Mai 142011
 

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Das Prinzip eines Zweistick-Shooters ist schnell erklärt: Meist fliegt man mit einem Raumschiff in einem begrenzten Gebiet und schießt auf alles, was sich bewegt. Was simpel klingt und auch einfach zu erlernen ist, ist häufig sehr spaßig und fordernd. Gum Drop Celestial Frontier reiht sich von der Grundstruktur her in die große Zahl der Zweistick-Shooter ein und geht doch einen anderen Weg: hier wird nicht geschossen sondern „geschwungen“.

It’s Swing Time

Ihr steuert ein Raumschiff in der bekannten Vogelperspektive durch ein rechteckiges Asteroidenfeld und müsst eure fliegende Basis vor angreifenden Gegnern beschützen. Sollte eines eurer beiden Schiffe zerstört werden, ist das Spiel vorbei. Zwar kann sich die Basis in geringem Maße verteigen, jedoch reicht das bei der großen Anzahl an Angreifern definitiv nicht aus. Hier kommt ihr ins Spiel. Anstatt die Gegner ganz klassisch mit Laser und Raketen abzuwehren, setzt ihr auf eine Art Abrissbirne, die an eurem Raumschiff befestigt ist und schleudert die Gegner damit ins Verderben. Dies geschieht mit einer der beiden Schultertasten des Controllers, das Raumschiff manövriert ihr mit dem linken Stick. Je freier ihr euch bewegen könnt, desto mehr Schwung baut die Abrissbirne auf und ihr versucht dann einen Gegner zu treffen.

Was im ersten Moment einfach klingt, wird durch mehrere Faktoren erschwert. Einerseits brauchen die Feinde je nach Typ mehr als nur einen Treffer, andererseits schwirren viele Asteroiden in der Gegend umher und blockieren eure Abrissbirne und somit eure Waffe. Dies könnt ihr euch auch zunutze machen. Mit genug Schwungkraft katapultiert ihr die Asteroiden aus dem Weg und die Feinde erleiden auch durch diese Schaden. Außerdem habt ihr die Möglichkeit eure Widersacher gegen die „Bande“ des Spielfeldes zu schleudern, um sie so schneller zu zerstören. Nebenbei sind noch einige Power Ups in der Gegend verteilt und ihr erhaltet beispielsweise automatisch feuernde Laserwaffen oder weitere Abrissbirnen, die an euer Raumschiff angedockt werden.

„Mission Complete“ – Was jetzt?

Das Spiel bietet vom Umfang her zwanzig Missionen mit vier Schwierigkeitsgraden (Easy, Normal, Hardcore und Insane) und dem immer gleichen Ziel: Zerstöre alle Gegner. Hier ist schnell die Luft raus und wirklich Freude kommt bei geschaffter Mission, die im Durchschnitt drei bis fünf Minuten dauert, nicht auf. Bis auf neue Gegnertypen und der obligatorischen Highscore-Jagd wird dem Spieler nichts geboten, was ihn bei Laune hält. Wenn ihr die ersten zehn Missionen abgeschlossen habt, schaltet ihr den Shooter-Modus frei, bei dem ihr eure Abrissbirne abschnallt und ganz klassisch mit Laserwaffen gegen die Gegnerhorden vorgeht. Zudem gibt es einen Survival-Modus, bei dem ihr gegen nicht enden wollende Wellen feindlicher Raumschiffe kämpft und versucht möglichst lange am Leben zu bleiben. Für den geringen Preis geht der Umfang meiner Meinung nach voll in Ordnung.

„Hast du was gehört?“

Die Grafik von Gum Drop Celestial Frontier ist in einfacher 2D-Optik gehalten, nichts Besonderes, aber auch nicht hässlich. Ein Problem ist allerdings die Unübersichtlichkeit. Gerade im späteren Spielverlauf ist es häufig schwer nachzuvollziehen, was auf dem Bildschirm passiert. Wie üblich in diesem Genre geht es drunter und drüber: Explosionen, Laser, haufenweise bunte Farben. Wo es die Konkurrenz, wie beispielsweise Geometry Wars schafft, eine gewisse Struktur in das Durcheinander zu bringen, so ist es hier häufig mit Glück verbunden. wirklich zu durchschauen, was auf dem Bildschirm passiert. Durch das simple Spielprinzip und den relativ einfachen Schwierigkeitsgrad wirkt sich das jedoch nicht zu stark auf das Spielgeschehen aus. Schlimmer ist da der Sound. Während im Hintergrund Standardmusik vor sich hinplätschert, ist die Armut an Soundeffekten besonders verheerend. Es gibt nur zwei bis drei Geräusche die auftauchen, während ihr gegen die feindlichen Raumschiffe zu Werke geht. Landet ihr einen Treffer oder gibt es eine Kollision, so hört ihr ein „Bong“, „Bonk“ oder „Bock“. Mehr gibt es nicht, keine Schussgeräusche, keine fetten Explosionen. Dadurch kann die Action nicht wirklich aufleben und es kommt keine Weltraumschlachten-Atmosphäre auf. Obwohl wir im Physikunterricht gelernt haben, dass man im Weltraum keine Explosionen hört. Wenn wir auf die Realität jedoch Wert legen würden, wären wir Astronauten und keine Videospieler geworden.

Der kleine Bruder in einer großen Familie

Gum Drop Celestial Frontier bringt zwar eine neue Art des Kämpfens mit sich und ist somit kein Zweistick-Shooter im klassischen Sinne, jedoch sieht alles andere genau danach aus. Ein Raumschiff mit einer Abrissbirne auszustatten klingt zwar interessant, kann aber nicht wirklich lange fesseln. Vielleicht hat der Macher deshalb gleich noch den klassischen Modus eingebaut. Leider ist die Konkurrenz in diesem Genre einfach zu groß, so dass sich dieses Spiel nicht besonders abheben kann. Im Großen und Ganzen kann man bei einem Preis von 80 Microsoft Points nicht viel falsch machen. Wenn ihr jedoch Geometry Wars oder die Xbox Live Indie Games wie Beat Hazard oder radiangames Inferno noch nicht gespielt haben, solltet ihr diesen den Vorzug geben.

Rating: ★★☆☆☆

Preis: 80 Microsoft Points (zum Marktplatz)

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