Mai 232012
 

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Zombies beherrschen die Popkultur schon seit vielen Jahren und so ist auch die Videospielwelt nicht vor ihnen sicher. Oftmals dienen die Untoten dabei nur als langsames Kanonenfutter. Anders in The Walking Dead. In dieser Videospielumsetzung des gleichnamigen Comics, setzt die bekannte Adventure-Schmiede Telltale auf Geschichte und Charaktere, statt auf Schrotflinten und Splatter. Außerdem wird das Veröffentlichungskonzept von Comics übernommen, indem insgesamt fünf Episoden im monatlichen Rhythmus erscheinen.

Auch beim Weltuntergang sollte man sich Zeit zum Reden nehmen!

Bereits zu Beginn merkt man, dass The Walking Dead der Vorlage nicht nur durch die comicartige Grafik, sondern auch aufgrund der Erzählweise gerecht wird. Das Spiel beginnt ruhig, setzt die (lebenden) Menschen und Dialoge in den Mittelpunkt, lässt sich Zeit für Charakterentwicklung und verzichtet auf selbstzweckhafte Gewalt und stupide Action. Trotzdem – oder gerade deshalb – entsteht eine besonders bedrückende Atmosphäre, durch die ihr bei jedem Konflikt in der Gruppe angespannt seid und jedes Fünkchen Menschlichkeit geradezu aufsaugt. Hier geht es nicht um die Rettung der Menschheit, den Bau einer Superwaffe oder die Auslöschung des Feindes, sondern nur um das nackte Überleben.

Auch wenn Fans des Comics oder der Fernsehserie eine komplett neue Geschichte erwartet, darf man sich auf Gastauftritte von bekannten Charakteren freuen. In dem dystopischen Szenario übernehmt ihr die Rolle von Lee, dessen Hintergrund und Charakter entwickelt sich im Verlauf des Spiels, unter anderem auch aufgrund des Verhaltens des Spielers. So könnt ihr entscheiden, ob ihr neue Bekanntschaften belügt, einem hilflosen Mädchen Angst einjagt oder einer vermeintlich Infizierten den Freitod gewährt. Jede Entscheidung hat dabei auch Einfluss auf eure Mitmenschen. Im Verlauf der Handlung werden sie euch gegenüber freundlich und hilfsbereit, aber auch misstrauisch und feindlich gesonnen. Durch die gut geschriebenen Dialoge und Persönlichkeiten ist jeder Charakter individuell, und Telltale schafft es tatsächlich, dass sie einem als Spieler schnell ans Herz wachsen, man sie nicht ausstehen kann oder sich in Zurückhaltung übt, da man erst nach und nach die Motive, Charakterzüge und Hintergründe erfährt. So lassen einem auch die überraschenden Tode und Taten von Mitstreitern nicht kalt.

Ich klick‘ dich tot!

Aber wo es wandelnde Tote gibt, kann natürlich nicht nur geredet werden. Man wird immer wieder vor kleine Rätsel gestellt, bei denen man etwa versperrte Türen öffnen, Zombies ablenken oder ein Radio reparieren muss. Diese Rätsel sind relativ einfach zu lösen und zu handhaben. Gesteuert wird das ganze Spiel fast wie ein klassisches Point-&-Click-Adventure. Man bewegt die Hauptfigur mit einem Analogstick durch die Gegend und nutzt den Anderen, um mit einem Cursor Gegenstände zu markieren, diese zu untersuchen, aufzuheben oder Leute anzusprechen. Das funktioniert zwar auch auf den Konsolen ganz gut, PC-Spieler haben aufgrund der Maus aber einen leichten Vorteil.

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Natürlich kommt es auch zu Konfrontationen mit den titelgebenden Untoten und auch in diesen hektischen und actionbetonten Szenen wird „nur“ geklickt. So wird eine Feuerwehraxt mit einem „Klick“ von der Wand genommen, der Zombiekopf mit dem Cursor markiert und dann mit einem Tastendruck der Befehl zum Hacken gegeben. Das klingt in der Theorie sicherlich lahm, fügt sich aber im Kontext des Spiels sinnvoll ein und funktioniert tadellos. Für mehr Dynamik sorgen außerdem Szenen in denen sich der Cursor deutlich schwammiger bedienen lässt. So wird es einem schwerer gemacht die rottenden Widersacher zu treffen, wenn man etwa von ihnen überrascht wird oder die Spielfigur rückwärts den Boden entlangkriecht.

Der konsequente Klick

The Walking Dead macht mit der ersten Episode bereits ordentlich Eindruck. Das Adventure-Konzept mit einigen Rätseln, vielen Dialogen und seltener aber intensiver Action bringt frischen Wind ins Zombiegenre. Hier hat nahezu jede Entscheidung Einfluss auf den weiteren Spielverlauf und auch auf jede neue Episode. Somit fühlt sich fast jede Tat bzw. jeder Klick sehr konsequent und bedeutungsvoll an. Insbesondere sind eure Entscheidungen, genau wie die Charaktere, nicht immer nur gut oder schlecht, sondern bewegen sich in moralischen Grauzonen. Somit kann man sich jetzt schon auf jede weitere Episode freuen, auch wenn die Rätsel etwas knackiger sein könnten und die Spielzeit mit etwa drei Stunden etwas kurz ausfällt.

Anmerkung: Das Spiel ist bisher nur in englischer Sprache erhältlich.

Rating: ★★★★½

Preis: 3,99€

Kompatibilität: universell

Homepage / App Store

Preis: 24,99€ (Steam) / $24,99 (Telltale)

Betriebssystem: Windows, Mac OS X

Homepage / Forum

Preis: 12,99€ / $14,99

Homepage / PlayStation-Infoseite

Preis: 400 Microsoft Points je Episode (zum Marktplatz)

Unlockables: Keine

Homepage / Forum

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