Mai 302012
 

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Das Entwicklerstudio Techland ist vor allem für Call of Juarez und Dead Island bekannt. Nun wagen sich die Jungs aus Polen auf die Arcade-Plattform von Microsoft. Mit Mad Riders wollen sie dem geneigten Kunden ein Offroad-Rennspiel anbieten, das angeblich „fantastische Stunts“, „halsbrecherische Geschwindigkeiten“ und „weise einsetzbare Turbo Boosts“ enthält. Das erinnert mich an irgendwas …

Techland ist umweltbewusst und recycelt!

Und tatsächlich: Techland bedient sich hier ohne Kompromisse beim eigenen Werk Nail’d. Man fährt mit Quads über matschige Strecken, fliegt mit seinem Gefährt über absurd steile Schanzen und verschafft sich mit Boosts einen Vorteil gegenüber den Gegnern. Dass die Wiederverwertung von Spielen durchaus funktioniert, zeigte bereits Section 8: Prejudice, doch Mad Riders hat ein großes Problem: Es macht dieselben Fehler wie sein großer Bruder.

Bereits nach dem ersten Rennen staunte ich über den hohen Schwierigkeitsgrad, der vor allem Anfänger abschrecken dürfte. Andererseits gefielen mir die verschiedenen Settings der Rennstrecken rund um den Globus, sowie Erfahrungspunkte und Levelaufstiege mit Belohnungen in Form von neuen Fahrzeugen, Fahrern und Lackierungen. Das Herzstück des Spiels sind meiner Meinung jedoch die Stunts, durch die man seine Turboleiste auffüllt und sich so einen entscheidenden Vorteil erspielt. Angenehmerweise schaltet man erst nach und nach neue Tricks frei, sodass man nicht von Anfang an viele verschiedene Tastenkombinationen auswendig lernen muss.

Am Anfang war der Backflip

Auf den ersten Strecken müsst ihr euch damit zufriedengeben, dass der Fahrer mit seinem Quad „nur“ eine Rolle rückwärts in der Luft ausführt. Um trotzdem genügend Turbo Boosts zu erhalten sollten rote Symbole eingesammelt werden. Erst im späteren Spielverlauf ertrickst ihr euch den Geschwindigkeitsstoff mit Stunts wie Wheelies, Drifts und Frontflips, sodass ihr gar nicht mehr wisst, wohin ihr mit dem Geschwindigkeitsschub sollt.

Allerdings wird es wohl wenige Spieler geben, die das letzte Drittel des Spiels, in dem man so einige Stuntkombos abfeuern kann, überhaupt erleben werden. Das liegt hauptsächlich daran, dass einem zu viele Steine in den Weg gelegt werden. Der bereits angesprochene Schwierigkeitsgrad ließ mich mehrmals verzweifelt vorm Bildschirm zurück. Bei kleinsten Fehlern sausen einem die Gegner mit mehreren Sekunden Vorsprung davon, wohingegen es fast unmöglich ist, selbst das Rennen mit einigen Metern Vorsprung anzuführen. Zudem werdet ihr viel zu oft zurückgesetzt, obwohl kein Grund zu sehen ist. So passierte es mir oft, dass das Hinterrad meines Vehikels in einen Busch am matschigen Streckenrand rutschte und ich mit einem Respawn und einigen Sekunden Abzug bestraft wurde, obwohl ich ohne Probleme hätte weiterfahren können. Andererseits stürzte ich zwei Mal in eine Lücke, aus der es keinen Weg gab und nichts passierte. So etwas sollte in einem Offroad-Rennspiel nicht passieren.

Alle mir nach, hier gibt es ’ne Abkürzung

Völlig absurd wird es dann, wenn man es schafft, ein Bonussymbol einzusammeln und damit eine Abkürzung öffnet. Anstatt man mit diesen geheimen Wegen Kontrahenten einholen oder sich vom restlichen Fahrerfeld absetzen könnte, nutzen eure Gegner auch den von euch geöffneten Pfad. Was der Sinn davon sein soll, erschließt sich mir nicht.

Obwohl mit acht Wettkämpfen á fünf Strecken, acht Bonusaufgaben, verschiedenen Modi wie Zeitfahren, Geistrennen, Stunt, Arena und Mehrspielermodus ein vernünftiger Umfang geboten wird und durch Levelaufstiege und freischaltbare Fahrzeuge ein wenig Motivation aufkommt, kann Mad Riders zu keinem Zeitpunkt sein volles Potenzial entfalten. Die versprochenen 45 Kurse sind leicht veränderte Versionen einer handvoll Strecken, die Musik besteht anscheinend aus einem Song und die Patzer beim Spieldesign sind unglaublich störend. So macht der kleine Bruder von Nail’d dieselben Fehler wie sein Vorbild: Zu schwer, zu unfair, zu repetitiv, zu öde. Schnappt euch euer Fahrrad und dreht eine Runde durch den Matsch oder seht euch den Trailer von Pure an. Das macht mehr Spaß.

Rating: ★★½☆☆

Preis: 9,99€ (Steam)

Betriebssystem: Windows

Homepage / Forum

Preis: 9,99€ / $9,99

Homepage / PlayStation-Infoseite

Preis: 800 Microsoft Points (zum Marktplatz)

Unlockables: Keine

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