Jun 182011
 

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So kann man’s auch machen. Die erfolgreichen Keflinge haben wohl einen Exklusiv-Vertrag mit Microsoft (auf Lebenszeit) unterzeichnet und werden deshalb nie auf einer anderen Konsole als der Xbox 360 herumwuseln. Wie zieht sich Entwickler NinjaBee also clevererweise aus der Affäre? Verpasst dem Konzept einfach eine neue Hintergrundstory sowie einen neuen Anstrich und bringt es unter anderem Namen – Akimi Village – für die PlayStation 3 auf den Markt. Wirklich böse kann man dem kleinen Studio aber nicht wirklich sein, denn zum einen macht das Gameplay nach wie vor Laune, zum anderen gibt es doch eine ganze Liste mit Änderungen. Diese sind sowohl negativ, als auch positiv im Vergleich zu A Kingdom for Keflings und A World of Keflings.

Der wichtigste Punkt soll zu Beginn noch Erwähnung finden, denn auf einen Mehrspieler-Modus wurde auf der PS3 komplett verzichtet. Es besteht lediglich die Möglichkeit, Freunden Rohstoffe verpackt in Kisten zuzusenden.

Kefling-was? Erklär‘ nochmal!

Die Grundmechanik ist wie gesagt identisch, noch immer haben wir es mit einem absolut friedlichen Spiel zu tun, das ohne wirkliche Herausforderung oder Möglichkeiten zu verlieren auskommt. Auf einer schwebenden Insel steht zu Beginn nur ein kleiner Bereich zu Verfügung, der bebaut werden kann. Der Rest ist in dunkle Unfruchtbarkeit gehüllt. Wir steuern einen Charakter, der in dieser Welt wortwörtlich ein echter Riese ist, während die winzigen Akimis sich ihm willentlich hingeben und seinen Befehlen zur harten Maloche ohne Widerworte folgen.

Alles beginnt mit einem Produktionsgebäude (Arbeitshütte), einer Blaupause (Bauplan) und enormen Vorkommen an unterschiedlichen Ressourcen (Stein, Holz, Bambus usw.). Um das Spiel erfolgreich zu beenden, müssen alle Gebäude errichtet und die Insel fruchtbar gemacht werden. Die zum Bau benötigten Rohstoffe lässt man einfach von den Winzlingen abbauen (man kann auch selbst Hand anlegen) und in die Arbeitshütte bringen. Jedes Produktionsgebäude erfüllt eine doppelte Funktion: es lagert eine unbegrenzte Menge an Rohstoffen und hier lassen sich die für den Bau einer Blaupause benötigten Teilstücke in Auftrag geben. Diese werden fast augenblicklich produziert und müssen dann nur noch an den gewünschten Bauplatz transportiert werden. Die Teilstücke kann aber nur unser Riese selbst tragen, die Akimis sind hierfür zu schwach.

Same same, but different

Mit jedem erfolgreich abgeschlossenen Bau schalten wir neue Blaupausen frei. Neue Gebäude geben z.B. Boni auf die Arbeitsgeschwindigkeit oder können Rohstoffe zu einer neuen Form weiterverarbeiten, welche wiederum zum errichten von weiterentwickelten Strukturen benötigt werden. Den Kulturpunkten, die ausschließlich für das erste Bauwerk der gleichen Sorte gutgeschrieben werden, fällt eine besondere Bedeutung zu. Für jeweils zehn Punkte erhält man einen Baumsamen, der nur in vorgegebenen Löchern gepflanzt werden kann und die unmittelbare Umgebung „purifiziert“, also für uns nutzbar macht. Als zweite und letzte Möglichkeit der Purifizierung stehen zu einem späteren Zeitpunkt, in einem aufgewerteten Gebäude, spezielle Pflanzen bereit, die man frei platziert darf.

Akimi Village unterscheidet sich nicht sonderlich viel von den beiden „Originalen“. Einiges wurde weggelassen, z.B. die Möglichkeit, Gebäude zu verschieben, die starken Helfer-Keflinge oder viele der individuellen Gestaltungsmöglichkeiten. Dafür darf sich der Kenner über ein paar nützliche Verbesserungen freuen. So stehen die einmal gebunkerten Ressourcen in jedem Gebäude zur Verfügung, egal wo sie ursprünglich eingelagert wurden und die Baupläne wurden mit der expliziten Info erweitert, in welchem der Produktionsgebäude die einzelnen Teile zu bekommen sind. Der Tag/Nachtwechsel ist eine der sinnlosesten Neuerungen, da er lediglich für die Farm gebraucht wird (morgens gibt’s neues Stroh), er ansonsten aber lediglich ein wenig die Optik beeinflusst. Da hätte man vielleicht mehr draus machen können?

A Village of Keflings in a World for Akimis

Wie dem auch sei, wer zuvor aufgrund der mangelnden Hardware noch nicht in den Genuss der NinjaBee-Werke gekommen ist, der darf sich über ein rundum gelungenes Produkt freuen. Das friedliche Spielkonzept kann Spieler jeden Alters begeistern, allerdings ist nach etwa sechs bis sieben Stunden alles gebaut. An der eigenen Siedlung darf darüber hinaus freilich ohne Begrenzung weiter gefeilt werden, allerdings gibt es keinen anderen Modus neben der Story, was die Langzeitmotivation doch arg einschränkt. Wer zuvor schon zweimal in Keflinghausen zu Besuch war, einfach nicht genug kriegen und auf einschneidende Innovationen verzichten kann, dem wird durch das neue Setting durchaus genug Anreiz für einen dritte Stippvisite geboten. Mir hat Akimi Village stellenweise tatsächlich mehr Spaß gemacht, erklären warum kann ich aber nicht (vielleicht liegt’s an der tollen Musik?).

Rating: ★★★½☆

Preis: 9,99€ / $9,99

Homepage / PlayStation-Infoseite

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