Sep 072012
 

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Mark of the Ninja hatte ich überhaupt nicht auf meinem Radar. Vor einer Weile habe ich einen netten Trailer gesehen aber, als ich erfuhr, dass das Spiel von den Machern von Shank ist, nahm mein Interesse stark ab. Nicht das Shank ein schlechtes Spiel wäre, aber dasselbe mit Ninjas brauchte ich nicht. Nun ist das Spiel von Klei Entertainment fertig und es hat mich überrascht. Es ist kein 2D Beat’em Up in Comicgrafik, sondern ein 2D Stealth Game in Comicgrafik! 2D und Stealth, das soll funktionieren?

Wie Shank, nur ganz anders!

Und wie es funktioniert! Mark of the Ninja setzt in technischer Hinsicht voll auf das Grundgerüst von Shank. Die comichaften Figuren sind hübsch anzusehen und flüssig animiert und es gibt einige wunderbar gezeichnete Hintergründe. Doch abseits der Optik lässt sich die Herkunft des Titels schwer ableiten. Zwar gibt es auch hier durchaus blutige Szenen, der übertriebene Gewaltgrad von Vorgängerprojekt wird jedoch nie erreicht und vor allem das Spielprinzip ist ein ganz anderes.

In erster Linie ist Mark of the Ninja ein Stealth Game, in dem es darum geht, lautlos zu agieren und unentdeckt zu bleiben. In zwölf unterschiedlichen Gebieten wird sabotiert, gestohlen und geflohen. Zwar gibt es auch einige Male die Aufgabe eine Zielperson zu eliminieren, bis auf diese Ausnahmen ist es aber sogar machbar das Spiel ohne töten durchzuspielen. In meinem Fall haben zwar wenigstens zehn Personen pro Level ihr Leben gelassen, da es manchmal der einfachste und schnellste Weg ist, aber die Möglichkeit ist auf jeden Fall da. Meistens versucht man im Dunkeln zu bleiben, versteckt sich in Schränken, lässt Leichen verschwinden, zerstört Lampen mit Wurfdolchen und lenkt Wachen mit Knallkörpern und Rauchbomben ab. Das ist in Zeiten von Ninja Gaiden und Co. besonders bemerkenswert, denn bis auf einige Ausnahmen scheinen Ninjas in Videospielen darauf aus zu sein, möglichst viele Arme und Beine abzutrennen und niemanden am Leben zu lassen.

Everything is better with Ninjas!

Doch nicht nur Freunde von Schleichspielen kommen hier auf ihre Kosten, denn es gibt auch viele Action-Adventure-, Platformer- und sogar Metroidvania-Elemente. Jedes Level, von der japanischen Ninjaschule, über eine Burg bis, hin zur orientalischen Stadt, bietet viele Möglichkeiten der Erkundung. So dienen einige Luftschächte nicht nur dazu, Gegner zu umgehen oder zu verstecken, sondern auch geheime Räume zu finden und so manch beschwerliche Kletterei über Dächer hinweg wird mit einer Ninjaschriftrolle belohnt. Ich habe mich oft dabei erwischt, fernab meines Missionsziels durch die Gegend zu streifen, um versteckte Eingänge und Schächte zu geheimen Räumen zu suchen. Meist werden diese sogar bewacht oder erfordern einiges an Geschicklichkeit, um erreicht zu werden. Das Belohnungsgefühl nach gefundenem Geheimnis ist umso schöner und unglaublich motivierend. Darüber hinaus gibt es in jedem Level einen versteckten Hindernissparcour, der ein Gameplayelement wie etwa Laserschranken oder Bomben auf überhöhtem Schwierigkeitsgrad repräsentiert.

Neben der Hauptaufgabe bietet jedes Level noch optionale Missionsziele wie etwa: nicht entdeckt zu werden, keine Lampen zu zerstören oder die aktuelle Aufgabe in einer bestimmten Zeit zu erledigen. Diese optionalen Aufgaben und die versteckten Räume mit ihren Gegenständen dienen jedoch nicht nur der Highscoreliste, sondern bringen auch Punkte mit sich, die in neue Ninjatechniken und Ausrüstungen investiert werden können. So lassen sich neue Gadgets wie Stachelfallen und Giftpfeile, aber auch hinterlistige Attacken und sogar verschiedene Rüstungen mit besonderen Eigenschaften freischalten. Besonders angetan war ich von einer Rüstung mit der ich lautlos rennen, jedoch keine Waffen mit mir tragen kann. Noch ein Beweis dafür, dass dieses Spiel auch ohne töten zu schaffen ist!

Kaufempfehlung? Ein ganz klares ninJA!

Wie man sieht, bietet Mark of the Ninja eine ganze Menge und noch vieles mehr. Fast jedes Level wartet mit neuen Gameplayelementen, neuen Gegnertypen und Herausforderungen auf. Kann man sich zu Beginn des Spiels noch leicht vor einfachen Soldaten im Dunkeln verstecken, kommen später Hunde die einen auf große Entfernung wittern und sogar Eliteeinheiten mit Nachtsichtgeräten zum Einsatz. Auch werden immer wieder Rätsel eingestreut die zum Ende hin sogar einiges an ninjahaftem Scharfsinn erfordern. Gleichzeitig eröffnen die Entwicklung des Charakters und die Levelarchitektur viele Möglichkeiten eine Mission zu absolvieren und laden somit zu mehrmaligem Probieren ein.

Mark of the Ninja ist für mich das beste Ninjaspiel und eines der besten Xbox Live Arcade Spiele überhaupt. Es macht das spielbar für was Ninjas meiner Meinung nach stehen: Rauchbomben anstatt wildes umherwerfen von Shuriken, schleichen anstatt Köpfe abtrennen und pechschwarze Dunkelheit anstatt tiefroter Blutfontänen. Ich mache mich jetzt nach beendeter Kampagne und über zehn Stunden Spielzeit an das New Game Plus mit höherem Schwierigkeitsgrad. Diesmal aber wirklich ohne Töten und entdeckt zu werden. Ganz wie ein richtiger Ninja.

Rating: ★★★★★

Preis: 1.200 Microsoft Points (zum Marktplatz)

Unlockables: Avatar Auszeichnungen (2)

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