Apr 022012
 

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Es gibt mittlerweile unzählige Tower Defense-Spiele, was muss man als Entwickler also machen, um seinem Spiel eine gewisse Einzigartigkeit zu verleihen? Orks, Zauberer und Ritter hinzufügen? Eher nicht. Aber warum soll man eigentlich immer nur allein seine Türmchen bauen und gegen Gegnerscharen antreten? Trendy Entertainment ermöglicht es mit Dungeon Defenders gemeinsam mit Freunden in den Kampf zu ziehen und bringt damit ein wenig frischen Wind ins Genre. Die Orks, Zauberer und Ritter gibt es obendrauf.

Herr Ober, da steht ein Kristall in ihrer Kneipe!

Der Einstieg von Dungeon Defenders lies meine Erwartungen an das Spiel erst einmal in einen tiefen Dungeon sinken. Die Menüs sind überladen, überall sind Symbole, Zahlen und man fühlt sich etwas hilflos. Ihr könnt euch für eine von vier Klassen, bestehend aus Magier, Ritter, Waldläuferin und Mönch, entscheiden und landet dann in einer Taverne, in deren Mitte ein riesiger, rosafarbener Kristall steht. Hinzu kommt ein Wirt, der hinter dem Tresen steht und euch statt Met, Lederrüstungen und kleine Tiere andrehen möchte. Meine skeptische Haltung wird nun sicherlich nachvollziehbar, denn der Einstieg wird einem nicht leicht gemacht. Nach kurzer Zeit stellte sich jedoch heraus, dass der etwas deplatziert wirkende Kristall dazu dient, die Dungeons bzw. Missionen anzusteuern.

Nach der Anwahl der Mission geht es auch schon los. Je nach Klasse stellt man etwa mit dem Magier Türme auf, die magische Geschosse verschießen, oder legt als Waldläuferin Sprengfallen aus. Das Ziel eines jeden Levels ist es, einen Kristall vor Gegnerwellen zu beschützen und in besonderen Abschnitten sogar riesige Bosse zu bekämpfen. Ihr könnt von Beginn an einsehen von wo die Gegner kommen und sogar von welcher Art sie sind, denn derer gibt es viele. Von den einfachen kleinen Orkschergen bis zum Riesenoger, vom Schamanen bis hin zum Sprengstoff(attentäter)goblin ist alles vertreten und es wird für ordentlich Abwechslung gesorgt. Nachdem ihr eure Verteidigungsmechanismen aufgestellt habt und die erste Welle an Feinden anrollt, müsst ihr jedoch nicht tatenlos rumstehen, sondern könnt euch, ähnlich wie bei Orcs Must Die!, ins Getümmel stürzen. Der Ritter schnetzelt dann mit seinem Schwert durch die Feinde, der Mönch schießt Energiebälle in die Massen. Ohne selbst Hand anzulegen würdet ihr die oftmals großen Gegnerhorden gar nicht unter Kontrolle bekommen und so ist eine Kombination von „Selbstkämpfen“ und „Verteidigungsmechanismen-klug-Aufstellen“ gefragt. Wenn ihr genügend Türme, Fallen und Mauern aufstellt und dann noch taktisch kämpft, kann in den fünf Wellen pro Level fast nichts schiefgehen.

Das macht dann 3 Mana 80, bitte!

Die Gegner lassen nach ihrem Ableben allerlei Krimskrams, darunter neue Waffen und Mana, aber auch Rüstungen, fallen. Findet man eine neue Armbrust für die Waldläuferin, können die Werte auf der Stelle miteinander verglichen und die Waffe sofort angelegt werden. Findet man jedoch unbrauchbares Zeug, kann dieses weiterverkauft werden. Als ich das erste Mal meinen Krempel los werden wollte, musste ich feststellen, dass ich keine glänzenden Goldmünzen bekomme, sondern schnödes Mana. Mana? Was soll ich denn damit? Aber auf einmal wurde mir bewusst, dass ohne Mana in der Welt von Dungeon Defenders gar nichts läuft. Nicht nur, dass Mana benötigt wird, um die Verteidigung zu errichten oder Fähigkeiten einzusetzen, nein, hier werden alle Waren mit Mana bezahlt und sogar die Ausrüstung aufgewertet. Von solchen Allround-Fähigkeiten ist der Euro noch weit entfernt…

Not Alone in the Dark

Dungeon Defenders weist eine einfache Struktur auf: In der Taverne ausrüsten, in den Dungeon ziehen, die Wellen überstehen, in der Taverne ausrüsten, in den Dungeon ziehen und so weiter. Doch hinter diesem simplen Gerüst steckt ein komplexes Spielsystem. Verteidigungsungsanlagen müssen strategisch klug platziert werden und auch das Kämpfen will gelernt sein. Dann gibt es unzählige verschiedene Items, die jedem Loot-Fan Freude bereiten werden. Hinzu kommen das Reparieren und die Aufwertung der Verteidigung und das sinnvolle Aufleveln des Charakters, es bleibt also wenig Zeit zum Verschnaufen. Dadurch wird vielleicht deutlich, dass Dungeon Defenders auf den Schultern eines Spielers eine schwere Last ist. Es ist fast schon notwendig mit mindestens zwei Spielern zu spielen, um selbst auf der niedrigsten Schwierigkeitsstufe zu bestehen. So ist es sehr von Vorteil, dass ihr mit insgesamt vier Leuten sowohl online als auch lokal in den Kampf ziehen könnt.

Letztendlich hat mich das Spiel nach anfänglicher Skepsis, vor allem im Verbund mit Freunden, sehr überzeugt. Jede überstandene Welle lässt einen kurz aufatmen, jede bessere Waffe lässt einen innerlich aufjubeln und jeder Levelaufstieg treibt einem die Freude ins Gesicht. Zwar klingen dreizehn Missionen nicht nach allzu viel, aber das Spiel lädt zu immer neuen Partien ein: auf höheren Schwierigkeitsgraden, mit aufgelevelten Charakteren und in den verschiedensten Herausforderungen (etwa dem „nur Strategie“-Modus ohne Kämpfe). Ihr und eure Freunde werdet eine Menge Spaß haben und den Dungeon nicht mehr so schnell verlassen wollen.

Rating: ★★★★☆

Preis: 11,99€ (Steam)

Betriebssystem: Windows, Mac OS X

Homepage / Forum (Steam)

Preis: 11,99€ / $12,99

Homepage / PlayStation-Infoseite

Preis: 1.200 Microsoft Points (zum Marktplatz)

Unlockables: Keine

Homepage / Forum

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