Sep 162012
 

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Titel(anti)held Shank, ein Schrank von einem Mann und benannt nach der selbstgebauten Waffe die er immer mit sich trägt, begibt sich auf einen vor Blut triefenden Rachefeldzug. Natürlich nur unter tatkräftiger Unterstützung des Spielers. Wer sich gerne in Titeln wie Final Fight oder Metal Slug herumtreibt, könnte sich auch im äußert brutalen Shank schnell zu Hause fühlen. Nicht, dass es in den anderen beiden Games weniger Gewalt hätte, aber die Darstellung ist – der modernen Technik geschuldet – in dem neueren Spiel um einiges extremer. Allerdings würde ich das Ganze eher als Stilmittel bezeichnen und nicht als Verherrlichung.

Beat’em, Hack’em, Shoot’em, Slice’em Up

Das Spielprinzip ist schnell erklärt: Ihr lauft von links nach rechts und müsst den unzähligen Gegnerhorden den Garaus machen. Am Ende jedes Levels wartet ein besonders dicker Endgegner, der nur mit einer bestimmten Taktik zu besiegen ist. Das zur Verfügung stehende Arsenal wächst, je länger ihr die Story spielt. Zu anfänglich Kettensäge, Pistolen und Granate, gesellen sich später Uzi, Pumpgun, Katana und Machete. Die Waffen heben sich nicht nur in ihren Animationen voneinander ab, sondern weisen auch ganz unterschiedliche Effektivität gegen die diversen Gegnertypen auf, von denen es unzählige Variationen gibt.

Ich finde das Kampfsystem sehr gelungen, denn sowohl wildes/stupides Buttonmashing fühlt sich befriedigend an und führt zum Ziel, wie auch präzise Ultra-Combos sehr gut von der Hand gehen. Eine genaue Auflistung der Tastenfolgen sucht man vergebens, es macht aber eine Menge Spaß durch herumprobieren die unzähligen Angriffskombinationen herauszufinden. Apropos herumprobieren: durch diverse Aktivitäten (z.B. einhundert Gegner mit der Kettensäge töten) schaltet ihr als netten Bonus neue Kostüme für Shank und Artworks frei.

Comic zum mitspielen

Über den optische Stil von Shank kann man sich bestimmt streiten, ich finde ihn herausragend. Die Entwickler sparen nicht gerade mit toll anzuschauenden Zwischensequenzen, vor, nach und manchmal zwischen den Leveln, welche nahtlos in die Ingame-Grafik übergehen. Hier gibt es atmosphärisch dichte Hintergründe und tolle, flüßige Animationen zu bewundern. Die herrlich überzeichnete, fast schon groteske Anatomie einiger Muskelprotze ist für einige Lacher gut. Ich finde auch den Grad der Gewalt sehr passend für einen solchen Titel, welcher der Stimmung sehr förderlich ist. Keine Sorge, liebe Sittenwächter – im echten Leben bin ich Pazifist mit Leib und Seele.

Damit ihr das Gesamtpaket voll auskosten könnt, braucht ihr zwingend einen physisch anwesenden Gleichgesinnten. Denn in den Genuss der Vorgeschichte kommt ihr nur im lokalen Koop-Modus, dieser ist allerdings genau so lang, wie die Einzelspieler-Kampagne. Hier wartet eine komplett eigenständige Story, mit anderen Leveln und neuen Endgegner. Am Anfang war ich stinkig, dass die Entwickler keine Online-Funktionalität integriert haben. Der Spaß den ich schlussendlich aber mit einem Kumpel hatte, entschädigt für diese Entscheidung. Nicht zuletzt war der Koop auch ausschlaggebend dafür, dass ich neu für den Singleplayer und diesen Test motiviert wurde.

Bleibt also festzuhalten: Shank sieht toll aus und spielt sich toll, bleibt auf spielerischer Ebene aber sehr überschaubar. Für mich ist es das God of War der 2D-Beat’em Ups (ohne die QTE) und neben Castle Crashers wohl das Beste, was das Genre in dieser Konsolengeneration zu bieten hat. Interessanterweise geht es in Klei’s neustem Titel Mark of the Ninja komplett gegenteilig, aber nicht weniger gut zu. Als kleines Goodie zum Schluß, sei noch der kostenlose Comic zum Spiel erwähnt.

Rating: ★★★★☆

Preis: 9,99€ (Steam)

Betriebssystem: Windows, Mac OS X

Homepage / Forum

Preis: 9,99€ / $9,99

Homepage / PlayStation-Infoseite

Preis: 800 Microsoft Points (zum Marktplatz)

Unlockables: Spielerbilder

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