Jul 052011
 

mightandmagic clashofheroes1-tnmightandmagic clashofheroes2-tnmightandmagic clashofheroes3-tnmightandmagic clashofheroes4-tn

Bejeweled hat die Unterkategorie „Match 3“ des Puzzlegenres zwar nicht erfunden (davor gab es z.B. Columns oder PuyoPuyo), aber es der breiten Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Während andere Firmen sich in dessen Erfolg sonnen, einen uninspirierten Klon nach dem anderen raushauen und den Markt damit überfluten, hat sich Capybara Games auf die Fahne geschrieben, diesem Missstand ein Ende zu bereiten. Nach dem grandiosen Critter Crunch (Test folgt) steht mit Might & Magic: Clash of Heroes ein ganz anderes Kaliber ins Haus. Die einzigartige Mischung aus Rollenspiel und Match 3 bietet trotz der exakt gleicher Bezeichnung „Puzzle-RPG“ ein komplett anderes Gameplay als Puzzle Quest.

Andersartig

Auf dem Spielfeld sind keine handelsüblichen Steine zu finden, sondern eine kleine Armee, welche sich aus Einheiten zusammensetzt, die sich in Größe und Fähigkeiten unterscheiden. Das Konzept der verschiedenen Farben (drei an der Zahl) wurde natürlich beibehalten. Die Art, wie der Spieler die „Steine“ kombiniert, gab es so zuvor noch in keinem anderen Titel. Unterschieden wird zunächst grob zwischen aktivierten und inaktiven Einheiten. Aktive greifen den Gegner nach einer fest definierten Anzahl von Runden an, wobei die Dauer und der Angriffseffekt individuell verschieden sind. Eine Einheit kann ein Feld, zwei Felder horizontal oder 2×2 Felder für sich beanspruchen. Allen gleich ist, dass sie horizontal aktiviert werden müssen. Vertikale Linien produzieren Mauern, inaktive Einheiten dienen lediglich der Verteidigung.

Was sich auf dem Papier etwas kompliziert anhört, ist in der Praxis sehr schnell erlernt. Allerdings gibt es so viele Faktoren, die den Ablauf beeinflussen, dass für eine wirkliche Beherrschung des Systems einiges an Übung nötig wird.

Individuell

In der sehr langen Einzelspieler-Kampagne, ich habe 37 Stunden damit zugebracht, spielt man jedes der fünf Völker nacheinander. In der zusammenhängenden (aber langweiligen) Story, ist der Ablauf pro Volk immer gleich. Es gilt, den eigenen Recken aufzuleveln, die drei Grund- und die fünf erweiterten Einheiten zu ergattern (welche sich ebenfalls aufleveln lassen) und sich alle Artefakte zu verdienen (zehn pro Volk). Dabei bewegt man den aktuellen Protagonisten über eine Karte von Punkt zu Punkt, spricht mit NPCs, löst Puzzle-Aufgaben und kämpt (= puzzelt) natürlich ohne Unterlass.

Zu jeder Zeit darf das eigene Team an die Vorlieben angepasst werden. Drei Plätze der Armee (von insgesamt fünf) stehen für eine beliebige Kombination der drei Grundeinheiten zur Verfügung, diese zu befüllen ist Pflicht. Um die beiden übrigen Plätze streiten sich die fünf erweiterte Einheiten (pro Platz eine Sorte), sie können aber auch ganz weggelassen werden. Für weiteres Kopfzerbrechen sorgt die Selektion der Artefakte, die sehr unterschiedliche Boni gewähren und von denen lediglich eines aktiv sein darf. Idealerweise wird hier eins gewählt, welches die Einheiten möglichst gut ergänzt.

Großartig

Ich habe jetzt extra sehr viele Details bei dieser Beschreibung unter den Tisch fallen lassen, da dieser Test sonst sehr lange und sehr langweilig sachlich geraten würde. Zum Schluss sei noch erwähnt, dass sich die fünf Völker in ihrer Grundmechanik gar nicht, in den Details aber sehr deutlich voneinander unterscheiden. Gepaart mit den Artefakten, die bei jeder Rasse anders ausfallen, sind eine Menge individueller Strategien möglich, was vor allem im Hinblick auf die Langlebigkeit und die Ausgeglichenheit im Multiplayer von Bedeutung ist.

Kurzum, Might & Magic: Clash of Heroes kann in allen Bereichen – Präsentation, Mechanik, Innovation, Abwechslung – durch Qualität glänzen. Die Charaktere und die Story bleiben dagegen durchweg blaß und sorgen lediglich für den entsprechenden Rahmen. Auch wenn es im Kern ein Puzzlespiel ist, rate ich dazu, das Tutorial in der Demo einmal Probe zu spielen. Denn im Vergleich zu den üblichen Verdächtigen, wird schon etwas mehr Tiefgang geboten, der potentiell nicht auf Gegenliebe stößt. Übrigens erschien Anfang 2010 ein Version für den Nintendo DS zum Vollpreis.

Rating: ★★★★½

Preis: 14,99€ (Steam)

Betriebssystem: Windows

Homepage

Preis: 12,99€ / $14,99

Homepage / PlayStation-Infoseite

Preis: 1.200 Microsoft Points (zum Marktplatz)

Unlockables: Spielerbilder

Homepage / Forum

Ähnliche Beiträge:
Hell Yeah! Der Zorn des toten Karnickels
Dumm gelaufen. Gerade erst ist Prinz Ash an die Macht gekommen, da gelangen Skandalfotos von ihm - die ihn beim Baden mit einem Entchen zeigen - an die Öffentlichkeit. Scheiß ...
Weiterlesen
The Cave
Nun können wir die Höhle also endlich betreten. Lange hat es gedauert, bis das neue Projekt von Ron Gilbert fertig war. Der Mann hinter so großen Titeln wie Maniac Mansion ...
Weiterlesen
Scrap Metal
Seit ich das erste Video gesehen habe, bin ich Feuer und Flamme für Scrap Metal. Das Autorennen mit Waffen aus einer isometrischen Draufsicht, vom kleinen Indie-Entwickler Slick Entertainment, tritt kein ...
Weiterlesen
Stacking
Man mag der schönen neuen Download-Welt gegenüberstehen wie man möchte, ein Fakt ist nicht von der Hand zu weisen: Viele kreative Spielkonzepte hätten, ohne den vergleichsweise risikolosen Weg der digitale ...
Weiterlesen
Torchlight
Wenn ihr Diablo oder einen der vielen Klone (Titan Quest, Sacred 2 etc.) kennt, dann kennt ihr auch Torchlight. Und das kommt nicht von ungefähr. Denn sämtliche Mitarbeiter des Entwicklers ...
Weiterlesen
Pflanzen gegen Zombies (Plants vs. Zombies)
Die Macher der überaus bunten Titel Bejeweled, Peggle und Bookworm Adventures sind gleichzeitig auch die Könige der zugänglichen Unterhaltung. Alle ihre Spiele lassen sich jeden Tag für ein paar Minuten ...
Weiterlesen
Hell Yeah! Der Zorn des toten Karnickels
The Cave
Scrap Metal
Stacking
Torchlight
Pflanzen gegen Zombies (Plants vs. Zombies)

  • Coxula

    Die DS-Version kostet derzeit bei Amazon übrigens unter 14 Euro und ist, meiner Meinung nach, eines der besten DS-Spiele überhaupt!