Jan 092012
 

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Das Team von Ankama traut sich in neue Gefilde. Nach den erfolgreichen MMORPGs Dofus und Wakfu, begibt man sich ins Genre der Action-Adventures. Obwohl sich Wakfu noch in der offenen Beta-Phase befindet, gibt es bereits eine Zeichentrickserie, einen Comic und nun die Vorgeschichte für XBLA. Im Islands of Wakfu getauften Spiel wird dabei auf die Mythologie, Orte und Charakter der Online-Vorlage zurückgegriffen und eine zuckersüße Welt erschaffen.

Von Göttern und Schnabeltieren

Die Story um die Inseln von Wakfu ist 10.000 Jahre vor Dofus angesiedelt. Ein mysteriöser Meteorit fällt auf einen Planeten und löst damit einen längst vergessenen Fluch aus. Das kommt für die Eliatropen – eine Art Priesterrat und Verbindung zur Gottheit – so überraschend, dass sie keine andere Wahl haben, als die junge Nora und Efrim loszuschicken, das Problem zu lösen. Diese beiden sind die Protagonisten des Spiels, in deren Rolle der Spieler schlüpft. Nora kann sich teleportieren und beherrscht das sogenannte Wakfung, eine starke Nahkampfsportart. Ihr Bruder Efrim hingegen ist ein Drache, der Spuckattacken und magische Kräfte besitzt.

Die Geschichte von Islands of Wakfu hat viel mit Religion und ein wenig Esoterik zu tun. Das ist einerseits ganz nett, denn an harmonischem Zusammenleben und Einklang habe ich nichts auszusetzen. Dennoch ist die Geschichte und Mythologie oftmals wirr und schwer verständlich. Ganz sicher Vielleicht steigt man als Dofus- oder Wakfu-Spieler schneller dahinter, warum Nora einen Drachen als Bruder hat, der ein Schnabeltier als Helfer besitzt, das wiederum Wakfu-Gel auf Nester setzt, aus denen dann eine Pflanze wird, die mithilfe von Efrims Atem Honig blühen lässt… Für Neulinge, zu denen auch ich zähle, wirkt das aber etwas konfus.

Everybody was Wak-Fung fighting!

Doch natürlich hat euch das Spiel nicht nur eine Geschichte zu erzählen, es gibt auch etwas zu tun. Generell schreitet ihr auf vorgegebenen Pfaden durch verschiedenste Gebiete, um eure Heimat vor dem Untergang zu bewahren. Einmal geht es in den Wald, um Opfergaben für die Göttin zu suchen. In einer düsteren Höhle wollen Kinder befreit werden, oder ihr entlarvt den Sektenführer eines Stranddorfes. Die Aufgaben der 14 Level sind durchaus spaßig und abwechslungsreich, aber leider wurde etwas anderes in den Mittelpunkt gerückt. Das Hauptaugenmerk des Spiels liegt beim Kämpfen, sodass die eigentlich interessanten Missionen schnell in den Hintergrund treten. So geraten die beiden Helden auf ihren Wegen immer wieder an Gegnergruppen, die beseitigt werden müssen. Im Kampf wechselt ihr zwischen Nora und Efrim, um ihre speziellen Fähigkeiten zu nutzen. Um an Schildträger zu kommen, teleportiert sich Nora etwa hinter diese und verpasst ihnen einen starken Tritt. Ihr Drachenbruder hingegen nimmt mehrere Gegner mit Fernangriffen aufs Korn. So ist taktisches Vorgehen definitiv vonnöten und man muss immer wieder, auf Knopfdruck, zwischen beiden Charakteren wechseln.

Leider sind einige Kämpfe unnötig schwer gemacht, indem man einfach Massen an Gegner auf den Hals gehetzt bekommt. Wenn man denkt, der harte Kampf gegen die drachenähnlichen Lu-Fus ist überstanden, kommt einfach die doppelte Anzahl an Gegnern, um nochmals ordentlich einzuheizen. In Kombination mit der unpräzisen Steuerung und einer etwas überladenen Tastenbelegung, sind die Kämpfe deshalb oftmals frustig und ziehen das Spiel unnötig in die Länge.

„Oh wie ist das schön, oh wie ist das schön …“

Dabei hat Islands of Wakfu so schön begonnen. Als ich das Spiel zum ersten Mal startete, war ich wirklich überrascht von der wunderschönen Grafik. Alles sieht aus wie aus einem märchenhaften Bilderbuch mit vielen Details. Von den malerischen Bäumen fallen die Herbstblätter, auf den Wiesen gibt es leuchtende Blumen und die Charaktere sehen einfach niedlich aus. Dazu gibt es einen verträumten Soundtrack mit zuckersüßen Tönen. Sogar die brabbelige Fantasiesprache, ähnlich wie bei Zelda, untermalt die Stimmung der Wakfu-Welt perfekt.

Doch leider passen die spielerischen Elemente nicht in dieses wunderbar kuschelige Bett, in das sie gelegt wurden. Egal ob ihr das Spiel zu zweit oder allein vor einem Bildschirm bestreitet, werdet ihr von der Geschichte nicht mitgerissen, aber von den Kämpfen gefrustet. Das Setting und die Töne konnten mich zwar immer mal wieder vor den Bildschirm locken, aber ich werde nicht der Einzige sein, der mit diesem Spiel nicht in Harmonie und Einklang leben wird.

Rating: ★★½☆☆

Preis: 800 Microsoft Points (zum Marktplatz)

Unlockables: Avatar Auszeichnungen (2), Spielerbilder

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