Jun 132011
 

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Fukushima, Atomausstieg, Klimaerwärmung: Diese Begriffe beherrschten in der letzten Zeit die Medien. Ob in der Zeitung im Fernsehen oder gar im Kino, überall setzte man sich intensiv mit den Themen auseinander und auch das Denken in der Bevölkerung und der Politik wurde nachhaltig beeinflusst. Warum also nicht auch mal ein Videospiel zum Thema machen, dachten sich wohl die Jungs von Monkeys In Space Suits und liefern uns mit Megalopolis eine Aufbausimulation, in der der Umgang mit der Umwelt eine wichtige Rolle spielt.

Atomkraft adé, Solarkraft juche!

Das Ziel des Spiels ist es eine Stadt zu errichten, sie wachsen zu lassen und eine möglichst hohe Einwohnerzahl zu erreichen. Die Besonderheit bei Megalopolis liegt jedoch darin, dass ihr nicht einfach nur ein Hochhaus neben das Andere stellt, um so eurem Ziel näher zu kommen, sondern genau darauf achten müsst, wie die Umwelt mit euren Baumaßnahmen zurechtkommt.

Zu Beginn des Spiels stehen euch nur geringe Möglichkeiten zur Verfügung: Ihr könnt einfache Häuser, eine Wasserversorgungsanlage und ein Kohlekraftwerk bauen, um den Grundstein für eure Stadt zu legen. So fangt ihr damit an einige Wohnbauten aufzustellen und sorgt für Wasser- und Energieversorgung, um so die Leute zu einem Einzug zu bewegen. Ob eure Versorgungsanlagen die Häuser erreichen, seht ihr nach einem einfachen Knopfdruck und ihr versucht die Stadt so anzuordnen, dass möglichst viele Menschen von wenigen Kraftwerken versorgt werden. Was einfach klingt, wird zum Kernelement des Spiels, denn die Art der Energieversorgung ist das zentrale Thema. Ihr müsst euch beispielsweise entscheiden ob ihr auf die günstige aber schmutzige Kohlekraft oder die saubere aber dafür teurere Solarkraft setzt. Entscheidet ihr euch für Ersteres, könnt ihr im Gegensatz zur ökologischen Kraft mehr Häuser erreichen, stoßt dafür aber sehr viel CO2 in die Atmosphäre. Dies ist insofern verheerend als das die Umwelt nur eine bestimmte Menge an Kohlenstoffdioxid verträgt und sich bei zu hoher Belastung an euch rächt. Diese Entscheidungen und die Planung der Stadt sprechen sowohl eure strategischen Talente als auch eure Moral an, da euer Baustil Konsequenzen für den weiteren Verlauf hat.

Feuer, Wasser, Sturm

Die Höhe des aktuellen CO2-Ausstoßes wird euch als Balken im unteren Bildschirm angezeigt. Wie viel des schädlichen Gases ihr produzieren könnt, ohne mit Gefahren zu rechnen, hängt davon ab, wie viel Natur es in eurem Baugebiet gibt. Holzt ihr Bäume ab, erhaltet ihr zwar Geld und mehr Platz zum Bauen, dafür lauft ihr jedoch Gefahr Opfer einer Naturkatastrophe zu werden, denn die Bäume werden benötigt, um CO2 zu verarbeiten. Wenn ihr dann einmal zu weit gegangen seid, erwarten euch unterschiedliche Katastrophen. Ähnlich wie in Sim City werdet ihr dann von Stürmen heimgesucht, die eure Gebäude zerstören, Waldbrände werden ausgelöst und im schlimmsten Fall steigt der Meeresspiegel an und das Spiel ist vorbei. Ihr müsst also dafür sorgen, dass sich Ökologie und Ökonomie immer in Waage halten. Meiner Meinung nach bringt es sehr viel Freude und Befriedigung, wenn man für eine Solarkraftanlage spart, diese dann baut und feststellt, dass es keine Konsequenzen für eure Umwelt hat! Anfangs erscheinen die sauberen Technologien zwar etwas schwach, denn sie versorgen nur einen kleinen Radius mit Energie, da aber jedes Gebäude über drei Ausbaustufen verfügt, könnt ihr definitiv auch auf Sonnen-, Wind- und Wasserkraft setzen.

Wenn euch noch Geld fehlt, um teure Kraftwerke oder größere Häuser zu bauen, könnt ihr Einkaufszentren errichten, um eure Einwohner mit Luxusgütern zu versorgen. Wenn ihr das tut, dann knüpft ihr den Haushalten in der Nähe dieser Einkaufszentren mehr Geld für die Miete ab, da ihr Lebensstandard gestiegen ist. Neben diesem „optionalen“ Gebäudetypen gibt es noch eine Umweltanlage, welche die CO2- Belastung in einem bestimmten Radius verringert. Außerdem werdet ihr dadurch motiviert, dass ihr im Spielverlauf modernere Technologien, wie beispielsweise Atomkraftwerke, freischaltet.

Weniger CO2 = mehr Punkte

Das Spiel bietet euch eine Kampagne mit zehn Missionen, bestehend aus sieben Haupt- und drei Bonusaufgaben und einer netten Hintergrundgeschichte. Außerdem wird euch anfangs ein sehr schönes Tutorial, sowohl zum Spielen als auch zum Lesen, geboten. Daneben gibt es einen Free Mode, welcher euch zehn Minuten Zeit gibt, eine möglichst hohe Punktzahl mit den feigeschalteten Technologien zu erreichen. So werdet ihr eine Weile damit beschäftigt sein eine riesige Stadt zu erschaffen und dabei vollständig auf erneuerbare Energien zurückzugreifen. Megalopolis ist fast wie ein Solarkraftwerk: etwas teurer in der Anschaffung als andere Indie Games aber auf langer Sicht gehaltvoller als die günstigeren Alternativen.

Rating: ★★★★☆

Preis: 400 Microsoft Points (zum Marktplatz)

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  • Danke für den Tip! Macht echt Spaß!

  • Barghest

    Vielen Dank vom M.I.S.S.-Team für dieses großartige Review! Thumbs up! Solche Reviews geben uns Kraft!