Jun 252011
 

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Gut Ding will Weile haben. Bereits 2007 gab es Videos von The Adventures of Shuggy zu sehen und 2009 sah es quasi schon so aus, wie das jetzige Endprodukt. Vielleicht erfahren wir ja demnächst in einem Post Mortem, was da so lange gedauert hat (mich würde es interessieren). Ursprünglich war auch eine Veröffentlichung als Xbox Indie geplant, aber immerhin hat der lange Entwicklungsprozess nun dazu geführt, dass das Spiel als Xbox Live Arcade-Titel auf den Markt gekommen ist. Die Wartezeit, ich darf es vorweg nehmen, hat sich absolut gelohnt.

Ein ganz klassischer 2D-Platformer…

Wir finden uns zu Beginn des Spiels in einem schottischen Herrenhaus vor einer Menge verschlossener Türen wieder und übernehmen die Steuerung des Besitzers, Shuggy dem Cartoon-Vampir. Hinter jeder Pforte verbergen sich Level, welche größtenteils komplett auf den Bildschirm passen. Das Ziel lautet immer: alle Edelsteine (in möglichst kurzer Zeit) einzusammeln. Lediglich die Bosskämpfe verlangen ein gewiefteres Vorgehen. Mit jedem erledigten Raum, öffnen sich mehrere Türen, so dass man immer eine Wahl hat. Es muss auch nicht jeder Level geschafft werden, um weiter voranzukommen. Zwischen den fünf thematisch (musikalisch, optisch) unterschiedlichen Hallen, die der Stufenauswahl dienen, wird eine kleine Geschichte in Form von Comicstrips erzählt.

Das Besondere an The Adventures of Shuggy sind aber weder die schöne Optik vom Deutschen Chris Hildenbrand, noch die gut ins Ohr gehende Musik. Die Stars sind das Leveldesign und die Spielmechanik(en). Also das, worauf es uns eigentlich ankommt. Es werden auch nicht ganz die Brillanz oder der Umfang eines Super Meat Boy erreicht. Aber wenn ich am Ende eines Spiels das Bedürfnis verspüre, weiter zu spielen, dann hat es zu wenig Level (obwohl es über hundert sind), es spricht aber auch Bände über die Qualität.

…bei dem Abwechslung und Spielspaß groß geschrieben werden

Bis zum Ende wirft uns David Johnston (zuständig für Programmierung, Spielkonzept und Leveldesign) die cleveren Levelstrukturen und Spielmechaniken nur so um die Ohren. Klar, nicht hinter jeder Tür verbirgt sich eine eigene Mechanik, aber die enorme Abwechslung ist schon beeindruckend. Mal kooperiert ihr mit computergesteuerten Verwandten von Shuggy, dann wird das komplette Konzept von Bombjack übernommen, hin und wieder kann der Protagonist so oft springen wie er will, auch ohne festen Boden unter den Füßen, ein anderes Mal kann er sich gar nicht bewegen oder nur indirekt per Knopfdruck gesteuert werden. Auch zum Einsatz kommen Teleporter, ein Seil mit dem vor allem Worms-Veteranen viel Spaß haben werden, kleine orange Tierchen (die Schmu), die aus lauter Angst vor dem riesigen Shuggy in die Luft springen und eine Hauptfigur in drei unterschiedlichen „Zoomstufen“ (winzig klein, normal groß und gigantisch).

Dass nicht jede Mechanik jedem gleich gut gefällt, versteht sich von selbst. Mir haben zum Beispiel die Level mit den Geistkopien ziemlich zu Anfang wenig Spaß gemacht. Zum Glück kommen die nach dem Heizkessel-Boss fast gar nicht mehr vor und generell wurde es danach erst so richtig interessant (für mich). Im späteren Verlauf greifen dann verschiedene Konzepte nahtlos ineinander, was auch ganz grandios gelöst wurde.

Bitte mehr davon!

Einige der brillanteren Ideen werden aber leider nicht oft genug eingesetzt, was auch der einzige wirklich gravierende Kritikpunkt ist. Denn für Langzeitmotivation ist durch die Bestenlisten pro Level gesorgt, hier könnt ihr mit Bekannten und dem Rest der Welt um die schnellsten Zeiten wetteifern. Die 36 Stufen, die speziell für den Koop entworfen wurden, sind leider – wie so oft in der jüngeren Vergangenheit – auf lokale Freuden begrenzt. Online stehen lediglich zwei auf Wettstreit beruhende Modi zur Verfügung, für welche derzeit leider kaum Mitspieler aufzutreiben sind.

The Adventures of Shuggy bietet eine gelungene Mischung aus Geschicklichkeit und grübeln, bleibt zu jeder Zeit betont klassisch, und strotzt nur so vor Einfallsreichtum. Durch den nicht ganz so hohen Schwierigkeitsgrad und die nonlineare Struktur, ist es auch für ungeübtere Spieler zugänglich (Profis spielen auf Zeit).

Rating: ★★★★☆

Preis: 11,99€ (Steam)

Betriebssystem: Windows

Homepage / Forum (Steam)

Preis: 400 Microsoft Points (zum Marktplatz)

Unlockables: Spielerbilder

Homepage / Forum

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