Nov 092011
 

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So ein Orkleben ist eher unkompliziert. Er rennt völlig sorgenfrei aus einer Tür heraus und wird im ungünstigsten Fall schon nach ein paar Sekunden zu Hackfleisch verarbeitet. Wer oder was ihn genau zu diesem Zeitpunkt an diese Stelle verfrachtet hat, können wir nur vermuten. Ist er ein Sträfling, ein Waise oder gar Familienvater? Oder wurde er nur gezüchtet für diesen einen, fatalen Moment? Wir erfahren es nicht, bekommen nur die Order „Orcs Must Die!“ und befolgen sie blindlings. Denn wenn wir sie nicht um die Ecke bringen, töten sie uns. Gnadenlos. Und so verschwenden wir keinen weiteren Gedanken an ethische Bedenken, sondern schlachten Orks und anderes Ungeziefer im Sekundentakt – brutal und unbarmherzig – bevor sie dem zu beschützenden SPALT zu nahe kommen.

Orc – The other other white meat

Vielleicht geht es euch ja wie mir, sobald ihr die Worte „Tower“ und „Defense“ im gleichen Satz hört, schwindet die Aufmerksamkeit mit einem Mal dahin. Streng genommen fällt auch Orc Must Die! in diese Kategorie, es spielt sich aber wie ein Actionspiel und hat einen sehr hohen Unterhaltungswert. Das beginnt bei der augenscheinlichen Inspiration des Helden vom Charakter Ash aus Army of Darkness: immer einen lockeren Spruch auf den Lippen (viele davon Anspielungen auf den Film) und die gesamte Stimmung muss man, trotz ununterbrochenem Gemetzel, als unbeschwert bezeichnen. Natürlich kommt auch der strategische Part nicht zu kurz, durch ein großes Arsenal an Fallen, Waffen und Verbesserungen, wird viel Freiraum für einen kreativen Schlachtplan geboten.

Ein Vergleich zu Toy Soldiers ist an dieser Stelle angebracht, denn beide Titel laden das Team von Zuhause im Glück zu sich ein: das Grundgerüst des Hauses bleibt zwar erhalten, doch im Inneren wird zunächst alles niedergerissen, um dann in völlig neuem Glanz zu erstrahlen. Die optischen Veränderungen sind nur die eine Seite, spielerisch hat Robot Entertainment die richtige Mischung aus grenzenlosem Spaß und einer satten Herausforderung hinbekommen. Keine Ahnung wieso der Mensch so viel Vergnügen an Tod und Zerstörung hat, aber hier kann diese Ader so richtig ausgelebt werden.

Traps are just so cool

Drei Schwierigkeitsgrade stehen zu Verfügung und 24 Level. Pro Level lassen sich übergreifend fünf Totenköpfe verdienen, die zur permanenten Verbesserung von Fallen und Zaubersprüchen Verwendung finden. Zu Beginn des Spiel verfügt ihr lediglich über ein spärliches Repertoire, mit jedem erfolgreich verteidigten SPALT gesellt sich eine weitere Gemeinheit dazu. Der ungeübte Spieler sollte wahrscheinlich zunächst auf der niedrigsten Stufe das gesamte Arsenal freischalten und sich dann erst an der mittleren versuchen. Um die volle Zahl Schädel zu erhalten, muss nämlich ein Zeitlimit eingehalten werden und es darf keine einzige Kreatur den SPALT erreichen.

Dass Orcs Must Die! nur eine Abwandlung von Tower Defense ist, merkt man eigentlich zu keiner Zeit. Und das ist das größte Kompliment, was man dem Spiel machen kann. Durch die dreidimensionale Darstellung erhält das Terrain eine völlig neue Bedeutung. Decken, Wände und säuregefüllte Gruben finden alle ihren Weg in die strategischen Überlegungen. Ihr könnt genau so eine Verteidigung aufbauen, die auf stationären Fallen basiert, wie eine, die den Spieler als zentrales Element zum Inhalt hat. Oder irgend etwas dazwischen. Strategie, Action und Humor kommen hier auf einzigartige Weise zusammen. Absolute Kaufempfehlung!

» Zur Einstimmung auf das Spiel, sei auch noch dieser kurze Comic empfohlen

Rating: ★★★★½

Preis: 9,99€ (Steam)

Betriebssystem: Windows

Homepage / Forum (Steam)

Preis: 1.200 Microsoft Points (zum Marktplatz)

Unlockables: Avatar Auszeichnungen (2)

Homepage / Forum

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