Jan 282012
 

Mit Finnland verbindet man Kälte, Schnee, dunkle Tage und einsame Weiten. Aber Videospiele? Tatsächlich gibt es einige Finnen, die das Entwicklerhandwerk sehr gut beherrschen. Remedy zog viele Spieler mit Max Payne und Alan Wake in ihren Bann. RedLynx haben mit Trials HD die Messlatte für Arcade Spiele ordentlich angehoben und Rovio machten mit Angry Birds viele iPhone-Besitzer süchtig. Mittlerweile sind auch Frozenbyte aus Helsinki weit über die Grenzen ihres Landes hinaus bekannt. Erst lieferten sie mit Shadowgrounds eine ordentliche Alien-Ballerei, um dann mit Trine noch einmal ein paar Schippen an Qualität draufzulegen. Letzteres hat nun ein Sequel erhalten und Amadeus, Pontius und Zoya sind zurück.

Bin ich mal allein, kommt zu mir das Trine

Nach ihrem letzten gemeinsamen Abenteuer sind die drei Helden in ihren Alltag zurückgekehrt. Der Zauberer Amadeus mischt in seinem kleinen Häuschen Zaubertränke, der Ritter Pontius hockt in seinem Heimatdorf und die Diebin Zoya zieht durch die Lande und nimmt mit, was sie unter die Finger bekommt. Doch ihre gemeinsame Zeit holt sie wieder ein, als das mysteriöse Trine auftaucht. Wie schon im ersten Teil bringt dieses Artefakt die drei ungleichen Charaktere zusammen und schickt sie auf eine gefährliche Mission. Das Königreich wird von einer dunklen Macht bedroht und die Drei sollen das Problem lösen. Ging es im ersten Teil vor allem gegen Skelettkrieger, so bekämpft ihr nun Goblins, die sich in der schönen Fantasywelt breitgemacht haben, und lüftet nebenbei noch das Geheimnis zweier Prinzessinnen.

Jeder der drei Protagonisten hat besondere Fähigkeiten, die er im Kampf gegen das Böse nutzt. Der Ritter ist mit seinem Schwert und Schild fürs Grobe zuständig, verprügelt Monster und reißt Hindernisse ein, die den Weg versperren. Die Diebin schießt mit ihrem Bogen von Weitem auf Feinde, durchtrennt Seile und schwingt mit dem Enterhaken durch die Gegend. Für die vielen Rätsel, auf die man in Trine 2 trifft, ist der Zauberer am wichtigsten. Er erschafft mit Magie Kisten und Planken, die man stapelt, um Hindernisse zu überwinden, auf Schalter setzt, um Türen zu öffnen und für viele andere Zwecke benutzt. Anfangs müsst ihr nur kleine Gruben und Fallen überwinden, im weiteren Verlauf des Spiels werden die Rätsel jedoch immer komplizierter. So gilt es beispielsweise mit dem richtigen Timing über kleine Platten zu springen, Feuer umzulenken oder Portale so zu positionieren, dass man neue Orte erreicht. Leider wiederholen sich einige Rätsel zu oft, gleichen sich im Ablauf und sind deshalb ein wenig ermüdend. Der Anblick eines neuen Schalters, einer Stachelgrube oder einem Feuerstrahl, entlockte mir und meinen Mitstreitern meist eher ein müdes Seufzen als freudiges Jauchzen.

Wer bin ich?

Wenn ihr alleine spielt, könnt ihr ohne Einschränkung zwischen den drei Charakteren wechseln und entscheiden welcher für die aktuelle Situation am besten passt. Spielt ihr gemeinsam mit bis zu zwei Freunden, egal ob online oder lokal, sucht sich jeder seinen Helden aus. Gerade der Mehrspieler-Modus bringt die meiste Freude, da ihr zusammenarbeiten und euch gegenseitig unterstützen könnt. Außerdem werden durch Mitspieler einige der Rätsel deutlich einfacher. Im Verlauf des Spiels sammelt man durch das Töten von Gegnern oder einsammeln von Phiolen noch Erfahrungspunkte, die man in die Weiterentwicklung der Helden steckt. Leider wurden die Fertigkeitsbäume bzw. die Fähigkeiten der drei Recken im Gegensatz zum ersten Teil etwas beschnitten und auf Ausrüstungsgegenstände wurde komplett verzichtet. Dies finde ich sehr schade, da der Anblick einer Truhe und die Aussicht auf einen neuen Talisman oder Rüstungsgegenstand die Motivation ordentlich anhob.

Genau die Motivation ging mir im Laufe des Spiels immer wieder verloren. Die grafische Abwechslung stieg stetig, denn das Abenteuer schickte mich von leuchtenden Wäldern in eisige Berge und eine große Ogerfestung. Äquivalent dazu nahm jedoch die Lust ab, das nächste Hindernis zu überwinden oder eine Gruppe Orks zu verdreschen. Zu ähnlich sind die Abläufe, mit denen man die Rätsel löst, als dass man sich über eine gelungene Zusammenarbeit freut. Zu flach ist die Handlung, als dass man gespannt auf das Fortschreiten der Handlung wartet. Und zu eindimensional und fade sind die Helden, als das man mit ihnen mitfiebern würde. Zumal der Bildschirmtod nur das Rücksetzen zum letzten Checkpoint bedeutet.

Allein eher nein, zu dritt ein Hit!

Trine 2 lebt vor allem von der märchenhaften Grafik und den netten Rätseln, die häufig physikalische Spielereien enthalten. Doch nach den ersten Spielstunden kehrt langsam Ernüchterung ein. Sind die Gegenden, die erkundet werden, noch sehr abwechslungsreich, werden die Rätsel etwas ermüdend und repetitiv. Auch wenn immer wieder neue Elemente hinzukommen, entwickelt man eine gewisse Routine bei der Herangehensweise. Allein der Mehrspielermodus wertet das Spiel deutlich auf, denn der richtige Spielspaß kommt zu dritt auf. Mit zwei Freunden zu knobeln, sich unterstützen und Geheimnisse entdecken bringt automatisch viel Spaß. Allein hätte ich das Spiel wahrscheinlich nie durchgespielt. Trine 2 ist wie sein Vorgänger besser als flotter Dreier denn als Single anzugehen. Vielleicht liegt das ja an der dünn besiedelten Landschaft und der Einsamkeit im Heimatland der Entwickler.

Rating: ★★★½☆

Preis: 16,99€

Homepage / Nintendo-Infoseite

Preis: 12,99€ (Steam)

Betriebssystem: Windows, Mac OS X

Homepage / Forum (Steam)

Preis: 11,25€ / $14,99< /p>

Homepage / PlayStation-Infoseite

Preis: 1.200 Microsoft Points (zum Marktplatz)

Unlockables: Keine

Homepage / Forum

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