ihr nur zuschlagen solltet, sofern ihr genügend Kumpel zur Hand habt. Insgesamt ist für mich Micro Machines 2 das bei weitem bessere Spiel, aufgrund der höheren Zahl an Strecken und den vielen Vehikeln mit deutlich differenziertem Fahrverhalten. Doch solange es nichts Vergleichbares auf aktuellen Konsolen mit einem Online-Modus gibt, kann ich mir ganz prima die Zeit mit diesem lustigen Vertreter vertreiben.

Rating: ★★★½☆

Preis: 7,99 €

Homepage / Nintendo-Infoseite

Preis: 1.000 Wii Points

Homepage / Nintendo-Infoseite

Preis: 9,99 € (PS3) / $9.99

Homepage / PlayStation-Infoseite

Preis: 800 Microsoft Points (zum Marktplatz)

Unlockables: Keine

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