Apr 192012
 

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Wenn man von Grasshopper Manufacture oder dessen Gründer Suda 51 hört, denkt man sofort an die durchgeknallten Charaktere aus Killer 7, No More Heroes oder Shadows of the Damned. Auch ihr erster Gehversuch bei den XBLA-Titeln scheint bei der Wahl der Protagonisten eher unkonventionell zu sein, denn hier sitzen Tiere in Flugzeugen. Sine Mora heißt dieses Werk, was Latein ist und so viel wie „unverzüglich“ oder „ohne Verzögerung“ bedeutet. Genauso beginnt das Spiel und entlässt euch in die Action.

Veni, vidi, non vici …

Sine Mora ist gameplaytechnisch ein lupenreiner Bullet Hell-Shooter. Euch fliegen manchmal Hunderte von bunten Kugeln um die Ohren und ihr werdet gefühlte tausend Mal sterben. Neben den Ausweichmanövern versucht ihr Gegner zu treffen, Power Ups einzusammeln und den Highscore in die Höhe zu jagen. Doch Sine Mora ist nicht nur für knallharte Veteranen von Shoot ‚em Ups gedacht, sondern ist aus verschiedenen Gründen auch für Neulinge des Genres äußerst interessant.

Zum einen wäre da die spannende und ernste Story, in der es um Rache, Völkermord und moralische Fragen geht. Man spielt abwechselnd mit verschiedenen Piloten, die unterschiedliche Flugzeuge zur Verfügung haben, und folgt doch der gleichen Geschichte. Sine Mora spielt in einer Welt, in der alle Lebewesen wie aufrecht gehende Tiere aussehen. Die Hauptrolle übernimmt ein Bison, das durch einen Unfall an einen Rollstuhl gefesselt ist und den Tod seines Sohnes rächen will. Ohne Rücksicht auf sich selbst und andere, stürzt es sich mit zwangsrekrutierten Kollegen in einen Kampf gegen die vermeintlichen Bösen, aber auch andere Handlungsstränge spielen eine Rolle. Aufgrund der Kombination von Tieren und Fluggeräten denkt man sofort an Lylat Wars bzw. Fox McCloud und seine Kollegen, doch die Zusammenarbeit von Grasshopper Manufacture und Digital Reality ist ungleich ernster und erwachsener.

Die Zeit läuft!

Durch einen besonderen Kniff in der Spielmechanik bleibt Sine Mora nicht nur masochistischen Highscorejägern vorenthalten. Anstatt wie üblich ein Leben nach einem Treffer zu verlieren, hängt euer Überleben allein von der Zeit ab. Trefft ihr einen Gegner bekommt ihr ein paar Sekunden auf euer Konto, werdet ihr hingegen getroffen, wird euch etwas von eurer „Lebensuhr“ genommen. Steht die Zeit bei null, explodiert euer Raumschiff. So kann man es sich schon mal erlauben ein paar Kugeln abzubekommen, ohne gleich Angst zu haben, ein wertvolles Continue zu verschwenden.

Zudem verfügt ihr über die Fähigkeit die Zeit zu verlangsamen und könnt so leichter den Kugeln ausweichen. Allerdings steht euch diese Fähigkeit nur begrenzt zur Verfügung und sollte sparsam genutzt werden. Wenn man zu sehr in die Enge getrieben wurde, kann man auch von den Sub-Waffen gebrauch machen, um sich aus dem Kugelhagel zu befreien. Diese sind bei jedem Piloten unterschiedlich und so gibt es zum Beispiel einen riesigen Laserstrahl, zielsuchende Raketen oder eine Bombe mit großem Explosionsradius.

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Ein tierisch buntes Spiel

Neben den orangen, blauen, grünen und lilafarbenen Projektilen fliegen euch noch allerlei Power-Ups um die Ohren, die die bereits erwähnten Fähigkeiten auffüllen, aber euch auch Zeit, Punkte oder eine verbesserte Primärwaffe verpassen. Diese müssen unbedingt eingesammelt werden, denn nur so habt ihr die Chance alle Level und Bosse zu überstehen. Macht ihr alles richtig, unterhält euch der Story Modus etwa vier bis fünf Stunden. Doch auch nach der tollen Geschichte könnt ihr weiter Punkte sammeln, im Boss-Modus gegen eure Lieblingsbösewichte antreten und neue Lackierungen für die Flieger freischalten.

Die inneren Werte von Sine Mora überzeugen definitiv und das Gewand setzt dem ganzen noch die Krone auf. Es wird eine wunderschöne, detaillierte 2,5D Welt geboten, die das Spiel ohne Probleme in die Riege der bestausehendsten XBLA-Spiele hebt. Obwohl ihr hauptsächlich horizontal fliegt werdet ihr von Kameraschwenks und Perspektivwechseln begleitet und stoßt zudem auf viele verschiedene Gebiete. So fliegt ihr hoch in der Luft, durch Städte, tiefe Tunnel oder auch Unterwasser. Wenn dann noch die schönen Klänge vom Silent Hill-Komponisten Akira Yamaoka in eure Ohren ertönen, fühlt ihr euch audiovisuell pudelwohl.

Wenn Grashüpfer auf die digitale Realität treffen…

Sine Mora gehört ohne Frage zu den besten XBLA-Spielen, die es gibt. Sowohl eure Augen, als auch Ohren werden verwöhnt. Dank der tollen Spielmechanik haben auch Einsteiger Freude und für die Shoot ‚em Up-Veteranen gibt es den separaten Highscore-Modus. Zudem darf man eine spannende Geschichte erleben und wird ständig motiviert. Ein wenig Frusttoleranz sollte man schon besitzen, ansonsten ist Sine Mora fast uneingeschränkt empfehlenswert. Bleibt zu hoffen, dass die nächste Zusammenarbeit von Grasshopper Manufacture und Digital Reality, Black Knight Sword, auch so gut fruchtet.

Rating: ★★★★½

Preis: 5,49€

Kompatibilität: Universell

Homepage / App Store

Preis: 13,99€ (Steam)

Betriebssystem: Windows

Homepage / Forum (Steam)

Preis: €9,99 / $9,99

Extras: keine

Homepage / Sony Entertainment Network

Preis: 1.200 Microsoft Points (zum Marktplatz)

Unlockables: Keine

Homepage / Forum

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