Jun 112011
 

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Ich spiele sehr gerne Breakout-Klone, glücklicherweise gibt es gute Genre-Vertreter wie Sand am Meer. Je kreativer die Entwickler mit dem Thema umgehen, desto begeisterter bin ich in der Regel auch. Magic Orbz (das früher mal Magic Ball hieß) erfüllt auf den ersten Blick eigentlich alle wichtigen Kriterien. Es sieht gut aus, das Spielfeld ist komplett in 3D gehalten und sogar die Havok-Engine kommt für Physik-Effekte zum Einsatz, der Ball wird physikalisch korrekt vom Schläger reflektiert (SEHR wichtig) und eine große Anzahl Extras (sowohl positive als auch negative) stehen zur Verfügung. Warum will dann der Funke nicht so recht über springen?

Ein toller Ansatz…

Gehen wir zunächst noch einmal etwas näher auf die Features ein. Jedes Level bietet eine optische Szene, die auf den ersten Blick eigentlich überhaupt nicht nach Breakout aussieht. Tatsächlich muss aber so gut wie alles, was das Auge erblickt, mit dem Ball zerstört werden. Einige Objekte lösen bei einem Treffer einen Effekt aus. Die Kanone z.B. feuert eine Kugel ab, Feuerwerk fliegt gen Himmel und explodiert, Dynamit tut, was Dynamit eben tut. Manche dieser Objekte halten nur einen Treffer aus, andere bieten ihre Effekte (auch diese können negativ sein) mehrmals an, doch irgend wann ist immer das Ende der Fahnenstange erreicht.

Eng gekoppelt an die gute Optik, sind auch die tollen Effekte. Große Konstruktionen stürzen nach gut gesetzten Treffern ein, wobei sich die Trümmer über das Spielfeld verteilen. Ein Extra löst einen Orkan aus, dessen Auswirkung alles in eine Richtung weht (was super aussieht!). Und wer den Halbmond einsammelt, taucht die Szenerie sogar komplett in romantischen Mondschein. In diesen beiden Bereichen kann Magic Orbz also ganz gehörig punkten.

Auch was die Extras angeht, gibt es wenig Grund zu mosern. Alle Standards sind vorhanden, wie Vergrößerung des Schlägers und Beschleunigung des Balls, sowie die gegenteiligen Effekte, ein Magnet der die Bälle am Schläger hält und eine Reihe unterschiedlicher Waffen. Weitere Items machen nur Sinn im Kontext dieses Spiels, wie ein kleiner Meteoritenschauer oder eine Gewitterwolke mit Blitzeinschlägen, die beide für Verwüstung sorgen.

… versickert in der Belanglosigkeit

Das hört sich soweit alles sehr gut an, doch leider stellt sich schon nach wenigen Leveln Langeweile ein, einfach weil das Spiel zu mühselig wird. Hin und wieder schafft man mal eine Stufe ganz problemlos (den richtigen Extras sei Dank), die meiste Zeit ist aber leider das Gegenteil der Fall. So schön die Szenen auch aussehen, sie bieten einfach zu viele Objekte, die getroffen werden müssen. Kaum eins verabschiedet sich nach nur einem Treffer und viele der Objekte sind unheimlich komplex aufgebaut (auch in die Höhe). Wenn es dann daran geht, die letzten verbleibenden Trümmer akkurat nur mit dem Ball abzuschießen, nimmt man die undankbare Rolle des Zuschauers ein.

Zwar gibt es neben den zwei im Hauptspiel integrierten Szenarien drei weitere als DLC, die sich optisch unterscheiden, allerdings gleichen sich alle zu sehr in einem Punkt. Die Entwickler setzen uns einfach nur noch Level mit unzähligen Objekten vor die Nase, ohne Kreativität, und genau in diesem Punkt werden dann die Schwachstellen augenscheinlich. Ich bin mir sicher, dass Gelegenheitsspieler Dank der tollen Aufmachung viel Spaß mit diesem Titel haben können. Bei der riesigen Auswahl an besseren Vertretern möchte ich allen anderen aber vom Kauf abraten.

Ergänzend sei noch erwähnt, dass sowohl on- als auch offline zwei Mehrspieler-Modi zu Verfügung stehen: Koop und Versus. Leider habe ich nie jemanden online getroffen, der das Game zur gleichen Zeit wie ich gespielt hat und wenn ich mal Besuche hatte, kam ich nie auf die Idee, Magic Orbz anzubieten. Ich kann mir aber gut vorstellen, dass der Spaßfaktor zu zweit ein wenig in die Höhe geht.

Rating: ★★★☆☆

Preis: €9,99 / $9,99

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