Feb 122012
 

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Kleine Missgeschicke können einem ordentlich die Stimmung vermiesen. Ich wollte mir neulich einen Apfel vom Tisch nehmen und kam dabei an eine Flasche Sonnenblumenöl, die umfiel, sich öffnete und auf dem Boden verteilte. Nun war erst einmal sauber machen angesagt und der Biss in das frische Obst rückte in die Ferne. Das Öl wurde von Küchentüchern aufgesaugt, diese in den Abfall geworfen und dann noch einmal drübergewischt. Doch was für mich ein Ärgernis war, war für diese unschuldige Flüssigkeit vielleicht ein Ausbruch. Raus aus der engen Flasche, ein Fall aus 1 Meter Höhe, schnell über den ganzen Küchenboden verteilen und nur einmal Linoleum spüren, anstatt in der Pfanne zu landen. Ein Stückchen Freiheit und ein kleines Abenteuer. Ach ja, was passiert eigentlich mit dem Rest Kaffee den man wegschüttet oder der Chemikalie, wenn sie in den Ausguss des Labors tropft? Dank Puddle weiß ich es jetzt!

Schwipp Schwapp

Am besten lässt sich Puddle als Mischung aus zwei Download-Spielen beschreiben – Mercury Hg und Lazy Raiders. Ihr müsst, wie bei Mercury Hg , eine flüssige Substanz durch einen Parcours voller Hindernisse und Fallen manövrieren, und bewegt dazu, wie im Letztgenannten, ein zweidimensionales Level nach links und rechts. Fast immer ist es das Ziel von A nach B zu kommen und dabei so wenig wie möglich an Substanz zu verlieren. Es klingt vielleicht etwas unspannend, einen Schluck Kaffee auf seinem Weg durch den Abfluss zu begleiten, aber durch verschiedene Fallen, kleine Rätsel und kurzweilige Level ist das Ganze sehr amüsant. Außerdem bietet jedes der acht Kapitel einen anderen Protagonisten und eine kleine Geschichte. Durch die Venen eines Menschen zu fließen oder sich als Nitroglyzerin aus einem Labor zu stehlen, das hat schon was.

Jede Flüssigkeit hat auch ein anderes „Verhalten“. Wo Wasser ziemlich schnell durch die Rohre flutscht und sich bei einem Fall in mehrere Tropfen teilt, da schiebt sich die hochexplosive Chemikalie eher langsam voran und so manches Mal muss etwas Schwung geholt werden, um voranzukommen. Wenn sich über euch beispielsweise ein Schalter befindet, dann wird das Level nach Links geneigt, dann nach rechts, wieder nach links und so weiter, bis der flüssige Protagonist gegen den Knopf schwappt.

Plitsch Platsch

Leider spielt sich Puddle nicht ganz so flüssig, wie es die „Spielfigur“ vermuten lässt. Die Kamera lässt euch manchmal äußerst schwer erkennen, was vor euch liegt und obwohl die Steuerung nur aus den beiden Schultertasten besteht, ist das Bewegen des Levels manchmal etwas schwerfällig und ungenau. Generell wirkt das Spiel an einigen Stellen etwas zu unpoliert und könnte, gerade da es unter dem großen Publisher Konami erschienen ist, etwas mehr Feinschliff vertragen. Neben den Kameraproblemen sind die Ladezeiten zwischen neuen Versuchen zu lang, die Präsentation wirkt manchmal etwas lieblos und so hätte man dieses Spiel vielleicht lieber das Studentenprojekt sein lassen, das es 2010 war und als Indie Game veröffentlichen sollen.

Das generell anspruchsvolle Spiel machen vor allem die technischen Fehler stellenweise unfair. Manchmal rutscht ihr ohne Probleme durch die Kanalisation, um dann im nächsten Level auch nach 20 Versuchen kläglich zu scheitern. Gerade die Kamera lässt das Spiel manchmal zu einer richtigen Trial & Error-Orgie verkommen. Doch trotz dieser Kritikpunkte lohnt sich ein Blick auf Puddle allemal. Die kleinen Geschichten sind oft originell und witzig, die verschiedenen Umgebungen sind sehr abwechslungsreich und der Umfang geht mit 50 Level voll in Ordnung.
Irgendwie bekomme ich gerade Lust Milch ins Klo zu schütten und mir vorzustellen, was sie auf ihrem Weg nach unten alles erlebt…

Rating: ★★★½☆

Preis: 9,99€

Homepage / Nintendo-Infoseite

Preis: 9,99 € / $9,99<

Extras: Move-Unterstützung

Homepage / PlayStation-Infoseite

Preis: 800 Microsoft Points (zum Marktplatz)

Unlockables: Keine

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