Mai 172011
 

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Blöcke, quadratische Gebilde in allen erdenklichen Variationen, nehmen in der Geschichte der Videospiele eine tragendere Rolle ein, als man vermuten würde. Bei Blocks That Matter dreht sich alles um sie und die Entwickler werden auch nicht müde, uns an vorangegangene Meilensteine zu erinnern. Doch dazu später mehr. Für sich gesehen bietet das Gameplay von BTM einen frischen, fast schon genialen Ansatz, der höchst unterschiedliche Elemente aus diversen Genres zu einem stimmigen Ganzen vereint.

Als Hauptmechanik muss der gute alte 2D-Platformer herhalten. Wir steuern den kleinen Roboter Tetrabot, der verblüffende Ähnlichkeit mit einer Waschmaschine aufweist. Neben laufen und springen, kann er herumliegende Blöcke einsammeln und horten: entweder wie Mario mit Köpfchen oder mit einem aus der „Waschtrommel“ ausfahrbaren Bohrer. Allerdings funktioniert der Bohrer nur, wenn unser Freund festen Boden unter den Füßen hat.

Mash it up, Chris!

Eine Anzeige am unteren Rand gibt euch jederzeit darüber Auskunft, auf wie viele und welche Blöcke ihr derzeit zurückgreifen könnt. Als letzte Komponente kommt nun noch ein wenig Tetris mit in den Mix. Um den Ausgang zum nächsten Level zu erreichen, müssen die gefundenen Blöcke nämlich geschickt in der Umgebung platziert werden. Dabei gilt es einige Restriktionen zu beachten: die gelegte Figur muss die Form eines Tetrominos haben, aus genau vier Blöcken bestehen und an einer soliden Wand beginnen. Bereits in der Umgebung vorhandene Blöcke darf man nicht in die Tetrominos integrieren, wird allerdings eine horizontale Linie aus mindestens acht Blöcken gelegt, darf man diese löschen.

Damit wäre die Spielmechanik vom Prinzip her erklärt. Wichtig zu erwähnen ist noch, dass die Konsistenz der Blöcke Einfluss auf die Puzzles hat (Sand fällt ohne Unterstützung nach unten, Holz kann entzündet werden). Leider wird darauf erst sehr spät in den fünfzig Leveln (vierzig Story plus zehn freischaltbare) eingegangen und auch nicht alle Beschaffenheiten werden zu gleichen Teilen berücksichtigt. Insgesamt sind alle Rätsel aber sehr abwechslungsreich und vor allem logisch aufgebaut. Man ist kontinuierlich über die eigene Spitzfindigkeit begeistert und löst schon nach kurzer Zeit zuvor noch für unmöglich gehaltene Aufgaben. Das Konzept der recycelbaren Blöcke funktioniert exquisit und motiviert ungemein, möglichst wenig Blöcke zurück zu lassen.

Ein wenig mehr Feinschliff

So weit, so gut. Doch jetzt muss ich zum ersten Mal meckern. Es ist zwar möglich, sich beim Platzieren der Tetrominos alle Zeit der Welt zu lassen und auch Korrekturen vorzunehmen, sind sie aber einmal gelegt, gibt es kein zurück mehr. Wenn man dann in den späteren, längeren Leveln einen Fehler macht – was nicht ausbleibt – dann darf das komplette Level bis zu diesem Punkt wiederholt werden. Und das geht gehörig auf den Zeiger!

Ebenfalls zu bemängeln ist das Tutorial, das zwar charmant in die Story verpackt wurde, aber einige wichtige Fragen nicht beantwortet und den Spieler mitunter etwas hängen lässt. Ich bin mir nicht sicher, ob das von den Entwicklern so gedacht war. Es könnte aber sicherlich einige potentielle Käufer davon abhalten, sich nach der Demo das Spiel zuzulegen. Denn wer nicht bereit ist, etwas Eigeninitiative zu zeigen, der könnte nach der Demo das anfangs etwa sperrig wirkende Konzept nicht im vollen Umfang begriffen haben. Und das wäre mehr als schade.

Das richtige Verhältnis und Geschichtsunterricht

Auch wenn euer Gehirnschmalz schwerpunktmäßig gefordert wird, gibt es einige Stellen, an denen es ohne ein gewisses Maß an Geschicklichkeit kein Vorankommen gibt. Ein Spiel so gemischt aufzubauen birgt immer die Gefahr, die Freunde des Hauptgenres (in diesem Fall Puzzle) vor den Kopf zu stoßen und ihnen das Produkt madig zu machen. In diesem besonderen Fall ist das Wort „Mash-Up“ aber von vornherein in großen Lettern über den Bildschirm geschrieben und sollte deshalb niemanden wundern oder verärgern. Ich finde die Gewichtung wurde genau richtig getroffen.

Zum Schluss noch ein paar Worte zum wunderbaren Bonus-System. In jedem Level verbirgt sich eine Schatztruhe, die es zu öffnen gilt, bevor das Level verlassen wird. Mein Tipp: unbedingt zuerst normal durchspielen, da meist eine Fähigkeiten benötigt wird, die erst im Spielverlauf dazukommt. In diesen Truhen verbergen sich Anspieltipps: Symbole, die auf andere Spiele hinweisen, in denen Blöcke eine Hauptrolle einnehmen. Es macht unheimlich viel Spaß, diese Games zu entdecken („Was kommt als nächstes, kenne ich das Spiel bereits?“). Zusätzlich werden die zehn Bonuslevel erst freigeschaltet, nachdem eine bestimmte Anzahl Truhen erfolgreich „gerettet“ wurden.

Am Ende des Tages haben die beiden Entwickler von Blocks That Matter sehr viel richtig gemacht. Die Produktionsqualität ist in diesem Preissegment leider viel zu selten, die Musik hört man sich auch gerne auf dem MP3-Spieler an und am Umfang gibt es absolut nichts zu meckern (Minimum sechs bis acht Stunden für alles freizuschalten). Ohne die kleinen Makel wäre die Wertung auch noch ein wenig höher ausgefallen.

Rating: ★★★★☆

Preis: 4,99€ (Steam)

Betriebssystem: Linux, Mac, Windows

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Preis: 240 Microsoft Points (zum Marktplatz)

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