Nov 172011
 

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Würdet ihr Battlefield nur mit der Sniper-Klasse spielen, um Geld zu sparen? Oder euch in TES: Skyrim nur die Dunkelelfen freischalten lassen um 5€ weniger für das Spiel zu bezahlen? Auch wenn es im ersten Moment absurd klingt, stellt euch Crimson Alliance vor eine ähnliche Frage. Entweder ihr legt euch für 1200 Microsoft Points alle drei spielbaren Klassen zu – Zauberer, Söldner und die Assassine – oder kauft euch für 800 nur eine davon. Ich finde dieses System nicht wirklich attraktiv, es wäre interessanter, wenn man für eine Klasse 400 Points verlangt hätte. Aber müsst ihr euch die Frage, ob ihr eine oder alle drei Klassen kauft, überhaupt stellen? Kommt mit mir in den Abgrund von Byzan und findet es heraus.

Dunkle Minen, schwarze Gestalten und düstere Aussichten für die Abwechslung

Nachdem man sich für eine Klasse entschieden hat, geht es sofort in den Kampf gegen die finsteren Horden. Dabei ist man größtenteils in unterirdischen Höhlensystemen, Minen und alten Burgen unterwegs. Das Tageslicht sieht man eher selten. Auf dem Weg zum Ausgang muss sich der Fantasy-Held mit allerlei Monstern, Fallen und kleinen Rätsel herumschlagen. Zwar sind die Areale durchaus abwechslungsreich und unterschiedlich gestaltet, doch bereits nach kurzer Zeit wird das Gameplay sehr repetitiv und öde. So geht es fast nur von Kampf zu Kampf und die einzige Abwechslung besteht darin, mal einen Schalter zu drücken. Immerhin hat man nebenbei die Möglichkeit geheime Räume zu entdecken, in denen Gold oder neue Ausrüstung lagert.

Auch wenn es paradox klingt, die fehlende Abwechslung wird durch die kurze Spielzeit ausgeglichen. Mit den insgesamt 13 Level hat man jeweils 15 bis 20 Minuten zu tun. So könnt ihr das Spiel in kleinen angenehmen Häppchen genießen. Und ganz ehrlich, mehr als 3 Missionen hintereinander bin ich nie angegangen. Die Motivation fehlt einfach gänzlich. Immerhin sind die Kämpfe durchaus gelungen und mit einfachem Button-Mashing kommt man nicht zum Erfolg. So muss man die verschiedenen Attacken gut kombinieren und Hilfs-Items wie Geschütztürme oder Köder sinnvoll einsetzen. Für Hack and slay-Spiele ist das sehr wichtig und durchaus eine Stärke von Crimson Alliance.

Auch nach dem dritten Kampf gegen einen Gulyabani, war Olaf der Söldner um keine Erfahrung reicher.

Leider hat man einen sehr wichtigen Motivationsfaktor aus dem Spiel gelassen: die Charakterentwicklung. Auch nach dem hundertsten zerlegten Zombie, hat die Assassine nichts Neues in ihrem Umgang mit den Dolchen gelernt. Und genauso wenig werden die magischen Attacken des Magiers besser, wenn er mit seinem Zauberstab bereits eine halbe Armee Echsenkrieger vernichtet hat. Doch gerade die Entwicklung des Charakters gehört für mich in einem Rollenspiel dazu und mein Charakter sollte am Ende seiner Odyssee gegen das Böse mächtiger, stärker, einfach erfahrener sein. Wenn man sie mit Erfahrungspunkten gelockt hätte, hätte meine Assassine sich mit einem breiten Grinsen auf jede Auseinandersetzung gefreut. So konnte ich vor jedem Kampf eher ein entnervtes Seufzen hören.

Ganz ohne Charakterveränderungen muss man jedoch nicht auskommen. Zum einen verbessern Herzcontainern die Lebensleiste und sogenannten Seelenanker die Spezialattacke. Darüber hinaus können neue Ausrüstungsgegenstände an die tapferen Recken angelegt werden. So findet man auf den Streifzügen neue Waffen oder Rüstungen in Truhen oder kauft sie bequem bei Händlern, die zwischen den Missionen auftauchen. Allerdings gibt es nur vier veränderbare Attribute, die sich hauptsächlich auf die Angriffskraft des Helden auswirken. Mir ging es leider so, dass ich bereits nach kurzer Zeit sehr starke Ausrüstung von Händlern hatte und die gefundenen Gegenstände der folgenden Missionen wertlos waren. Dies ist umso schlimmer, als dass sie nicht einmal verkauft werden können. So bereiteten mir Schatzkisten keine wirkliche Freude mehr, die Gegenstände stapelten sich in meinem Inventar und nur noch der Händler konnte meine Ansprüche an bessere Waffen und Schilde befriedigen. Erst gegen Ende tauchten wieder einige Interessante Stücke in den Kisten auf.

Schlagzeile im Fantasyreich: Die Guten besiegen das Böse!

Wirkliche Höhepunkte bietet Crimson Alliance nicht. Die Geschichte ist belanglos, Charakterentwicklung gibt es nur indirekt und auch die einzelnen Level unterscheiden sich nur optisch. Nach den 13 Missionen werdet ihr das Spiel wieder vergessen haben, vorausgesetzt die Lust ist auf dem Weg dorthin nicht vergangen. Ich habe mich eher von Mission zu Mission geschleppt. Immerhin kann man mit drei Freunden gemeinsam vor einem Bildschirm oder online spielen, aber auch hier musste ich feststellen, dass die Motivation nicht lange anhält.

Aufgrund dieser Tatsachen kann ich vom Kauf eigentlich nur abraten. Stattdessen sei euch Torchlight ans Herz gelegt, dass so ziemlich alles besser macht, oder kramt einfach wieder Diablo II aus. Wenn ihr jedoch alle wirklich guten Hack & Slays bereits genossen habt und unbedingt neues Futter braucht, könnt ihr mit Crimson Alliance vielleicht ein paar Stunden Zeit totschlagen. Viel Spaß werdet ihr dabei aber nicht haben.

Rating: ★★½☆☆

Preis: 800 oder 1.200 Microsoft Points (zum Marktplatz)

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