Sep 062011
 

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Eine französische Ex-Agentin, die sich in ihrer Freizeit mit Stuntshows beschäftigt, wird in den Dienst zurückgeholt, bestreitet ihre Missionen auf einem Motorrad und bekommt es am Ende mit einem bösen Wissenschaftler zu tun, der die Welt unterwerfen will. Was nach einer Story für ein B-Movie klingt, ist die Hintergrundgeschichte für das erste Spiel des Indie Entwicklers Mattini Games aus Deutschland.

Frauen, Motorräder, Explosionen – was will man mehr?!

Abseits der trashigen Story erwartet euch tatsächlich ein interessanter Genremix. Am einfachsten lässt sich das Spielprinzip als eine Mischung aus Excite Bike und Zweistick-Shooter beschreiben. Ihr schlüpft in die Rolle der Agentin Julie, schnappt euch ein Motorrad, fahrt durch bergige Landschaften, springt über kleine Hügel, vollführt Saltos und schießt nebenbei eure Widersacher aus dem Weg. Das Ganze läuft dabei als zweidimensionaler Sidescroller ab. Für das Ausschalten der Feinde und das Durchführen von Stunts erhaltet ihr Punkte. Wenn ihr Combos ausführt, also durch die Luft fliegt und dabei ein paar Flugzeuge vom Himmel holt, dann multiplizieren sich die Punkte entsprechend.

Leider ist der Aspekt der Stunts geringer ausgefallen, als es der Name vermuten lässt. Im Wesentlichen beschränken sich eure Motorradkunststücke auf einfache Sprünge sowie auf Front- und Backflips. Hier wäre es interessant gewesen noch waghalsigere Sprünge und Tricks vollführen zu können, das hätte der Abwechslung sicher gut getan. Auf der anderen Seite sind die beiden Saltos schnell zu erlernen und intuitiv auszuführen. Generell braucht ihr für die Steuerung keine lange Einarbeitungszeit und alles Wichtige wird euch zudem in einem kleinen Tutorial erklärt, welches in die Story eingebettet ist.

Mein Name ist Cevoir, Julie Cevoir.

Nach der Einführung geht es mit Julie und ihrem Motorrad auf den Himalaja. Ihr bekommt es anfangs mit einem unbekannten Feind zu tun, dessen Identität sich im weiteren Verlauf der Agentengeschichte offenbart. Größtenteils greifen euch große Vehikel wie Panzer und Flugzeuge an und auch wenn es ein wenig absurd klingt: Eure Waffe ist eine einfache Maschinenpistole. Mit dieser befreit ihr eure Strecke von Minen, zerstört aber auch Lagerhäuser und holt große Bomber vom Himmel. Neue Waffen bekommt ihr im weiteren Verlauf des Spiels nicht zu sehen und auch das Gegner- und Missionsdesign bietet nicht viel Abwechslung. Nach etwa fünf der insgesamt zwanzig Missionen habt ihr eigentlich alle Gegnertypen kennengelernt und auch das Terrain verändert sich nicht großartig. Eure Aufträge beschränken sich meist darauf das Level zu durchqueren, nur ab und zu steht ihr unter Zeitdruck oder müsst eine bestimmte Anzahl Gegner erledigen.

Dieser Test zerstört sich in fünf Sekunden von selbst!

Trotz der fehlenden Abwechslung macht Motorbike Stunt Agent Julie viel Spaß. Die Story wird in kleinen Comicstrips zwischen den Missionen erzählt und hat durchaus Witz und Charme, ihr solltet aber kein spannungsgeladenes Meisterwerk erwarten. Die Geschichte ist eher als eine Parodie auf Action- und Spionagefilme zu sehen, wobei vor allem Hauptcharakter Julie mit ihrer zynischen Art gefällt. Besonders hervorgehoben werden sollte die Vertonung des Spiels, denn alle Dialoge wurden professionell eingesprochen. Die Charaktere haben unterschiedliche Akzente bekommen und die Sprecher haben sehr gute Arbeit geleistet, das ist sogar für manche Big Budget-Produktionen nicht selbstverständlich.

Die Grafik ist wie bereits erwähnt zweidimensional und eher schlicht gehalten, es gibt nur wenige Animationen und die Hintergründe sind nicht weiter erwähnenswert. Das Spielprinzip ist jedoch so gut gelungen, dass ihr, mit dem Daumen auf Dauerfeuer, Agent Julie in einem Rutsch durchspielt. In jeder Mission versucht ihr höher zu fliegen, mehr Saltos zu machen und dabei noch mehr Gegner zu erwischen. Nach jeder Mission gibt es dann ein Ranking, welches euch verrät, wie gut eure „Kunststücke“ gelungen sind. Insgesamt werdet ihr etwa 3-4 Stunden mit dem Spiel verbringen, wobei nach dem Durchspielen ein weiterer Schwierigkeitsgrad zum erneuten Versuch lockt. Aufgrund des günstigen Preises kann das Spiel fast schon uneingeschränkt empfohlen werden. Ich hoffe auf eine Fortsetzung, wünsche mir jedoch etwas mehr Abwechslung und ein paar neue Stunts. Alles in allem ein sehr kurzweiliges und charmantes Debütspiel, welches gut unterhält.

Anmerkung: Leider hat das Spiel noch einige Bugs. So erleiden Gegner manchmal keinen Schaden oder eine Mission wird kurz nach Beginn als abgeschlossen angezeigt. Ich hoffe, dass sich der Entwickler in nächster Zeit um einen Patch kümmert, allerdings ist Motorbike Stunt Agent Julie auch mit diesen kleinen Fehlern sehr gut spielbar.

Rating: ★★★★☆

Preis: 80 Microsoft Points (zum Marktplatz)

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