Sep 072012
 

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Die Xbox Live Indie Games waren für mich immer ein netter Ort für neue und außergewöhnliche Spielkonzepte, eine Chance für kleine Spielentwickler, einfach eine nette Spielwiese, sowohl für Entwickler als auch für Spieler. Als ich mich vor Kurzem wieder auf die Suche nach interessanten Spielen begab, war ich schockiert: Jedes zweite Spiel schien ein Date Simulator, ein Minecraft Klon oder einfach nur ein liebloses Stück Software zu sein, dass pubertierende Jungs mit halb nackten Anime-Mädels zum Kauf anreizen wollte. Nach ein paar Probespielen wollte ich mich schon resigniert vom Indie-Marktplatz abwenden, als ich auf ein Spiel stieß, das mich nun wieder für die unabhängige Entwicklerszene auf der Xbox 360 hoffen lässt.

Quadratisch, praktisch, gut!

Qoccer ist ein Fußballspiel und wie bei jedem Fußballspiel muss man Tore schießen. Doch im Gegensatz zu FIFA, PES und Konsorten wird hier rundenbasiert gespielt und auch die Grafik ist etwas „klobiger“. Es treten zwei Teams mit drei würfelförmigen Spielern gegeneinander an und anstatt direkte Kontrolle über die Figuren zu haben, muss in jeder Runde überlegt werden, in welche Richtung sie geschoben werden. Dies geschieht mithilfe eines Pfeils, mit den man zum Beispiel auf den Ball zielt und dann noch festlegt, wie schnell sich die Figur bewegen soll. Nachdem sich auch der Gegenspieler entschieden hat, wie er seine Spieler über den Platz jagen will, finden die Bewegungen beider Teams gleichzeitig statt.

Das Aufeinandertreffen der Teams ist immer wieder spannend, da man nie sicher sein kann, wie sich die Spielfiguren bewegen werden. Zudem ist das Ganze witzig anzusehen, da es nicht als Foul gilt, wenn sich die quadratischen Fußballer berühren und es so zu chaotischen Zusammenstößen und durch die Luft wirbelnden Figuren kommt (besser ist nur die „großartige“ „Impact Engine“ von FIFA 12). Doch Qoccer ist keinesfalls unvorhersehbar. Nach kurzer Zeit merkt man, dass es darauf ankommt den Gegner zu blocken, nicht nur mit voller Wucht gegen den Ball zu preschen und Spielzüge zu planen. Nach mehreren Spielen kann man es sogar schaffen in einem Zug zu passen und ein Tor zu schießen! Lasst euch sagen, das ist wahnsinnig schwer.

Fast ohne Ecken und Kanten

Qoccer ist toll. Auch wenn sich Partien gegen menschliche Gegner (die leider nur lokal möglich sind) auch mal hinziehen können, geht es meist ziemlich kurzweilig zur Sache. Man ist immer wieder überrascht, was der geplante Spielzug hervorbringt und freut sich wie ein kleines Kind über Tore. Dass ein Duell schon vorbei ist, wenn 2 Tore für einen Spieler gefallen sind, unterstreicht das schnelle und kurzweilige Konzept des Spiels nur noch. Trotzdem wäre es schön gewesen dem Spieler ein paar Einstellungen an die Hand zu geben, die ihn über Dauer und Toranzahl hätten entscheiden lassen können. Für Abwechslung sorgt neben dem normalen Fußballplatz, eine Arena aus Eis, in der alles und jeder umherrutscht und es kein Aus gibt. Auch andere Spielmodi wie 1 gegen 1 oder 3 gegen 1 sind implementiert, diese erreichen aber nicht den Spielspaß der normalen 3 gegen 3 Variante.

Für den geringen Preis ist Qoccer jedem zu empfehlen. Egal ob Fans von Fußball- oder Geschicklichkeitsspielen oder Leuten die gern gemeinsam mit Freunden vor dem Bildschirm sitzen, alle werden auf ihre Kosten kommen. Qoccer hat mir als FIFA -Verächter gezeigt, dass virtuelle Fußballspiele auch abseits von „Tactical Defending“ und „Precision Dribbling“ funktionieren und Spaß machen können. Nebenbei konnte mein Glaube an die Xbox Live Indie Games aufrechterhalten werden.

Rating: ★★★★☆

Preis: 80 Microsoft Points (zum Marktplatz)

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