Jul 062012
 

soulcaster1-tnsoulcaster2-tnsoulcaster3-tnsoulcaster4-tn

Früher war alles besser. Es gab keine riesigen, frei begehbaren Welten, keine wunderschöne 3D-Grafik und auch keine zehn Meter hohen Endgegner. Naja, vielleicht war doch nicht alles besser, aber schön war es trotzdem. Wie zum Beweis präsentiert Magical Time Bean einen Dungeon Crawler mit Tower Defense-Elementen, der so auch vor 20 Jahren hätte erscheinen können.

Ich bin alleine, doch nicht allein

In Soulcaster übernehmt ihr die Rolle eines Zauberers, der durch die Ländereien von Avericia streift und es mit bösen Mächten, fiesen Monstern und Heerscharen an Untoten aufnehmen muss. Aber schon Harry Potter erkannte, dass er seine Freunde braucht, um das Böse zu bezwingen und auch ein Gandalf kann es nicht allein mit jedem aufnehmen. So ist auch der zaubernde Held von Soulcaster auf Hilfe angewiesen und trifft auf seiner Reise drei Recken, die ihn unterstützen: Shaedu die Bogenschützin, Aeox den Krieger und Bloodfire den Alchemisten.

Dabei ist Shaedu eher schwach, kann Feinde aber bereits von Weitem angreifen, wohingegen Aeox der Mann fürs Grobe ist und Feinde mit seinen Nahkampfattacken ausschaltet. Bloodfire wirft seine Brandbomben sogar über Mauern und verletzt mit ihnen mehrere Gegner gleichzeitig, im Fall seines Ablebens verletzt er aber auch seine Mitstreiter in der Nähe. Die hilfsbereiten Drei laufen jedoch nicht immer an eurer Seite, sondern müssen erst beschwört werden. Dazu benutzt ihr Seelenkugeln, von denen euch kurz nach Beginn drei zur Verfügung stehen und ihr später weitere erwerben könnt.

„Aeox, du stellst dich hier an die Tür, dort hinter die Mauer und dann noch zwischen die Kisten!“

Eure besondere Fähigkeit als Soulcaster besteht darin, die drei Unterstützer so oft wie ihr Seelenkugeln besitzt beschwören zu können, also auch mehrmals. Man kann so beispielsweise zweimal Shaedu und einmal Bloodfire oder gar dreimal Aeox herbeirufen. Das ist nicht nur ein nettes Feature, sondern dringend notwendig, denn die Kämpfe finden wie in Tower Defense-Spielen statt. Eure Begleiter stehen fest an der Stelle, an der sie von euch beschworen wurden und es ist somit wichtig sich zu überlegen, wer wo platziert wird. Dabei wird der Krieger meist benutzt, um einen schmalen Durchgang zu verteidigen, damit dann zwei Abbilder des Alchemisten unbeschwert Brandbomben auf den Feind werfen können bzw. die Bogenschützin Feinde schon von Weitem unter Druck setzen kann.

Im späteren Verlauf des Spiels benötigt ihr für diese Platzierung mehrere Versuche, da ihr erst studieren müsst wie die Feinde sich bewegen und wo sie herkommen. Zudem muss auch der Zauberer gut behütet sein, da er nicht selber kämpfen kann. Geht ihm die Lebensenergie zuneige, hilft er sich mit Heiltränken oder beschwört mit einer Spruchrolle Blitze, um nahestehenden Feinden zu schaden. Sowohl an Heiltränken und Spruchrollen kann der Soulcaster drei mit sich führen, wobei er entweder unterwegs welche findet oder sie in einem Geschäft erwirbt. In diesen Geschäften, welche im Spielverlauf immer wieder auftauchen, können außerdem die Fähigkeiten der Mitstreiter verbessert werden. Dabei hat jeder von ihnen drei Ausrüstungsgegenstände mit jeweils vier Entwicklungsstufen. So erhält Shaedu etwa stärkere Pfeile, Aeox bessere Rüstungen und Bloodfire fiesere Bomben.

We’re all living in Avericia, Avericia is wunderbar

Doch Soulcaster überzeugt nicht nur mit dem durchdachten, motivierenden und fordernden Spielprinzip, sondern auch durch den angesprochenen Retro-Charme. Schöne Umgebungen, Ruinen und Dungeons in 16-Bit-Manier und die dazu passenden Klänge hätten Videospieler vor zwei Dekaden erfreut, sind aber auch heute hübsch anzusehen bzw. -hören. Noch mehr Retrostimmung entsteht außerdem durch eine fehlende Speicherfunktion, die durch ein Passwortsystem ersetzt wurde.

Davon muss man als Spieler jedoch nicht wirklich oft Gebrauch machen, denn das Spiel ist bereits in knapp zwei Stunden vorbei. Lediglich ein höherer Schwierigkeitsgrad könnte zum erneuten Durchspielen einladen. Das ist sehr Schade, denn Soulcaster überzeugt mit seinem Spielprinzip, charmanter Optik, netten Klängen und ich wäre gerne noch länger mit dem Zauberer und seinen drei Freunden durch die Ländereien von Avericia gezogen.

Rating: ★★★½☆

Preis: 2,99€ (Desura)

Betriebssystem: Windows

Homepage / Forum

Preis: 80 Microsoft Points (zum Marktplatz)

XNA-Infoseite / Forum

Homepage

Ähnliche Beiträge:
Golden Tangram
Wie alt Tangram nun wirklich ist, darüber scheiden sich die Geister. Die erste gedruckte Referenz stammt aus einem chinesischen Buch, welches sich um 1813 datieren lässt. Falls ihr den Namen ...
Weiterlesen
World Revolution
Wir schreiben das Jahr 1980 und in den Arcades der USA wird gerade das Goldene Zeitalter eingeleutet. Damals ist Atari unangefochten der erfolgreichste Produzent von Videospielen und als im Juli ...
Weiterlesen
ArkX
Der zweite gute Breakout-Klon unter den Community-Games ist optisch nicht so ansprechend wie Bricks4Ever, bietet dafür aber spielerisch das erheblich bessere Gesamtpaket. Das Grunprinzip mit einem Reflektor am unteren Bildschirm ...
Weiterlesen
CaveIn – Miner Rescue Team
Normalerweise bin ich kein Fan von Spielen, die einfach nur bestehende Konzepte klauen und so tun, als würden sie daraus etwas eigenes machen. Im Falle von CaveIn - Miner Rescue ...
Weiterlesen
Totem
Da dachte man schon als geneigter Spieleinteressierter alle Variationen des Match 3-Konzepts gesehen und gespielt zu haben, wird dann aber tatsächlich von Totem mit eine frischen Ansatz überrascht. Musik, Grafik ...
Weiterlesen
Smooth Operators: Call Center Chaos
Aufbau-Simulationen fand ich schon immer toll, denn Sie ermöglichten meine Kindheitsträume zu verwirklichen. Ich konnte einen eigenen Freizeitpark mit Achterbahnen errichten, einen Zoo mit wilden Tieren eröffnen und sogar mein ...
Weiterlesen
Golden Tangram
World Revolution
ArkX
CaveIn – Miner Rescue Team
Totem
Smooth Operators: Call Center Chaos