Okt 042011
 

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Wenn ein Nachfolger zu einem Titel angekündigt wird, welcher über eine einzige Spielmchanik verfügt, dann hat man als Endverbraucher allen Grund dazu, skeptisch zu sein. So ging es jedenfalls mir, als ich von der Ankündigung zu Ms. Splosion Man Wind bekam. Das eigentliche Gameplay von ‚Splosion Man ist einfach genial und genial einfach, daran gab es nichts zu verbessern. Was also hat der Nachfolger konkret zu bieten, für wen lohnt sich der Kauf, wenn überhaupt?

Splode again

Nun, wenn jemand sagen würde, dass die Explodierfrau quasi im selben Spiel unterwegs ist und lediglich optisch etwas mehr zu bieten hat, dann könnte ich diesem jemand nur schwer widersprechen. Tatsächlich wurde hier nicht viel mehr als ein „Levelpack“ als eine Fortsetzung „getarnt“. Wenn man allerdings sieht, wieviel große Firmen für ein ein paar zusätzliche Multiplayer-Karten verlangen, dann sehe ich diese Beschreibung nicht so sehr als Kritik. Mehr vom guten Selben mit einigen Neuerungen ist immer noch der bessere Deal, als überteuerte Add-Ons für „Call of Modern Honor“. Der einzige Kritikpunkt, den man Twisted Pixel vorwerfen könnte, ist also der, ein fast identisches Spiel herausgebracht zu haben.

Aber für sich betrachtet ist Ms. Splosion Man ein wundervoller Platformer, der über ein wirklich herausragendes Gameplay-Gerüst verfügt, phantastisch aussieht und mit zahllosen tollen Details aufwarten kann (dazu gleich mehr). Wer den Herren der Explodier-Schöpfung bereits in sein Herz geschlossen hat, weiß ganz genau, was er hier zu erwarten hat. Wer den Vorgänger nicht mochte, lässt besser die Finger davon. Und wer noch keinen der beiden Titel gespielt hat, findet die pinke Lady in einem deutlich stimmigeren Gesamtpaket, kann aber jederzeit den ersten Teil ohne Verluste hinterherschieben.

Eben noch im Labor, jetzt auf der Showbühne

Während Herr Splosion in einem Labor gefangen war und stur einen Level nach dem anderen absolvierte, darf Frau Splosion hinaus in die weite Welt. Zunächst bietet jede der drei Welten ihren eigenen Look und eine Übersichtskarte, die an die Super Mario-Serie erinnert. Durch Verzweigungen darf die nächste Stufe selbst festgelegt werden, manche Level sind sogar völlig optional, andere gar versteckt. Dadurch wird eine gute Portion Variation eingestreut, denn neben den Schuhen (welche den Kuchen ersetzen), muss man nun in diversen Leveln einen geheimen Ausgang entdecken.

In den Stages selber warten neben einigen wohlbekannten Elementen, eine ganze Reihe völlig neuer Einfälle. Der Grad der abgedrehten Kettenreaktionen wurde nochmals nach oben geschraubt und sorgt beim Spieler nicht selten für absolute Verzückung. Der Schwierigkeitsgrad ist nach meinem Empfinden ebenfalls nochmals eine Spur härter ausgefallen, so dass dem exakten Timing – wie gehabt – eine besonders starke Rolle zufällt. Auch in Ms. Splosion Man gibt es wieder fünfzig unterschiedliche Level im Einzel- und im Mehrspieler-Modus, sogar mit unterschiedlichen Endsequenzen! Und wer tatsächlich keinen Mitspieler findet, darf im neuen „2 Girls, 1 Controller“-Modus mit zwei Mädels gleichzeitig den Mehrspieler unsicher machen. Das klappt auch überraschend gut, zumindest in den frühen Stufen.

Girls just wanna have fun

Keine Neuerung die sich auf das Gameplay auswirkt, aber dennoch für Motivation sorgt, sind die vielen freischaltbaren Extras. Das System von Comic Jumper wurde einfach weitestgehend übernommen: nach jedem Level verdient man sich ein paar Münzen, welche dann im Spiel-internen Shop eingelöst werden dürfen. Hier warten dann neben den von Twisted Pixel gewohnten Extras wie Spielerbilder, Avatar Auszeichnungen und einem Thema, unzählige Artworks, Videos und Bilder mit witzigen Kommentaren, die man auch tatsächlich freischalten möchte (zumindest ging es mir so).

Da es das Fazit schon an anderer Stelle gab, möchte ich zum Schluss noch in paar Worte zum Charakter Ms. Splosion Man loswerden. Die Animationen sind wieder allererste Güte, egal ob in Bewegung oder bei Stillstand. Im Vergleich zum Herrn, kann sie sich auch besser artikulieren und singt mit Vorliebe Refrains aus Hits der Achtziger nach. Ich finde es wirklich verblüffend, mit welch einfachen Mitteln die Designer die Protagonistin beim Spieler beliebt machen, ohne auf ständige Zwischensequenzen oder lange Hintergrundgeschichten zurückgreifen zu müssen. Meine Hochachtung für diese Leistung.

Rating: ★★★★½

Preis: 800 Microsoft Points (zum Marktplatz)

Unlockables: Avatar Auszeichnungen (2), Thema, Spielerbilder

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