Jun 182012
 

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Obwohl mir schon die Demo eigentlich so ziemlich alles über das Spiel verriet (dachte ich zumindest), so wollte ich doch der Vollversion eine Chance geben. Immerhin beanspruche ich für mich den Titel des Obendrauf-Experten hier bei Let’sGetDigital. Und eins muss man Bang Bang Racing lassen: es sieht wirklich ober-putzig aus! Oh je, wenn jemand so einen Test beginnt, dann kann ja eigentlich nichts Gutes dabei herauskommen, oder? Und in der Tat, eine frühere Iteration dieser Einleitung war sehr spöttisch geraten, denn alles deutete zunächst auf einen wenig erbaulichen Genrevertreter hin.

Shitty Shitty Bang Bang

Wir werden begrüßt mit nüchterne Menüs und einer generellen Optionsarmut. Von den insgesamt vier Klassen (von Muscle Car bis Formel-Boliden) steht anfangs nur eine zur Verfügung. Die jeweils fünf Wagen unterscheiden sich nicht nur optisch, sondern auch in ihren Werten. Allerdings sucht man die übliche grafische oder numerische Darstellung vergebens, lediglich anhand eines kurzen Satzes wird darauf hingewiesen, in welcher Disziplin das Gefährt besser als die anderen ist. Weder hier, noch während des Rennens, gibt es eine Anzeige der (Höchst-)Geschwindigkeit.

Zum ersten Mal auf der Strecke ist die Verwirrung zunächst groß, denn das Verstellen des Kamerawinkels will einfach keine Verbesserung bringen. Es gibt auch nur zwei Ansichten, wie sich dann kurz drauf herausstellt. Einmal die fixierte Position, die man wegen der schlechten Übersicht komplett vergessen kann und dann noch der Blick von hinten auf das Heck. Der macht das Ganze einigermaßen spielbar, allerdings dauert es ein Weilchen, bis man sich an ihn gewöhnt hat. Denn in den Kurven reagiert die Kamera wesentlich langsamer als der Bolide, was in Hirn und Fingern für diverse Fehlzündungen sorgt. Nach der Eingewöhnungsphase lassen sich die Kurven dann aber ganz gut an- und durchfahren, allerdings passieren mir in den ersten Läufen seltsame Dinge.

Leider darf aus dieser Sicht nicht gefahren werden.

Bang Bang, I hit the ground

Da fahre ich wirklich hervorragend ohne größere Fehler, als plötzlich auf einer Geraden – während ich Vollgas gebe und den Nitro bis zum Anschlag gedrückt halte – einer der Kontrahenten sich locker flockig die Führung zurück erobert. Was ich zu diesem Zeitpunkt noch nicht wusste: Wasserlachen auf dem Asphalt sorgen für Haftungs- und damit Geschwindigkeitsverlust. Es lag also nicht alleine am Wagen (dem aller ersten), wie ursprünglich vermutet. Allerdings kommt hier die fehlende Tempo-Anzeige wieder zum tragen, da durch die Perspektive nicht ersichtlich ist, ob man langsamer wird. Dies ist lediglich durch das Motorengeräusch festzustellen, was nicht ausreicht, wie ich finde.

Nach einer Zeit mit dem Programm geschieht dann etwas Erstaunliches. Klammheimlich hat sich hinterrücks der Spielspaß irgendwo hineingeschlichen. Nach dem chaotischen Start jeder Strecke, versuche ich mich zunächst an die Spitze zu setzen, um dann gefühlvoll und geschmeidig (meistens jedenfalls) durch die Kurven zu gleiten. Wenn jetzt jemand zuschauen würde, müsste er garantiert nach einigen Schikanen kotzen, da die sich ständig drehende Kamera den Seekrank Simulator 2012 überflüssig macht.

Gang Bang Racing

Der Solospieler hat zunächst geraume Zeit mit der „Karriere“ zu tun, da hier sämtliche Strecken, Fahrzeuge und Farbvarianten freigeschaltet werden müssen. Dann gibt es immernoch einen höheren Schwierigkeitsgrad für jedes Karriererennen zu bewältigen (optional), vier Meisterschaften mit Punktewertung und die üblichen Zeitfahr-Herausforderungen. Bis zu vier Spieler dürfen auch mit computergesteuerten Opponenten auf die Strecke, allerdings nur offline im Split-Sreen. Ihr solltet euch durch das knuffige Äußere nicht täuschen lassen, denn Bang Bang Racing ist kein Fun-Racer. Die Strecken sind zwar gespickt mit etlichen (in meinen Augen völlig überflüssigen) Hindernissen – drei Sorten Tonnen, die nach einer Berührung ihr unheilbringendes Innere zu Tage fördern (Explosion, Wasser, Öl) – die wohl auch irgendwie strategisch zum Einsatz kommen können, aber primär gilt es, die Kurven möglichst gut zu fahren.

In diesem Punkt liegt auch ganz klar die Stärke des Spiels. Ich war überrascht, wie viel echtes Rennspiel sich hinter der komprimierten Fassade verbirgt (inkl. Micro-Boxenstopps). Vom engen Stadtkurs an der Küste, über die von der Formel 1 inspirierten Strecken, bis hin zum aus dem Nascar bekannten Oval mit Steilkurven, wird eine Menge geboten. Nach einigen Stunden verlieren die Rennen gegen den Computer allerdings spürbar an Reiz. Inwiefern sich das im Mehrspieler ändert, kann ich aufgrund der fehlenden Offline-Gleichgesinnten schwer einschätzen. Bang Bang Racing hat mir kurzzeitig mehr Spaß gemacht, als der erste Eindruck vermuten ließ. Es fehlt dann aber doch das gewisse Etwas, um aus dem „nett gemacht“ einen echtes „must have“ zu machen.

Rating: ★★★½☆

Preis: 9,99€ (Steam)

Betriebssystem: Windows

Homepage / Forum (Steam)

Preis: 9,99€ / $9,99

Homepage / PlayStation-Infoseite

Preis: 800 Microsoft Points (zum Marktplatz)

Unlockables: Keine

Homepage / Forum

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