Okt 232011
 

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Als Croteam, die Macher von Serious Sam, einen Aufruf in der Indie-Szene starteten, den Egoshooter neu zu interpretieren, entschlossen sich die beiden Höllander von Vlambeer (Super Crate Box) dazu, eine Hommage an rundenbasierte Rollenspiele zu entwickeln. Seit der Ankündigung war dieser Titel auch für mich der interessanteste und so startete ich entsprechend freudig erregt das Spiel.

Zufallsbegegnungen

Wie in diesem Genre so üblich, steuert ihr Sam über eine Karte und alle paar Schritte wartet eine Zufallsbegegnung. Im Kampfmodus läuft Sam zunächst alleine, später mit zwei Wegbegleitern, rückwärts nach rechts, während die Gegner sich von links näher. Zu Beginn und alle fünf Sekunden friert das Geschehen ein und es dürfen Befehle vergeben werden: die Schussrichtung der aktiven Waffe (falls zutreffend), zu einem anderen Schießeisen wechseln oder einen Gegenstand benutzen. Ist alles nach eurer Zufriedenheit entschieden, könnt ihr Sam und Konsorten in den nächsten fünf Sekunden nach oben und unten bewegen, gefeuert wird automatisch.

Zur Wahl stehen die aus der 3D-Vorlage bekannten Waffen, die alle sehr unterschiedliche Angriffe erlauben. Einige, wie das Scharfschützengewehr, der Granaten- und der Raketenwerfer, feuern nur einen einzigen Schuss in fünf Sekunden ab, Pistole, Minigun, Schrot- und Lasergewehr ballern dagegen unaufhörlich, mit verschiedenen Intervallen, Reichweiten und Schadenswerten. Hierdurch kommt ein wenig Taktik ins Spiels.

Kurze Affäre

Tja, und damit wäre eigentlich auch schon das ganze Spiel beschrieben. Insgesamt gibt es neun Karten in drei Gebieten, bis ich den Endgegner besiegt hatte, vergingen etwa neunzig Minuten. Zunächst beginnt alles eigentlich recht vielversprechend. Die ersten Minuten machen sehr viel Spaß, den feindlichen Projektilen auszuweichen gelingt noch recht gut. Doch schon ab etwa der dritten Karte zieht der Schwierigkeitsgrad ordentlich an. Aus dem Kugelhagel gibt es so gut wie kein Entkommen mehr, es ist unmöglich einen Kampf ohne Schadensverlust zu überstehen.

Spätestens hier offenbaren sich die großen Schwächen des Kampfsystems. Zwar werden nach einem Scharmützel die Lebensenergie und Panzerung zu einem geringen Grad wieder gefüllt, und gefallenen Kameraden stehen wieder zur Verfügung, doch das nützt leider nichts, wenn ausweichen praktisch unmöglich ist, sobald die Party über drei Mitglieder verfügt. Viele Gefechte lassen sich so nur mit dem Einsatz von Gegenständen gewinnen. Die sind jedoch stark begrenzt, denn es gibt keinerlei Shops. Lediglich in den spärlich verteilten Kisten und zufällig nach Kämpfen sind diese aufzufinden.

Trennung

Es ist eigentlich komplett falsch Serious Sam: The Random Encounter als RPG zu bezeichnen, denn es gibt keine Erfahrungspunkte, keine Level, keine Charakterwerte usw. – absolut nichts, nada! Nur die kleinen Oberwelten und einen Kampf nach dem nächsten. Und so ist aus der absolut tollen Idee leider nicht viel mehr als ein kleines Gagspielchen geworden.

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Es ist zwar toll, alle Original-Gegner inklusive dem richtigen Kampfverhalten in Pixelgrafik zu sehen, aber das Spiel ist einfach viel zu kurz (da kann auch der doofe Endlosmodus nichts mehr retten) und das Kampfsystem, das eigentliche Herzstück, scheitert auf elementarer Ebene. Meine Erwartungen sind somit leider enttäuscht worden, lediglich als Freeware könnte ich das Spiel guten Gewissens empfehlen. Zumal die getestete Version mit regelmäßigen Fehlermeldungen und Abstürzen zu kämpfen hatte. Hoffentlich sehen wir in der Zukunft bessere Projekte mit einem ähnlichen Ansatz.

Rating: ★★½☆☆

Preis: 3,99€ (Steam)

Betriebssystem: Windows

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