Apr 012011
 

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Schauen wir uns einmal an, womit Atari seinen neusten Download-Titel im Ghostbusters-Universum bewirbt:

– zwölf Level Geisterjäger-Spaß im Arcade-Style
– spiele irgend einen der brandneuen Geisterjäger
– bis zu vier Spieler im Koop-Multiplayer
– erhalte neue Waffen im Kampf gegen das Paranormale

Vier Spieler kooperativ? Na das hört sich doch wunderbar an! Wir erinnern uns zudem nur zu gerne an das letzte (Vollpreis)Game mit den vier Jungs zurück, welches spielerisch zwar nur gehobene Durchschnittskost bot, das Gefühl, ein vollwertiges Mitglied der Geisterjäger-Truppe zu sein, aber exzellent vermitteln konnte. Man könnte also meinen, Atari hätte etwas verstanden. Wir bekommen endlich ein komplett kooperatives Spiel, in einem wohl bekannten und immer wieder gerne besuchten Setting. Da kann doch eigentlich nicht viel schief gehen, oder? Es kann.

Aller Anfang ist gut

Dabei fängt alles noch so schön an. Ray Dingsbums Jr. gibt seinen Smash-Hit im Menü zum besten und ein Comic-Strip stimmt uns mit den Original-Charakteren prächtig auf den Kampf gegen Geist, Schleim und fiese Oberbösewichte ein. Doch schon nach wenigen Sekunden im Spiel der erste Schock, der alteingesessene Fans in ihren Grundfesten erschüttert: die Strahlen werden gekreuzt, einfach so! Immer wieder, ohne jegliche Konsequenzen, als wäre es das Natürlichste auf der Welt. Und es geht derart „unrealistisch“ weiter. Jedes Kind weiß doch, dass zum fangen jeglicher paranormaler Kreaturen Fallen benötigt werden. Jedoch nicht so in Sanctum of Slime. Hier pulverisieren wir etliche Gespenster einfach so – mir nicht, dir nichts – mit dem Protonenstrahler. Lediglich bei den Endgegner kommt die gute alte Falle wieder zum Einsatz.

Ich wäre gerne bereit, diesen ganzen wirklichkeitsfremden Quatsch durchgehen zu lassen, wenn sich zumindest irgendwo ein einigermaßen anständiges Spiel verbergen würde.

Da brat‘ ich mir doch lieber Marshmellows (die ich überhaupt nicht ausstehen kann)

Doch irgendwie hat es nicht sollen sein. Der Großteil von Ghostbusters: Sanctum of Slime wird aus einer isometrischen Draufsicht gezeigt, lediglich die mehrmals vorkommenden automatischen Fahrsequenzen bringen ein wenig perspektivische Abwechslung. Das Gameplay ist recht einfallslos: statt der alteingesessenen Kumpanen, steuern wir einen von vier Anfängern von einem bildschirmgroßen Schauplatz zum nächsten. Erst wenn der eine Bereich vollständig von Ungeziefer befreit wurde, darf der nächste betreten werden. Vier Geisterjäger sind immer gleichzeitig auf dem Schirm, auch im Einzelspieler. Insgesamt drei Waffen stehen ab dem dritten Level zur Verfügung, die sich zwar in ihrer Farbe und der Art der Projektile unterscheiden, aber nicht in der Schussstärke. Stattdessen gilt es, die Gegnergestalten farblich passend zu beschießen, um sie besonders effektiv zu beseitigen.

Natürlich braucht ein kooperatives Spiel auch eine Art von Wiederbelebung, sollte einem Gefährten die Energie ausgehen. Das wurde besonders glorreich gelöst, denn es genügt nicht, kurz eine Taste zu drücken; stattdessen muss ein Knopf für eine bestimmte Zeit im Takt betätigt werden. Somit dauert es einige Sekunden, bis der gefallene Kamerad wieder auf den Beinen steht und einsatzbereit ist. Den wild herumschwirrenden Geistern jeglicher Art ist es natürlich pupsegal, ob ihr gerade euren Wiederbelebungs-Takt am finden seid. Besonders mit den CPU-Zeitgenossen werden so manche Stellen zur unüberwindbaren Torturen und zu einem echten Belastungstest für die Nerven (die erste Stelle dieser Art ist im dritten Level zu finden). Egal wie man sich auch bemüht, die dumme, dumme künstliche Intelligenz mag in diesen Situationen einfach nicht hilfreich sein.

I AM afraid of this game

Im Multiplayer mit Menschen sieht die Sache zum Glück ein wenig anders aus. Die frustigen Stellen sind nicht ganz so frustig und lassen sich eigentlich ganz gut meistern. Kurzzeitig mag sogar so etwas wie ein Anflug von Spaß aufkommen. Nein, das war gelogen. Auch zu viert in geselliger Runde möchte man sich lieber gegenseitig die Nasenhaare trimmen, als Sanctum of Slime zu spielen. Die zwölf Level hören sich in diesem Zusammenhang eher wie eine unheilvolle Drohung an. Gut, ich mag ein klein wenig übertreiben, kann mir aber beim besten Willen nicht vorstellen, wie jemand dieses Spiel wirklich richtig gerne immer und immer wieder spielt, weil er oder sie es so toll findet.

Uninspiriert und dröge sind nur zwei der vielen Adjektive, die mir im Bezug auf das Gameplay einfallen. Entweder plätschert der Schwierigkeitsgrad so vor sich hin, oder das Game dreht richtig auf und gibt euch kaum eine Chance. Dazwischen gibt es leider nichts. Hätte Atari es bei dem Menü mit der Originalmusik und den Comics belassen, hätte Ghostbusters: SOS (selten war ein Kürzel treffender) eine bessere Wertung kassiert. Doch selbst dann gäbe es noch Kritik, denn einige der Sprechblasen sind so unfassbar klein geraten, dass ich sie sogar auf meinem 32″ Fernseher unmöglich ausmachen konnte. Es ist einfach verdammt schade, dass wir nach dem wirklich tollen Ghostbuster: The Video Game diese unterdurchschnittliche Fast-Katastrophe vorgesetzt bekommen.

Rating: ★½☆☆☆

Preis: 7,99€ (Steam)

Betriebssystem: Windows

Homepage / Forum

Preis: 8,99€ / $9,99

Homepage / PlayStation-Infoseite

Preis: 400 Microsoft Points (zum Marktplatz)

Unlockables: Keine

Homepage / Forum

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