Aug 282012
 

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Nun bekommen also die, teils frischen, teils alternden Actionstars rund um Sylvester Stallone bereits zum zweiten Mal die Chance uns ihre Muskeln, flachen Sprüche und Botoxgesichter im Kino zu präsentieren. Schon der erste Film bot meiner Meinung nach eine atemberaubende Geschichte mit unvorhersehbaren Wendungen und auch für den Zweiten wird man wieder nur die besten Drehbuchautoren aus Hollywood verpflichtet haben. Um die Fans nicht mit der komplexen Story zu überfordern, hat sich Ubisoft mit dem Entwickler Zootfly zusammengesetzt und präsentiert die Vorgeschichte zu The Expendables 2.

Wenn’s an jeder Ecke wummst und kracht …

Ihr zieht mit vier der Entbehrlichen los und reist vom Balkan über Hong Kong nach Burma und habt dabei nur eines im Sinn: Einen chinesischen Milliardär retten. Richtig gelesen, es gibt keine verrückten Russen mit Atomwaffen, die die Welt zerstören wollen, keine Araber mit Killerviren und auch keinen mexanischen Hühnerschmuglerring. Das Missionsziel klingt erst einmal erfrischend aber ich denke, in Zeiten der Finanzkrise gibt es motivierendere Ziele als einen Milliardär zu retten, der dann auch noch aus dem Land kommt, das gerade dabei ist die Weltherrschaft an sich zu reißen. Was kommt dann als Nächstes? Müssen wir beim neuen Call of Duty die Schlacht von Stalingrad drehen und den Nazis zum Sieg verhelfen? In einem hinterhältigen Einsatz „The Star-Sprangled Banner“ aus US-amerikanischen Vorgärten klauen? Oder gar als russischer Terrorist in einem Flughafen unschuldige Zivilisten erschießen?

Nun gut, ist der komische Auftrag einmal akzeptiert, kann man sich ja eventuell immer noch auf etwas freuen. Wenn Sylvester Stallone, Dolph Lundgren, Jet Li und Terry Crews losziehen, sollte man sich darauf verlassen können, dass es zumindest actionreich wird. Egal ob man allein oder mit Freunden, on- oder offline spielt, man ist immer mit allen vier Charakteren gleichzeitig unterwegs, wobei man jederzeit die Rollen wechseln kann. Dabei rennt Barney mit einem Revolver und zwei Pistolen durch die Gegend, Gunner Hansen hingegen trägt sein typisches Scharfschützengewehr und eine Schrotflinte. Yin Yang ist zwar mit einer Uzi bewaffnet, auf die er jedoch locker verzichten könnte, da er im Sekundentakt Messer werfen kann. Zu guter Letzt gibt es dann noch Caesar, der mit Granatwerfer und Sprengsätzen der Mann fürs Grobe, aber auch für einige Missionsziele wichtig ist.

…hat der Entwickler noch lang‘ nicht alles richtig gemacht.

In der Theorie klingt das alles nach dem perfekten Stoff für ein Shoot’em Up aber The Expendables 2: Das Videospiel ist unglaublich zäh und stupide. Insgesamt gibt es vier abwechslungsreiche Gebiete, die in vier Einzellevel unterteilt sind. Dabei besuchen die reiselustigen Söldner unter anderem einen Dschungel, eine Wüste und ein Hafengebiet. Doch die kosmetischen Änderungen im Spiel ändern nichts am gleichbleibenden Inhalt: Rennen und Schießen. Der Bildschirm wird mit einer Gegnerwelle überflutet, der Spieler „säubert“ ihn und es geht weiter zum nächsten Abschnitt. Zwischendurch stellt sich auch schon mal ein Panzer oder ein Hubschrauber in den Weg oder ein Pfad muss freigesprengt werden. Interessanter sind da schon die Abschnitte, in denen man ähnlich wie in einem Lightgun Shooter mit einem Fadenkreuz über den Bildschirm saust und alles wegschießt, was sich bewegt. Diese kurzen Abschnitte sind eine gelungene Abwechslung in dem sonst so öden Söldneralltag.

Nett sind auch Erfahrungspunkte, die man unter anderem für Kills, Heilung von Teamkameraden und den Missionsabschluss erhält. Diese könnt ihr dann dafür einsetzen, die Waffen und Ausrüstung der vier Actionhelden zu verbessern. So gibt es dann mehr Munition für die Waffen oder eine bessere Schutzweste. Das Tollste an dieser Charakterverbesserung ist jedoch, dass man das Spiel umso einfacher und schneller durchspielen kann. Ein kleiner Tipp am Rande: Wenn man während einer Mission stirbt, bleiben die aktuellen Punkte und damit die Erfahrung erhalten und man startet mit demselben Stand am letzten Speicherpunkt. So hab ich es des Öfteren geschafft mir eine Goldmedaille und einen Haufen Erfahrungspunkte zu verdienen, indem ich Herrn Lundgren immer wieder ins Gras beißen ließ. Der Tod macht definitiv schlauer!

The Expendable Videogame

Ich habe mich, im wahrsten Sinne des Wortes, durch dieses Spiel gekämpft, und da ich der Sylvester Stallone der Videospieler bin, natürlich auf dem höchsten Schwierigkeitsgrad. Die Schwierigkeit lag jedoch darin, sich vor Abschluss des Spiels nicht zu Tode zu langweilen oder einzuschlafen. Nicht einmal dem Auge oder dem Ohr wird hier etwas geboten. So erbarmten sich einzig Dolph Lundgren und Terry Crews ihre virtuellen Charaktere zu vertonen, Stallones und Jet Lis Alter Egos ließen ihre flachen Sprüche von anderen Leuten einsprechen. Auch die spröde Grafik und die hölzernen Animationen sind nur perfekt um Stallones Botoxgesicht darzustellen.

Erspart euch und euren Freunden diese Qual. Weder allein noch zu viert kommt hier in irgendeiner Form die Freude auf, die man sich von einem hirnlosen Actionspektakel erwartet. Einzig die kurze Spielzeit von etwa 4 Stunden lässt einen vor lauter Monotonie, schlechter Steuerung und geringem Anspruch nicht völlig verblöden. Bleibt nur zu hoffen, dass man für die mögliche Versoftung des bereits angekündigten dritten Kinoabenteuers der Söldnertruppe ein paar begabtere Entwickler ans Werk lässt.

Rating: ½☆☆☆☆

Preis: 14,99€ (Steam)

Betriebssystem: Windows

Homepage / Forum

Preis: 14,99€ / $14,99

Extras: keine

Homepage / PlayStation-Infoseite

Preis: 1.200 Microsoft Points (zum Marktplatz)

Unlockables: keine

Homepage / Forum

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