Aug 022012
 

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„Ich hab‘ da eine super Idee!“, sagte der eine Coder zum anderen. „Lass uns die Unreal Engine lizenzieren und ein Spiel entwickeln, das Shadow Complex zum verwechseln ähnlich sieht. Dann ziehen wir im Vorfeld Vergleiche mit Flashback und Prince of Persia, und – BAM – fertig ist der Hit!“ Tja, ganz so einfach ist es dann (zum Glück?) doch nicht, liebe Entwickler. Beim ersten Blick auf Screenshots und Beschreibung fühlte ich mich zunächst an das The War of the Worlds-Debakel erinnert, doch eine weitere Gurke diesen Kalibers bleibt uns erspart (*puuh*).

Allerdings erreicht Deadlight lediglich optisch die Klasse von Shadow Complex, Story und Gameplay kommen dagegen zu keinem Zeitpunkt auch nur in die Nähe von dem, was uns beispielsweise Flashback bereits vor zwanzig Jahren bieten konnte.

D.O.A. – Dead On Arrival

Laut dem Entwickler Tequilla Works ist das Herzstück von Deadlight einerseits die Geschichte, andererseits soll die Spielwelt ein eigener Charakter sein. Während Letzteres zumindest in Puncto Atmosphäre glückte, ist die Narration weder spannend, noch – trotz der Vielfalt an eingesetzten Stilmitteln – gut erzählt/präsentiert (nur das Ende hat mir ganz gut gefallen). Das merkt man vor allem daran, dass keine rechte Bindung zu den Protagonisten aufkommen will. Einzig Randall, der Kerl den wir steuern, wurde gut synchronisiert. Die restliche Cast hat wahrscheinlich Privatstunden bei Tom Cruise genommen.

Für all diejenigen, die gerne tiefer in diese alternativen Achtziger gesogen werden möchten, gibt es allerlei stimmungsvolle Extras zu entdecken. Vom Tagebuch des einsamen Helden, über ein Heft in dem unzählige „Feelies“ gesammelt werden, bis hin zu drei gut ausgearbeiteten LCD-Spielen. Diese würde ich mir allesamt sogar kaufen, würden sie denn „in echt“ existieren.

Don’t call it Zombie

Deadlight kann man auch gut spielen, ohne sich groß auf die Erzählung zu konzentrieren. Hier wird allerdings lediglich laues Altbekanntes geboten. Der einzige Weg durch den jeweiligen Level ist von Gegnern („Schatten“) und Hindernissen gesäumt, hin und wieder gibt es einen versteckten Bereich zu entdecken, etwas aufzuheben oder eine Kiste zu verschieben. Die wenigen Mechaniken – wie z.B. die begrenzte Ausdauer oder Feinde durch einen Ausruf aufmerksam zu machen – werden viel zu selten, oder wenn überhaupt mal, nur unbefriedigend genutzt. Die Passagen, die sich gut spielen, sind die ruhigeren, ohne Kontakt mit den Infizierten. Immer wenn es hektisch wird und das Spiel versucht einen auf Action zu machen, wird es frustig (z.B. die einstürzenden Gebäude).

Viele Tode bedeuten in diesem Fall viele Wiederholungen, lange Ladezeiten und wenig Raum für Spielspaß. Die Rücksetzpunkte sind manchmal ganz gut gesetzt, aber in den entscheidenden Situationen sorgen sie für einen lauten „WTF?“-Ausruf.

Das tut mir light

Auf welche Arten man sich der Gegner entledigen kann, ist ein Gradmesser für gutes Gameplay, der fast immer funktioniert. Die hier gebotenen *zwei* – mit der Axt schwingen oder einen Kopfschuss landen – sind bei dem hohen Aufkommen an Schatten-Gesocks eindeutig unterdimensioniert. An genau zwei Stellen kann man ihnen etwas Schwergewichtiges auf die Rübe fallen lassen und an weiteren zwei todbringende Elektrizität gewinnbringend einsetzen.

Irgendwo hatte ich die Einstufung als „Survival Horror“ gelesen, was mich rückblickend köstlich amüsiert. Der einzige Horror sind die Rücksetzpunkte und ein Ableben hat absolut null Auswirkungen, was den Begriff „überleben“ ad absurdum führt. Deadlight ist leider nicht mehr als ein stellenweise ganz ordentliches, aber viel zu kurzes (und schlechtes) Spiel für den geforderten Preis – nach zwei Stunden habt ihr bereits alles gesehen. Falls euch das Genre interessiert, holt es euch im Deal für recht einfache 400 Gamerscore. Ich werde es jetzt von der Platte löschen und höchst wahrscheinlich nie mehr spielen.

Rating: ★★½☆☆

Preis: 11,99€ (Steam)

Betriebssystem: Windows

Homepage / Forum (Steam)

Preis: 1.200 Microsoft Points (zum Marktplatz)

Unlockables: Avatar Auszeichnungen (3)

Homepage / Forum

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  • „nach zwei Stunden habt ihr bereits alles gesehen.“

    Hast du das Spiel wirklich in 2 Stunden durchgespielt, oder bezieht sich diese Aussage rein auf den ingame-Timer, der mit Neustart an einem Checkpoint auch die bis zum Checkpoint erreichte Zeit „neustartet“?

    • Genau, zwei Stunden reine Spielzeit, in der alles klappt, minus der etlichen Retries.

  • harte Worte und schade um diesen zunächst interessanten Titel, aber ich hatte eh vor, es erst in einem Sale zu kaufen